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Stadtwerke Tübingen
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Mit dem Licht für Tübingens Straßen fing 1862 die Geschichte der Stadtwerke Tübingen an – heute versorgen wir die Universitätsstadt und umliegende Gemeinden mit Strom, Erdgas, Wärme und frischem Trinkwasser. Wir übernehmen öffentliche Aufgaben wie die Organisation des Stadtverkehrs, die Bewirtschaftung von Parkhäusern und Bädern und den Ausbau des Breitbandnetzes. Wie es dazu kam, steht in unseren Meilensteinen:

1862

An der Reutlinger Straße, Ecke Hechinger Straße nimmt das erste städtische Gaswerk seinen Betrieb auf. Hier wird aus Kohle Stadtgas gewonnen, das 185 Straßenlaternen zum Leuchten bringt. Die damals 8.700 Einwohner der Universitätsstadt sind begeistert. Heute steht an dieser Stelle das Parkhaus Metropol.

1879

Mit dem Wasserwerk in der "Reutlinger Vorstadt" an der heutigen Ebertstraße wird das zweite technische Werk in städtischer Regie eröffnet. Rund 26 Liter Grundwasser pro Sekunde werden mit einer mächtigen Dampfmaschine und angeschlossener Kolbenpumpe durch eine 220 Meter lange Wasserleitung zum Reservoir auf den damals noch unbebauten Österberg befördert. Von hier fließt das Trinkwasser dank des natürlichen Gefälles über das Rohrnetz in die Häuser der Stadt. 450 der damals 1000 Häuser bekommen einen Wasseranschluss. Bald wird er zum Standard.

1902

Bereits 1899 beantragt der Gewerbeverein Tübingen die Errichtung eines Elektrizitätswerks, und 45 Geschäftsinhaber erklären sich zu einer Kraftabnahme bereit. Gleichzeitig bekunden die Universität und die Eisenbahnverwaltung großes Interesse. 1902 entsteht schließlich das erste dampfbetriebene Tübinger Elektrizitätswerk an der Hinteren Grabenstraße, Ecke Nonnengasse. Bis 1983 ist hier auch der Stammsitz der Stadtwerke Tübingen (Heute: Stadtbücherei).

1905

Für den steigenden Wasserbedarf werden neue Grundwasservorkommen erschlossen. Der Au-Brunnen funktioniert mit elektrisch ferngesteuerter Pumpe.

1908

Bald schon kann die erste Gasfabrik den steigenden Gasbedarf in der Stadt nicht mehr decken. Die Bürgerlichen Kollegien beschließen daher ein neues Gaswerk im Gewann Eisenhut zu errichten, das sogar über einen Gleisanschluss zum Güterbahnhof verfügt, um Kohle direkt anliefern zu lassen. Ab 1908 werden mit fünf Ofenblöcken pro Jahr rund 4 Millionen Kubikmeter Stadtgas produziert. 20 bis 25 Mitarbeiter bestücken die Gasöfen von Hand mit Kohle.

1911

Auch der Strombedarf steigt. Dem ersten Elektrizitätswerk in der Innenstadt folgt das Wasserkraftwerk am Neckar, das bei guter Wasserführung so viel Strom produziert wie damals in Tübingen benötigt wird. Die dafür benötigte Neckarkorrektur ist die aufwändigste Baumaßnahme die Tübingen je realisiert hatte.

1914

Kurz vor Ausbruch des 1. Weltkriegs öffnet das Uhlandbad – eine Badeanstalt mit Schwimmhalle, Brause-, Wannen- und Dampfbädern und sogar einem Hundebad. Der Erfolg ließ nicht lang auf sich warten; schon im ersten Jahr zählt das Bad über 20.000 Besucher. Besonders fortschrittlich: Das Wasser des Schwimmbeckens wird über eine 1,6 Kilometer lange Warmwasserleitung mit der Abwärme des Gaswerks im Eisenhut beheizt.

Stadtarchiv Tübingen, D 150/007-090 Nill
1921

Eine hydraulische Akkumulierungsanlage mit Speicherbecken auf dem Österberg speichert überschüssigen Strom aus dem Neckarwerk.

1929

Das Wasserkraftwerk Rappenberghalde geht in Betrieb.

1938

Gas, Wasser- und Elektrizitätswerke werden unter dem Namen „Technische Betriebswerke“ als städtischer Eigenbetrieb zusammengeführt.

1949

Nach dem Zweiten Weltkrieg kommt es zu Engpässen in der Versorgung. Das Neckarwerk sowie Wasserleitungen sind zum Teil zerstört. Das Gaswerk wird aufgegeben. Tübingen bezieht nun Gas über eine Fernleitung aus Reutlingen.

1951

Oberbürgermeister Dr. Wolf Mülberger eröffnet mit einem kühnen Sprung vom Dreimeterbrett das langersehnte Tübinger Freibad. Zum Programm der Einweihungsfeier gehören ein eigens komponierter Freibadschlager, eine Bademodenschau und Schwimmdarbietungen. Die Tübinger Bäder werden ein Betriebszweig des städtischen Eigenbetriebs.

