Stapel isolierter Fernwärmerohre mit gelben Endkappen auf einer Baustelle in der Altstadt, sommerliches Licht.

Weg frei für die Großwärmepumpe: Meilenstein-Projekt für Fernwärmetransformation nimmt Fahrt auf

Stadtwerke erhalten 23 Millionen Fördergelder vom Bund | Die Stadtwerke Tübingen (swt) haben für eines der größten Projekte bei der Fernwärmetransformation eine wichtige Förderung erhalten: Mit 23 Millionen Euro fördert der Bund über das Förderprogramm effiziente Wärmenetze die geplante Großwärmepumpe am Klärwerk. Damit können die Planungen für das Projekt weiter an Fahrt aufnehmen. Auf dem Weg zur Fernwärmeversorgung der Zukunft in der Universitätsstadt, starten die swt in diesem Jahr aber auch noch weitere Baumaßnahmen, die der Versorgungssicherheit und dem strategischen Netzausbau dienen.

Stapel isolierter Fernwärmerohre mit gelben Endkappen auf einer Baustelle in der Altstadt, sommerliches Licht.

Damit in den nächsten Jahren immer mehr regenerativ erzeugte Wärme im Fernwärmenetz fließen kann, bauen die Stadtwerke Tübingen eine Großwärmepumpe. Für das Projekt haben die swt jetzt eine Förderung vom Bund erhalten. (Symbolfoto: swt/Jaeger)

Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz" sowie "aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages".

Für das Projekt liegt den Stadtwerken Tübingen ein Zuwendungsbescheid für Fördermittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) über 23 Millionen Euro vor.

Die Fernwärmetransformation ist komplex und erfordert erhebliche Investitionen in den nächsten Jahren. Ziel der swt ist es, den Bau neuer und auf regenerativen Energien basierenden Wärmeerzeugungsanlagen im Einklang mit einem strategisch geplanten und passgenauen Netzausbau voranzutreiben. Denn größere perspektivisch immer mehr regenerativ erzeugte Wärmemengen müssen in einem dafür konsequent ausgebauten Leitungsnetz verteilt und zu den Abnehmern transportiert werden.  

Mit der Großwärmepumpe wollen die swt den nächsten größeren Schritt hin zur Dekarbonisierung in der Fernwärme machen. Rückenwind gibt nun die Förderung. Noch dieses Jahr sollen Ausschreibungen und weitere Detailplanungen folgen. Spatenstich könnte 2028 sein. Die Inbetriebnahme der ersten von zwei Ausbaustufen ist für 2030 geplant.

Ortwin Wiebecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen, sagt: „Über die Förderung in dieser Höhe freuen wir uns sehr, weil sie einen ganz wichtigen Beitrag dazu leistet, dass wir die erheblichen Investitionen für die Fernwärmetransformation, die im dreistelligen Millionenbereich liegen werden, besser stemmen können. Jetzt können wir die Großwärmepumpe am Tübinger Klärwerk als eines der großen Meilenstein-Projekte mit vollem Tempo weiter voranbringen.“

Spitzenlast-Heizwerk bietet Versorgungssicherheit und Handlungsoptionen

Im Gebiet Mühlbachäcker, gegenüber des Sparkassen Carrés, haben die swt bereits mit den Vorbereitungen für ein weiteres ergänzendes Element der Fernwärmetransformation begonnen. Ein modernes, mit Erdgas betriebenes, Spitzenlast-Heizwerk soll mit seiner Leistung von 20 Megawatt für zunächst eine Übergangsphase mehrere Vorteile bringen. Im ersten Schritt ersetzt das Heizwerk verschiedene sanierungsbedürftige Heizzentralen (unter anderem die Loretto-Heizzentrale oder die Anlage im Kepler-Gymnasium). Das sorgt für Stabilität und Versorgungssicherheit. Die Anlage erhöht darüber hinaus die Handlungsfähigkeit der swt beim Fernwärmeausbau und beim Anschluss neuer Kunden. Denn bis die Großwärmepumpe in einigen Jahren in Betrieb geht und größere Mengen regenerativ erzeugter Wärme einspeisen kann, ergeben sich mit dem Heizwerk Mühlbachäcker schon deutlich früher neue Anschlussmöglichkeiten. Vor allem für Anlieger, Unternehmen, Behörden und Einrichtungen im Gebiet Mühlbachäcker. Ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Großwärmepumpe unterstützt das Heizwerk dauerhaft als Reserveheizwerk die Fernwärmeversorgung in Spitzenlastzeiten – mit entsprechend dann nur noch geringen Betriebszeiten.

Wichtige Meilensteine bei Anlagen und Netzausbau in den letzten zwei Jahren

Der Weg der Fernwärmetransformation ist herausfordernd und langfristig zu denken. Die Stadtwerke Tübingen haben in den vergangenen zwei Jahren erste größere Meilensteine erreicht – sowohl bei den erneuerbaren Wärmeerzeugungsanlagen als auch beim Netzausbau. Im Herbst 2025 ging mit dem Solarthermiepark Au ein wichtiger Baustein im zukünftigen Fernwärmesystem ans Netz. Damit die Fernwärme immer mehr Gebiete in der Universitätsstadt erreicht, haben die swt auch neue Leitungsstrecken gebaut. Dabei liegt der Fokus der swt zunächst auf den sogenannten Hauptentwicklungsachsen: Über groß dimensionierte Fernwärmetrassen soll die Wärme im Stadtgebiet verteilt werden. Abgehend von den Hauptentwicklungsachsen können dann einzelne Gebiete später auch in der Fläche weiter ausgebaut und ans Fernwärmenetz angeschlossen werden. 

[Zur Ausbaustrategie bei der Fernwärme haben die swt bereits eine umfangreiche Pressemitteilung (15.09.2022) veröffentlicht]

Ein spektakuläres wie wichtiges Verbindungsstück zwischen Fernwärme-Teilnetzen wurde im Sommer 2024 mit dem ‚Neckardüker‘ hergestellt. Auf Höhe der Perugia-Brücke verlegten die swt die Fernwärmeleitung unter dem Neckar hindurch. Eine Voraussetzung für den weiteren Ausbau im Gewerbegebiet Unterer Wert und in Richtung Lustnau und Österberg. 

 

Für das Projekt liegt den Stadtwerken Tübingen ein Zuwendungsbescheid für Fördermittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) über 23 Millionen Euro vor.