Ein junger Mann mit Brille und blauer T-Shirt steht am Rand eines Schwimmbades mit Wasser und Sprungbrett im Hintergrund

Arbeitsplatz Freibad

Paul Krebs ist der neue Betriebsleiter des Tübinger Freibads. Manche Gäste werden ihn kennen, denn gearbeitet hat er hier schon länger. Er erzählt vom Reiz seines Berufes, lässt hinter die Kulissen schauen und verrät seine Lieblingsmomente.

Paul, wie kommt man auf die Idee, Freibad-Chef zu werden?

Tatsächlich war das schon früh ein Traum von mir. Als Jugendlicher war ich bei der DLRG in Haigerloch aktiv, daher hatte ich ganz gute Vorstellungen vom Beruf des „Fachangestellten für Bäderbetriebe“, wie es offiziell heißt. Für die Ausbildung bin ich zu den Stadtwerken Tübingen gekommen. Danach habe ich erst mal im Technischen Service gearbeitet, in dem Team, das die Wasserversorgung und die Bädertechnik betreut. 2025 bin ich als stellvertretender Betriebsleiter ins Freibad zurückgekehrt. Ich hatte Lust auf mehr Verantwortung und kannte unser super Team ja bereits. Da kam auch viel Zuspruch. Nach der Saison geht‘s dann auf die Meisterschule.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag im Freibad aus?

Morgens um 5 Uhr beginnt die Frühschicht mit einem Gang in die Technik, Wasserwerte checken. In den Becken laufen über Nacht die Bodensauger, die Ecken müssen wir noch manuell abfahren. Dann läuft man übers gesamte Gelände und schaut nach dem Rechten, vor allem an Spielgeräten und Rutschen. Um 6 Uhr geht’s los, die Frühschwimmer kommen. Tagsüber bin ich im Hintergrund aktiv und nur selten am Beckenrand zu finden – hin und wieder springe ich auch zur Beckenaufsicht ein. Auch abends sind wir eine Stunde länger da als die Gäste. Wir überprüfen Sportplätze und Wiesen, sammeln Fundsachen ein. Man hilft noch bei Reinigungsarbeiten, macht den letzten Kontrollgang, schließt ab. Natürlich bin ich nicht die gesamte Zeit vor Ort, sondern meist zwischen 6 und 16 Uhr. In der Urlaubszeit übernehme ich auch feste Schichten.

Was gehört alles zu deinen Aufgaben?

Die sind sehr vielfältig: die Technik und die Anlagen im Blick haben, freundlicher Ansprechpartner für die Gäste sein, viel kommunizieren und Erste Hilfe leisten. Dazu kommen Personalführung und Dienstpläne, sich mit Vereinen abstimmen – und 2026 außerdem Jubiläums-Aktionen planen. Ich arbeite tatsächlich das ganze Jahr über im Freibad, denn es gibt immer was zu tun, von der frühzeitigen Vorbereitung bis zum Einwintern nach Saisonende.

Was war zur Saisonvorbereitung alles zu tun?

Seit Anfang März waren wir dran. Wir haben in den Becken alle Frischwasserleitungen ausgebaut und die Dichtungen getauscht – 1,5 Kilometer insgesamt. Neue Leinen gespannt, am Beachvolleyballfeld 150 Tonnen Sand nachgefüllt, alle Steinflächen mit Hochdruckreiniger bearbeitet, die Treppen der Rutschen neu beschichtet, etliche Schilder erneuert und einen neuen Kinderspielturm aufgebaut.

Was zeichnet das Freibad aus?

Die weitläufige, wunderschöne Anlage. Die Arbeit im Freibad bringt frische Luft und viel Bewegung mit sich. Und mehr Handwerkliches als in unseren Hallenbädern. Das gefällt mir sehr. Besonders ist auch, dass so viele Leute kommen: 8.000 bis 10.000 an heißen Tagen! Selbst am ersten Wochenende waren es schon 3.000. Ich habe mich gewundert, dass ganze Familien frühmorgens vor dem Rolltor standen, die Kinder schon in Badehose. Alle haben sich gefreut. Es ist richtig schön, an einem Ort zu arbeiten, der so vielen Menschen etwas bedeutet.

Was ist ein gelungener Tag für dich?

Wenn ein stressiger Hochsommertag gut und unfallfrei verlaufen ist. Und dann bei der Abendrunde die Ruhe genießen, vielleicht selbst noch mal ins Wasser springen. Nach einer Woche Halligalli bei 30 Grad tut auch ein Schlechtwettertag mal gut. Zu viele sollten es aber nicht werden.

Was wünscht du dir für die Saison?

Dass es ruhig bleibt, keine Unfälle passieren und wir viele Gäste glücklich machen können.