Sinnvoll und lukrativ: Stadtwerke Tübingen integrieren Batterie-Energie-Speicher-System in ihren größten Solarpark

Baubeginn August, Inbetriebnahme im Herbst | Den einen Kilometer langen Solarpark Traufwiesen im Rücken, gegenüber das PV-bedeckte Ohr des Solarparks Lustnauer Ohren, den E-Auto Schnellladepark am Café Lieb und das Umspannwerk Großholz nur einen Steinwurf entfernt: Der geplante Batteriespeicher-Park Großholz der Stadtwerke Tübingen (swt) könnte strategisch kaum besser platziert sein. Im August beginnen nun die Bauarbeiten. Die Inbetriebnahme soll bereits im Herbst erfolgen.

Batteriespeicher in der Größe eines Schiffscontainers werden ab August in einem Teil des Solarparks Traufwiesen zum Batteriespeicherpark Großholz aufgebaut. (Symbolfoto: swt/Maisch)

An der Nordspitze ihres bislang in der Region größten Freiflächen-Solarparks Traufwiesen integrieren die swt das erste selbst entwickelte Batterie-Energie-Speicher-System (BESS). Auf der freigemachten Fläche nutzen die swt die strategisch optimale Lage, um mit dem BESS erste Erfahrungen im Segment der Batterie-Energie-Speicher-Systeme zu sammeln. Die swt tun dies nicht ohne Grund: Immer häufiger gibt es in Deutschland Zeiten, in denen es einen Überschuss an Erneuerbaren Energien gibt. Dazu trägt vor allem die Stromproduktion aus Solaranlagen bei. Die überschüssige Energie in Batterien zu speichern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder ins Netz abzugeben, liegt deshalb nahe und ergibt Sinn. Batteriespeicher bilden dadurch einen weiteren, innovativen und wichtigen Baustein der Energiewende. Für die Fläche des Batteriespeicher-Parks wird ein kleiner Teil des Solarparks Traufwiesen am nördlichen Ende zurückgebaut. Der Rückbau wird jedoch nur ca. 0,2 Megawatt Peak an Leistung kosten (ca. 2 % der Gesamtleistung).  

Immer mehr große Batteriespeicher werden derzeit in Deutschland geplant und errichtet. Nun auch in Tübingen. Der Solarpark Traufwiesen bekommt mit dem Batteriespeicher-Park Großholz (Leistung 13,8 MW (Be- und Entladung), Speicherkapazität 30,1 MWh) eine auch wirtschaftlich lukrative Erweiterung. Bei mittlerweile 13 eigenen Wind- und 25 Freiflächen-Solarparks sind BESS für die swt ein perspektivisch wichtiges Thema, das im Bereich der erneuerbaren Energien bei immer mehr Anlagen mitgedacht und umgesetzt wird. Der Solarpark Traufwiesen wird damit der dritte Solarpark mit Batteriespeicher im Stadtwerke-Portfolio. Für das Projekt investieren die swt einen hohen einstelligen Millionenbetrag.

Batteriespeicher nimmt überschüssigen Solarstrom ab und ist wirtschaftlich attraktiv

Der Batteriespeicher kann als sogenannter ‚Graustromspeicher‘ sowohl aus dem Solarpark als auch aus dem Stromnetz beladen werden. Die Ausspeisung erfolgt ebenfalls direkt ins Netz. Der Batteriespeicher-Park Großholz ermöglicht Vermarktungsmöglichkeiten, in erster Linie aus dem Verkauf des gespeicherten Stroms. So können die swt Strom, der im Solarpark Traufwiesen überschüssig produziert und im Batteriespeicher-Park zwischengespeichert wurde, genau dann ins Netz abgeben und verkaufen, wenn keine Sonne scheint und kein Wind weht.

Immer häufiger passiert es, dass große Freiflächen-PV-Anlagen tagsüber bei strahlendem Sonnenschein abgeschaltet werden müssen – weil zu viel Erneuerbaren-Strom ins Netz fließt und das Netz durch Abschaltungen stabilisiert werden muss. Das ist nicht nur unwirtschaftlich, sondern bremst auch die Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien unnötig aus. Ein Batteriespeicher-Park trägt dazu bei diese Lücke zu schließen und in solchen Szenarien Sonnenstrom auf einfache und sinnvolle Weise abzunehmen. Immer häufiger werden deshalb Großbatteriespeichersysteme direkt bei PV-Freiflächen- oder Windkraftanlagen gebaut.