Stein um Stein: Ab April ersetzen die Stadtwerke den alten Schornstein am Heizkraftwerk Brunnenstraße

Interimsschornstein geht nach Ostern in Betrieb | Ab Ostern beginnen die Stadtwerke Tübingen (swt) damit, den alten Schornstein ihres Heizkraftwerks in der Brunnenstraße zu ersetzen. Das 100 Jahre alte Bauwerk aus Backsteinen wird vollständig abgetragen und durch einen neuen modernen Kamin ersetzt. Bereits eine Woche zuvor installieren die swt einen Interimsschornstein, der nach Ostern in Betrieb geht.

Der alte Schornstein am Heizkraftwerk Brunnenstraße wird durch einen modernen Kamin ersetzt. (Foto: swt/Schermaul)

Der Interimsschornstein stellt den Weiterbetreib der Wärmeerzeugungsanlagen im Kraftwerk sicher. Dieser Aufbau hatte sich bereits 2024 bewährt, als die swt aufgrund der durch Gutachter festgestellten maroden Bausubstanz den 75 Meter hohen historischen Schornstein um 25 Meter kürzen mussten. Durch diesen Schritt verlängerte sich die Betriebserlaubnis um maximal drei weitere Jahre. Im Sommer 2025 hatte der Aufsichtsrat die komplette Ersetzung des Schornsteins durch einen Neubau beschlossen, nachdem ein weiteres Gutachten diesen Schritt nahegelegt hatte.

Anfang April stellen die swt den Interimsschornstein auf. Denn ab dem Zeitpunkt der anschließenden Vorbereitungen zum Abtragen der Backsteine, kann der alte Schornstein nicht mehr genutzt werden. Und auch wenn jetzt die warmen Jahreszeiten anstehen, müssen ausreichend Kapazitäten für die Wärmeversorgung bereitgehalten werden. Dies wird zusätzlich über das Stellen einer Notheizzentrale sichergestellt, die für unvorhergesehene kalte Temperaturen zusätzlich zu den Anlagen im Kraftwerk Wärme für die Innenstadt liefern kann. Bis zum Juli soll der alte Schornstein abgetragen sein. Zum Start der Heizperiode im Herbst soll das Heizkraftwerk mit seinem neuen Schornstein wieder regulär in Betrieb sein.  

Neuer Schornstein zeitgemäß, funktional und modern

Beim neuen Schornstein handelt es sich um zwei Röhren: ein einzügiger Schornstein für die beiden Gasturbinen sowie ein zweizügiger Schornstein – gehalten in einem Rohr – für die beiden Kessel. Die Höhe der neuen Schornsteinanlage beträgt 38 Meter. Der Neubau mit Stahltragrohr bietet eine langlebige, wartungsarme und flexibel nutzbare Lösung für den weiteren Kraftwerksbetrieb. Die Gesamtkosten belaufen sich auf circa zwei Millionen Euro, einschließlich Abriss und Entsorgungskosten.