Moderne Wärme für innovativen Lernort: Neue Pellet-Heizzentrale der Stadtwerke versorgt Schulzentrum Derendingen

Anlage löst fossile Wärmeversorgung ab und öffnet Perspektiven | Es ist ein wichtiger Schritt für die Wärmeversorgung des Schul- und Bildungszentrums in Tübingen-Derendingen: Im Feuerhägle haben die Stadtwerke Tübingen (swt) ihre neue Pellet-Heizzentrale in Betrieb genommen. Zukünftig kommt die Wärme für zahlreiche Gebäude von Landkreis, Universitätsstadt und Handwerkskammer aus Holzpellets. Regenerative Wärme für das Schul- und Bildungszentrum – gleichzeitig ein weiterer Baustein auf dem Weg der Fernwärmetransformation für die Stadtwerke.

Symbolische Inbetriebnahme der Pellet-Heizzentrale Derendingen mit (v.l.n.r.) Hanno Brühl (Prokurist Stadtwerke Tübingen), Landrat Dr. Hendrik Bednarz und Bürgermeisterin Dr. Gundula Schäfer-Vogel. (Foto: swt/Schermaul)

Im "Feuerhägle" versorgt die neue Pellet-Heizzentrale das Schulzentrum sowie das neue Campusgebäude Beruflicher Schulen (CBS). (Foto: swt/Schermaul)

Moderne Wärmetechnik, verbaut in acht miteinander verbundenen Containern. (Foto: swt/Schermaul)

Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz" sowie "aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages".

Für das Projekt liegt den Stadtwerken Tübingen ein Zuwendungsbescheid für Fördermittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) über 380.000 Euro vor.

Die moderne Wärmeinsel kam schneller als geplant. Ursprünglich sollten die Stadtwerke die Wärmeversorgung der Liegenschaften von Landkreis und Handwerkskammer erst ab 2030 übernehmen. Das neue Campusgebäude der Beruflichen Schulen (CBS) sollte schon früher angeschlossen werden, um weitere Investitionen in die bestehende Wärmeversorgung zu vermeiden. Im April 2025 hatte dann der Landkreis die vorzeitige Übernahme der bestehen-den Wärmeinfrastruktur angefordert. In Abstimmung mit den Planern der swt wurde damit der Weg freigemacht für den nötigen Rückbau der alten Holzhackschnitzel-Heizzentrale, um dort die Außenanlagen des CBS fertigstellen zu können.

Alte Wärmeversorgung innerhalb eines Jahres ersetzt

Die swt übernahmen deshalb im Frühsommer 2025 die bestehende Heizzentrale mit Heizkessel, Blockheizkraftwerk und Wärmenetz. Damit sicherten die swt die Wärmeversorgung während der Übergangsphase bis zur Fertigstellung der neuen Pellet-Heizzentrale. Gleichzeitig stand von Beginn an das Ziel, die bisherige Versorgungsinfrastruktur möglichst schnell durch eine moderne und regenerative Heizzentrale zu ersetzen.

Nur rund ein Jahr später (Baugenehmigung war im November 2025 erfolgt) haben die Stadtwerke den Neubau abgeschlossen – und damit die vorübergehende fossile Versorgungsphase schnell wieder beendet. Die neue Pellet-Heizzentrale versorgt eine ganze Reihe von Schulen, Hallen und Wohngebäuden. Für den Landkreis: die Gewerbliche Schulen, Wilhelm-Schickard-Schule, Mathilde-Weber-Schule, Kreissporthalle und das neue Campusgebäude der Beruflichen Schulen. Auch das städtische Gebäude Französische Schule Tal (bereits seit Juni 2025 integriert) ist mit angeschlossen. Und für die Handwerkskammer Reutlingen wird die Bildungsakademie BTZ sowie das Gästehaus/Wohnheim mit Wärme aus der neuen Heizzentrale beheizt.