1958

Da immer wieder Wassermangel herrscht, tritt Tübingen 1954 dem Zweckverband Bodenseewasserversorgung bei. 1958 fließt erstmals Bodenseewasser ins Tübinger Leitungsnetz. Die Mischung mit dem härteren Grundwasser aus dem Neckartal führt zu Problemen: Aggressive Kohlensäure entsteht und greift die Leitungen an. Die Wassernetze werden getrennt. Erst 1992 macht eine spezielle Technik möglich, die Kohlensäure auszugasen, so dass dem „Wasser-Mix“ nichts mehr im Wege steht.

 

1968

Tübingen wächst in die Höhenlagen, die Bebauung wird dichter und eine zentrale Wärmeversorgung hält vielerorts Einzug. Die Bewohner des Gebiets Galgenberg-Ost in der  Südstadt profitieren als erste von der neuen Fernwärme-Sparte der Stadtwerke. In den kommenden Jahren gehen weitere Wohngebiete ans Fernwärmenetz, etwa der Stadtteil Waldhäuser-Ost.

1970

Die Umstellung auf Erdgas erfordert aufwändige Anpassungen bei Anschlüssen und Kundengeräten.

1974

Mit dem Hallenbad Nord auf Waldhäuser-Ost öffnet Tübingens zweites Hallenbad.

1981

Der Gemeinderat verabschiedet ein Energieversorgungskonzept für Tübingen, das auf Erdgas, Fernwärme und erneuerbare Energiequellen setzt.

1984

Aus dem städtischen Eigenbetrieb wird eine kommunale Eigengesellschaft in Form einer GmbH, die sich bis heute zu 100 Prozent im Besitz der Universitätsstadt Tübingen befindet. Die Stadtwerke beziehen ihren neuen Firmensitz in der Eisenhutstraße.

90er

Im Sommer 1995 öffnet nach großer Sanierung und Erweiterung ein rundum erneuertes Freibad. Die Stadtwerke wachsen weiter: In Kooperation mit den Busunternehmen Kocher und Schnaith entsteht 1995 die Tochtergesellschaft Stadtverkehr Tübingen GmbH (SVT). 1997 gehen die städtischen Parkhäuser König, Stadtgraben und Metropol in den Besitz der Stadtwerke über. Ein Jahr später nimmt die TüNet ihre Arbeit im zukunftsträchtigen Markt der Telekommunikation auf. 1999 beginnt der Bau des Blockheizkraftwerks Obere Viehweide, das größte BHKW Tübingens.

00er

Die Liberalisierung des Energiemarkts eröffnet den Wettbewerb. Die Stadtwerke Tübingen setzen auf gesundes Wachstum, Ausbau der eigenen Stromerzeugung, regionale Expansion, Bürgernähe und ökologische Ausrichtung. Sie vertreiben Ökostrom und versorgen erstmals Kunden außerhalb Tübingens. Sie übernehmen die Stromnetze in Ammerbuch, Dettenhausen und Waldenbuch und bauen die Erdgasversorgung der Ammerbuch-Gemeinden auf. Gemeinsam mit 30 weiteren Stadtwerken gründen die swt die Südwestdeutsche Stromhandels GmbH (SWS), beteiligen sich an den Gemeindewerken Ammerbuch, an der Energie Horb am Neckar zum Bau eines neuen Flusswasserkraftwerks, an der Bürger-Energie Tübingen e.G. und an der kommunalen Klimaschutzkampagne „Tübingen macht blau“. 2006 kehren der Stadtverkehr und die TüNet als Abteilungen zurück unter das Dach der Stadtwerke. Seit 2009 fördern sie mit dem alljährlichen swt-Spendenlauf soziale Projekte in Tübingen.

2010

Die swt gründen mit der TüBus GmbH eine eigene Busbetriebsgesellschaft, die ab 2011 mehr als die Hälfte der Leistung im Stadtverkehr erbringt. Sie nehmen das erste Elektroauto in ihren Fuhrpark auf und errichten eine E-Tankstelle.

2011

Die swt investieren stark in erneuerbare Energien: Der Aufsichtsrat genehmigt zusätzliche 50 Millionen Euro für den Bau und Erwerb von Windkraftanlagen. Bis 2020 sollen 50 Prozent des Stroms für Tübingen aus Wind-, Wasser- oder Sonnenkraft stammen. Die neue Leitwarte in der swt-Zentrale wird eröffnet. Rund um die Uhr werden von hier mehr als 120 Anlagen überwacht und gesteuert.

2012

Unter dem Motto „Wir wirken mit." feiern die Stadtwerke ihr 150-jähriges Bestehen mit zahlreichen Aktionen und machen den Tübinger Kindern einen von Mitarbeitern errichteten Spielplatz am Anlagensee zum  Geschenk. Das Hallenbad Nord wird saniert und mit neuer Lüftungsanlage ausgestattet. Die swt erhalten zum ersten Mal das Gütesiegel TOP-Lokalversorger.

