Meilenstein für Tübingens Trinkwasserversorgung: Bau des Wasser-Hochbehälters „Käppele“ kurz vor dem Abschluss

Inbetriebnahme im Frühjahr 2027 geplant | Ein langanhaltender Hall erfüllt die Kammern des neuen Wasser-Hochbehälters „Käppele“ – noch sind sie leer, doch ihr enormes Volumen beeindruckt schon jetzt. Anfang nächsten Jahres, sobald der Neubau mit der Transportwasserleitung Richtung Derendingen verbunden ist, fließen rund zwei Millionen Liter Trinkwasser in den neuen Behälter. Auf der Anhöhe zwischen Derendingen und Weilheim gehen die Arbeiten in die letzte Phase. Über den hohen Stellenwert des „Käppele“ und den aktuellen Stand informierten die Stadtwerke Tübingen (swt) gemeinsam mit Oberbürgermeister Boris Palmer bei einem Presserundgang.

Unter ihren Füßen lagern später einmal 2 Millionen Liter Trinkwasser: (v.l.n.r.) Ortwin Wiebecke (Geschäftsführer swt), Oberbürgermeister Boris Palmer, Romy Schimpf (Projektleiterin swt), Madita Kling (Projektleiterin swt), Matthias Jeckel (eh. Bereitsleiter Netze swt). (Bild: swt/Schermaul)

„Der neue Hochbehälter am Käppele mit einem Speichervolumen von zwei Millionen Litern stärkt unser Trinkwassernetz an einer entscheidenden Stelle. Das ist kein Luxus, sondern eine Versicherung für Tübingen, damit Derendingen, Weilheim und die ganze Stadt auch in Zukunft zuverlässig versorgt werden“, sagt Boris Palmer, Oberbürgermeister der Universitätsstadt Tübingen.

„Sauberes Trinkwasser – jederzeit und in ausreichender Menge – ist ein unschätzbares Gut“, sagt swt-Geschäftsführer Ortwin Wiebecke. „Mit dem neuen Wasser-Hochbehälter auf dem Käppele und dem Ausbau unseres Trinkwassernetzes schaffen wir die Grundlage für eine moderne, leistungsfähige und zukunftssichere Wasserversorgung in Tübingen. So sind die Stadtwerke gut gerüstet, um den Bedarf einer dynamischen Universitätsstadt auch in den kommenden Jahrzehnten zuverlässig zu decken.“

Das Zusammenspiel der Wasserbehälter in Tübingen

Als neuer „Gegenspieler“ zum Wassermischbehälter Sand stärkt der Wasser-Hochbehälter „Käppele“ zukünftig die Infrastruktur des Wassernetzes – entscheidend war dafür ein Standort auf gleichem Höhenniveau, damit sich die Wasserspiegel ausgleichen und die hydraulischen Anforderungen erfüllt werden. Zudem dient der Hochbehälter als Durchlaufbehälter zur Versorgung der Tübinger Stadtteile Weilheim und Kilchberg. Ergänzt wird die Infrastruktur durch den Wasserbehälter Stauffenberg am Österberg: Er übernimmt eine zentrale Rolle für die Innenstadt und fungiert ebenfalls als Gegenspieler zum Behälter auf dem Sand.

Investition in die Wasserinfrastruktur: Baufortschritt und Netzanbindung

Nach mehrjähriger Planung startete der Bau im Frühjahr 2025. Inzwischen sind die Erd- und Rohbauarbeiten sowie die Dämm- und Abdichtungsarbeiten abgeschlossen. Aktuell werden die Innenwände – inklusive Boden und Decke – der beiden Wasserbehälterkammern beschichtet. Von Juli bis November folgen schrittweise die Ausbaugewerke – darunter Maler-, Estrich- und Fliesenarbeiten, Schlosserarbeiten sowie die hydraulische Installation. Im Außenbereich stehen außerdem die Einzäunung und eine Natursteinvormauerung an. Von August bis Dezember 2026 sind die Tiefbau- und Leitungsverlegearbeiten von der Weinbergstraße hinauf zum Wasserbehälter vorgesehen. Im Frühjahr 2027 soll der „Käppele“ seinen Betrieb aufnehmen.

Damit das Wasser künftig zuverlässig bis in die Haushalte gelangt, haben die swt das Tübinger Trinkwassernetz in den vergangenen zehn Jahren umfassend modernisiert und ausgebaut. Ein zentrales Element ist die neue, größer dimensionierte Transportwasserleitung auf der Hauptachse zwischen dem Wasserbehälter Sand und dem Standort Käppele. In mehreren Bauetappen – von der Wilhelmstraße über den Stadtgraben, die Keltern- und Belthlestraße bis zur Derendinger Straße und schließlich durch die Weinbergstraße – entstand so Schritt für Schritt eine leistungsstärkere Verbindung mit dem Abschluss am neuen Hochbehälter.

Ausgleichsmaßnahmen rund um den Hochbehälter

Die swt planen im Rahmen des Bauprojekts mehrere Ausgleichsmaßnahmen. So werden unter anderem die während der Bauzeit benötigten Zusatzflächen und Randbereiche rund um den Wasserbehälter bestmöglich aufgeforstet und rekultiviert.

In einem Bautagebuch begleiten die swt den Neubau von Beginn an: www.swtue.de/wasser/wasserbehaelter-kaeppele