Landrat Dr. Hendrik Bednarz sagt: „Eine moderne Energieversorgung passt zu unserem zukunftsfähigen Campus in Tübingen-Derendingen. Mit der neuen Pellet-Heizzentrale der Stadtwerke Tübingen sind erhebliche Einsparungen von Energie und CO2-Emissionen möglich. Das ist ein starker Beitrag zum Klimaschutz, in den der Landkreis Tübingen auf der Grundlage des vom Bund zur Verfügung gestellten Sondervermögens in den kommenden Jahren auch weiter investieren wird – unter anderem soll das Dach des Landratsamts eine leistungsstarke Photovoltaikanlage erhalten“

„Die neue Pellet-Heizzentrale ist ein wichtiger Beitrag zu einer verlässlichen und zugleich zukunftsfähigeren Wärmeversorgung für einen der großen Bildungsstandorte in Tübingen“, sagt Bürgermeisterin Dr. Gundula Schäfer-Vogel. „Dort, wo viele junge Menschen lernen und sich auf ihren beruflichen Weg vorbereiten, wird sichtbar, dass Klimaschutz, Bildung und kommunale Verantwortung zusammengehören. Mein Dank gilt den Stadtwerken Tübingen, dem Landkreis und der Handwerkskammer für die gute Zusammenarbeit bei diesem wichtigen Projekt.“

Hanno Brühl, Prokurist und Bereichsleiter Energie und Innovation bei den Stadtwerken, sagt: „Mit der Pellet-Heizzentrale können wir schon jetzt wichtige Einrichtungen und Kunden in Derendingen mit nachhaltiger Wärme versorgen. Noch bevor unsere geplante Abwasser-Wärmepumpe erneuerbare Wärme fürs Netz liefert. Das freut mich sehr.“

Wärmeinsel auf regenerativer Basis

Die neue Heizzentrale der Wärmeinsel besteht aus acht Containern. In ihren drei Heizkesseln verarbeitet die Anlage rund 800 Tonnen Holzpellets pro Jahr. Die thermische Leistung beträgt 900 Kilowatt, die jährliche Wärmeerzeugung liegt bei rund 3.600 Megawattstunden. Die eingesetzten Pellets bestehen aus Holzabfällen und Holzresten. Errichtet wurde die Anlage von der Gühring Energie GmbH aus Rottenburg auf einer von der Universitätsstadt Tübingen gepachteten Fläche. Die Investitionssumme beträgt 950.000 Euro. Die Pellet-Heizzentrale wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle im Rahmen des Förderprogramms Bundesförderung effiziente Wärmenetze zu 40 Prozent gefördert.

Säulen der Tübinger Wärmetransformation: Netzausbau und neue Anlagen mit Erneuerbaren Energien

100 Meter Wärmeleitung hatten die Stadtwerke in Derendingen vom Landkreis übernommen. 2024 und 2025 haben die swt weitere 800 Trassenmeter gebaut und 17 neue Hausanschlüsse hergestellt. Schwerpunkte lagen in der Primus-Truber-Straße und im Feuerhägle. Gleichzeitig entsteht die Infrastruktur, um nach dem Netzausbau auch zusätzliche Gebäude und Kunden in den angrenzenden Querstraßen an das Fernwärmenetz anschließen zu können. 2027 soll die Wärmeinsel über die Julius-Wurster-Straße, Im Alten Rauns und die Breuningstraße an das Fernwärmebestandsnetz der Südstadt angeschlossen werden. Die Verbindung erfolgt über die neue Leitungsachse in der Eugenstraße und Schellingstraße.

Dieser Netzausbau schafft die Voraussetzungen dafür, dass künftig deutlich größere Mengen erneuerbarer Fernwärme zu den angeschlossenen Gebäuden transportiert werden können. Allen angeschlossenen Gebäuden steht dadurch künftig auch regenerativ erzeugte Wärme aus dem Solarthermiepark Au zur Verfügung. Perspektivisch soll ab 2030 zudem ein hoher Anteil der Wärme aus der geplanten Abwasser-Wärmepumpe an der Kläranlage kommen. Zudem wird dann der Bereich Mühlbachäcker über die neue Leitungsachse mit Fernwärme erschlossen.

Fördermittel durch Bundesprogramm

Für das Projekt liegt den Stadtwerken Tübingen ein Zuwendungsbescheid für Fördermittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) über 380.000 Euro vor.