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„Saubere Konfirmanden“:  Walter Roller über die Uhlandbad-Dusche 1951

In der Nachkriegszeit öffnete das Uhlandbad erst nach und nach für die Tübinger Bevölkerung. Es war als „piscine militaire“ beschlagnahmt und zunächst nur für das französische Militär zugänglich. Man hatte mit zahlreichen technischen und hygienischen Problemen zu kämpfen und Schwierigkeiten, das Bad zu heizen. Ab 1947 durften wieder Tübinger ins Wannenbad, 1948 öffnete die Schwimmhalle stundenweise. Doch erst 1951 lief der Betrieb wieder weitgehend normal – und der Andrang war groß. Walter Roller aus Hirschau erinnert sich:

„Man schrieb das Jahr 1951. Keine gute Zeit, sowohl finanziell als auch was Lebensmittel anging. Unsere Badeanstalten waren in dieser Zeit der Neckar und der Kanal beim Elektrizitätswerk Rappenberghalde. Eine Insel diente als Liegewiese, auch am Mühlbach in Derendingen - bei der Wasserpumpstation für die Lokomotiven im Bahnbetriebswerk Tübingen – gingen wir schwimmen.

Wir wohnten damals in der Sieben-Höfe-Straße in Derendingen. Wir waren vier Brüder, Jahrgang 1937-1942, ich war der jüngste. Als mein ältester Bruder aus der Schule entlassen wurde und die Konfirmation in Reichweite war, durften wir jüngeren zum ersten Mal mit ihm ins Uhlandbad gehen zum „großen Hauptwaschgang“. Zu Fuß natürlich. Meine Erwartungen waren groß und ich freute mich natürlich sehr auf die warmen Duschen. 

Der einzige Duschraum der Schwimmhalle war unten, am Ende des Schwimmbeckens. Anders als heute war da alles offen. Aber von wegen duschen!

Unter jeder der sechs Duschen standen jeweils etwa fünf erwachsene Personen, die natürlich den jüngeren keinen Platz machten und wir nicht die geringste Chance hatten, uns reinzudrängen. Die gingen keinen Millimeter zur Seite. Da war dann höchstens alle halbe Stunde mal ein Plätzchen frei.

Aber das hat der Sache keinen Abbruch getan. Das Schwimmen hat Spaß gemacht! Ich gehe bis heute noch ins Uhlandbad, sehr gerne sogar!“