Ende Oktober 2025 zeigten sich die Rotorblätter der ersten fertigen Anlage über den Baumwipfeln im Waldstück zwischen Sonnenbühl-Undingen und Engstingen. In den darauffolgenden sechs Monaten installierte Projektierer SOWITEC die kompletten fünf Anlagen. Zum Schluss entstand in Trochtelfingen noch ein neues Umspannwerk, welches den produzierten Windstrom aufnimmt und ins Stromnetz leitet. Ab dem Sommer beginnt die Wiederaufforstung und Renaturierung – in Absprache und mit enger Begleitung durch einen beauftragten Ökologen, den Revierförster und die Forstbehörde.
Anlässlich der offiziellen Einweihung hatten die Projektpartner die Bürgerinnen und Bürger aus der Region zum „Tag des offenen Windparks“ eingeladen. Für die mehr als 650 Gäste bot sich die Gelegenheit, den Sockel einer der Windkraftanlagen von innen zu besichtigen. Die Besteigung eines Windrades – baugleicher Typ – bis zur Gondel in 124 Metern Höhe war mit Hilfe einer 3D-Brille möglich.
Zur offiziellen Einweihung waren Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunalpolitik und Verwaltung, Windenergiebranche, Bürger-Energiegenossenschaften und von Partnern der Stadtwerke Tübingen gekommen. Nach der Begrüßung durch den Sonnenbühler Bürgermeister Michael Schmidt und seinen Vorgänger im Amt, Uwe Morgenstern, würdigten die Gäste in ihren Grußworten den Windpark als wichtiges Signal und weiteren Meilenstein für den Ausbau der erneuerbaren Energien in der Region.
Michael Schmidt, Bürgermeister der Gemeinde Sonnenbühl, sagt: „In Sonnenbühl wird nicht viel Wind gemacht, aber der Wind aus der Region wird hier nun effektiv genutzt. Mit fünf Windkraftanlagen, die in der Lage sind, eine Gemeinde in der beinahe dreifachen Größe Sonnenbühls mit nachhaltiger Energie zu versorgen. Und für die Bürgerinnen und Bürger bieten die Anlagen über eine Beteiligung auch die Möglichkeit, von der Energieerzeugung vor Ort zu profitieren. Das ist ein Win-win für Mensch und Klima, aber auch für die Gemeinde und unsere Wirtschaft. Als Bürgermeister bin ich stolz darauf, dass die fünf Anlagen von einem Sonnenbühler Unternehmen projektiert und die Gemeinde auf dem Weg zu diesem Windpark professionell begleitet wurde. Ich bin sicher, dass der Windpark am Hohfleck für viele andere Gemeinden in der Region ein Vorbild sein wird.“
Andrea Bär, Abteilungspräsidentin und Abteilungsleiterin Umwelt beim Regierungspräsidium Tübingen, sagt: „In Zeiten von Energie-Krisen und Abhängigkeiten von internationalen Energie-Exportländern gewinnt die regionale Erzeugung von Grünstrom weiter an Bedeutung.
Der Windpark Sonnenbühl-Hohfleck trägt mit seinen fünf Windenergieanlagen nicht nur zur energetischen Unabhängigkeit Deutschlands bei, sondern sichert auch die lokale Wertschöpfung durch eine Bürgerenergiegenossenschaft vor Ort in Sonnenbühl. Auch Pacht-Entgelte und Gewerbesteuereinnahmen bleiben hier „auf der Alb“.“
Philipp Hirrle, Leiter des Ordnungsdezernats im Landratsamt Reutlingen, sagt: „Der Weg zur Errichtung des Windparks Hohfleck war ein steiniger und ein langer. Dabei verlangt nicht nur der Klimaschutz eine zügige Energiewende. Der Krieg in der Ukraine und die Sperrung der Straße von Hormus machen klar: Wir müssen in Energiefragen schnellstmöglich unabhängig vom Ausland werden. Dem Ausbau der sogenannten erneuerbaren Energien kommt dabei eine entscheidende Bedeutung zu. Die Anlagen auf dem Hohfleck leisten hierzu einen wichtigen Beitrag für die Region.“
„Mit dem Windpark Hohfleck zeigen die Stadtwerke Tübingen, dass die Energiewende vor Ort konkret wird. Klimaschutz, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stärke sind kein Widerspruch – wenn man entschlossen handelt. Projekte wie dieses sind ein klares Signal über Tübingen hinaus: Die Zukunft unserer Energieversorgung entsteht hier und jetzt“, sagt der Tübinger Oberbürgermeister und swt-Aufsichtsratsvorsitzender Boris Palmer.
ForstBW-Vorstand Felix Reining zeigt sich erfreut, dass die Projektpartner den Windpark Hohfleck nach einem langwierigen Verfahren nun zu einem erfolgreichen Abschluss geführt haben: „ForstBW wird als Unterstützer der Energiewende auch in den kommenden Jahren an der Bereitstellung von Staatswaldfläche für erneuerbare Energien festhalten.“
„Fünf Windräder, die sich im Wind der Schwäbischen Alb drehen, sind ein ermutigendes Zeichen, dass die Energiewende angepackt wird und auch in unserer Region möglich ist“, sagt Ortwin Wiebecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen. „Besonders freut mich, dass man auf allen fünf Anlagen das swt-Logo sieht – ein klar sichtbares Zeichen, dass die Stadtwerke Tübingen jetzt auch in der Region Neckar-Alb mit einem eigenen Windpark angekommen sind und diesen Weg auch fortsetzen wollen.“
Frank Hummel, CEO von SOWITEC, sagt: „Nach Jahren intensiver Arbeit ist es endlich so weit: Der Windpark nimmt seinen Betrieb auf und steht für unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Energieversorgung in unserer Region, dort wo sie gebraucht wird.“
Mehr Ökostromerzeugung als die umliegenden Gemeinden verbrauchen
Die fünf Anlagen des Herstellers Vestas (Modell V150) leisten je 4,2 Megawatt. Damit produziert der Windpark Hohfleck 41 Millionen Kilowattstunden Ökostrom pro Jahr – genug, um den Bedarf von Sonnenbühl zu decken und darüber hinaus auch die Nachbargemeinde Engstingen mit klimafreundlichem Ökostrom zu versorgen. Der Windpark ist einer der ersten, die 2026 fertiggestellt und ans Netz gegangen sind. In unmittelbarer Nachbarschaft entsteht ein weiterer Windpark in Gomadingen, ebenfalls mit fünf Anlagen.
Wichtiger Schritt für die Stadtwerke Tübingen auf ihrem Erneuerbaren-Ausbaupfad
Für die Stadtwerke Tübingen ist ihr jüngster Windpark – der erste in der Nähe des eigenen Konzernstandortes – ein wichtiger Meilenstein auf ihrem Erneuerbaren-Ausbaupfad. Mit den Erzeugungsmengen aus dem Windpark Hohfleck steigern die swt den Anteil des in eigenen Erneuerbaren-Anlagen regenerativ erzeugten Ökostroms auf 87 Prozent des gesamten Tübinger Strombedarfs. Bis 2028 wollen die swt den kompletten Tübinger Strombedarf aus eigenen Wind-, Solar- und Wasserkraftanlagen decken.
Alle Erneuerbaren-Anlagen der Stadtwerke Tübingen bietet die Übersichtsseite https://www.swtue.de/energie/erneuerbare-energien.html