2013

Der erste eigene Windpark der swt entsteht im bayerischen Odenwald. Das Blockheizkraftwerk „Obere Viehweide“ bekommt vier neue effiziente Hochleistungsmotoren, im Heizwerk WHO wird ein „Elektroerhitzer“ eingebaut, der überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien in Wärme umwandelt und so das Stromnetz stabilisiert. Die Straßenbeleuchtung in der Altstadt wird auf LED-Leuchten umgestellt. Die swt werden als familienfreundlicher Arbeitgeber mit dem Zertifikat „Beruf und Familie“ ausgezeichnet.

2014

Die swt investieren in zahlreiche Wind- und Solarparks und versorgen mehr als 10.000 Kunden mit Ökostrom. Allein fünf neue Solarparks erhöhen die Jahresmenge an selbst erzeugtem Ökostrom um 25 Mio. Kilowattstunden. Mit der Kampagne „Null-Komma-Strom. Wir sparen uns ein Kraftwerk“ unterstützen die Stadtwerke Privat- und Gewerbekunden beim effizienten Einsatz von Energie. Sie loben den ersten swt-Umweltpreis aus, für den sich Vereine, Schulen und gemeinnützige Initiativen bewerben können. An der Online-Abstimmung beteiligen sich rund 30.000 Menschen. Der Preis wird fortan jährlich ausgeschrieben.

2015

Die swt liefern Strom an private Bahnunternehmen bundesweit, erwerben neue Windparks in Weikersheim (BW), Oberkochen (BW) und Framersheim (RLP) und planen einen weiteren entlang der A7. In Tübingen wird das Fernwärmenetz ausgebaut; nach der Altstadt nun nördlich und südlich des Neckars. Für das Konzept einer börsenpreisabhängigen Steuerung von Trinkwasserpumpen erhalten die swt den Innovationspreis des VKU. Eine Kundenbefragung zeigt: Fast drei Viertel der Stromkunden sind mit Service und Leistungen der swt sehr zufrieden.

2016

Die swt erwerben den Windpark Brauel (NS) und den Solarpark Nadrensee. Sie erneuern Versorgungsleitungen in der engen Neckargasse, binden die Neubaugebiete Neckarbogen und Ölmühle an die Wärmeversorgung an und bauen im Güterbahnhof-Areal die gesamte Versorgungsinfrastruktur auf. Mit dem swt-Energiedach und Mieterstrom (gemeinsam mit GWG) erleichtern sie es Kunden, Solarstrom vom eigenen Dach zu nutzen. Neben anderen Sozialpartnern unterstützen die swt besonders das Projekt „Schwimmen für alle Kinder“. Zum 5. Mal in Folge erhalten die Stadtwerke das TOP-Lokalversorger-Siegel, werden zum 2. Mal als familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet und erreichen 10.000 Likes bei Facebook.

2017

In der Wilhelmstraße beginnt der Bau einer großen Wassertransportleitung in den Tübinger Süden. Ministerpräsident W. Kretschmann eröffnet den swt-Windpark „Ellwanger Berge“, ein weiterer geht bei Tuttlingen ans Netz. Die Telekommunikationssparte TüNet bringt u.a. das Studio des SWR und die BG Klinik ans Glasfasernetz. Das neue Kundenzentrum in der swt-Zentrale öffnet seine Tore und die ehemalige Maschinenhalle beim Neckarwerk wird als „swt-KulturWerk“ zur Veranstaltungsstätte. Das Freibadgelände wird um neue Sportanlagen erweitert. Die swt richten neue Ladepunkte für Elektrofahrzeuge in Tübingen ein und feiern „90 Jahre Stadtbus“ mit einem Jubiläumsfest auf dem Omnibusbahnhof. Zum 4. Mal verleihen sie den swt-Umweltpreis, erstmals auch an Betriebe.

Mehr über die Geschichte unseres Unternehmens

Wann brannte die erste Glühbirne in Tübingen? Seit wann kommt in Tübingen das Wasser aus dem Hahn? Wohin ging man früher zum Baden? Über Hintergründe zur Tübinger Energie-, Verkehrs- und Bädergeschichte haben wir einige Bücher veröffentlicht.

  • Das Uhlandbad Juli 1914. Nachdruck der Eröffnungsschrift (2014)
  • WIR WIRKEN MIT – Seit 150 Jahren: Stadtwerke Tübingen (2012)
  • Mobil für Tübingen – Der TüBus und seine Geschichte (2007)
  • Trinkwasser für Tübingen – 125 Jahre Tübinger Wasserversorgung (2004)
  • Energisch für Tübingen – 140 Jahre Gas und 100 Jahre Strom (2002)
  • Als die Tübinger das Bad entdeckten – Geschichte und Geschichten um das Tübinger Badewesen (1997)