Nachdem sich die Auswirkungen der Energiekrise im Geschäftsergebnis von 2024 in Form einer „schwarzen Null“ deutlich niedergeschlagen hatten, konnten die swt das Geschäftsergebnis 2025 gegenüber dem Vorjahr wieder leicht steigern (knapp 700.000 Euro gegenüber knapp 100.000 Euro im Vorjahr). Dazu beigetragen haben – neben Sondereffekten – Einsparungen über sämtliche Sparten und Dienstleistungen hinweg. In der Öffentlichkeit waren 2025 die Angebotskürzungen beim TüBus am deutlichsten wahrnehmbar. Aber auch bei den Investitionen, beim Betriebsgeschehen, im Bereich Sponsoring und beim Personal legten die swt 2025 einen bewussten Fokus auf Priorisierung, Effizienzsteigerung und interne Prozessoptimierung.
Bei den Kennzahlen zeigt sich gegenüber dem Vorjahr eine überwiegend positive Entwicklung: Die Bilanzsumme stieg um 2,8 Prozent auf 395,1 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote konnte von 26,6 Prozent auf 27,3 Prozent verbessert werden. Allerdings gingen, bedingt unter anderem durch gesunkene Endverbraucherpreise, die Umsatzerlöse um 4,4 Prozent auf 568,3 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 594,2 Mio. Euro).
„Besonders die Kosten für die Finanzierung des ÖPNV und die Bäder setzen die Ergebnisse der Stadtwerke unter Druck. Daher war es erforderlich, neben vielen anderen Einsparmaßnahmen auch das Angebot des ÖPNV mit Augenmaß anzupassen“, sagt swt-Geschäftsführer Ortwin Wiebecke. „Zukünftig werden höhere Beteiligungen der Stadt nötig sein, um das Niveau bei dem Angebot der Tübinger Bäder und des ÖPNV halten zu können.“
Investitionen in die Energieinfrastruktur ungebrochen
33,7 Millionen Euro an Investitionen tätigten die swt. Die Investitionsschwerpunkte lagen mit allein 22,9 Millionen Euro in den Bereichen Energie und Wasser. Dazu gehörten beispiels-weise die Großprojekte Solarthermiepark Au (Inbetriebnahme September 2025), der Bau des neuen Wasser-Hochbehälters Käppele (Inbetriebnahme geplant Frühjahr 2027) und der Ausbau des Fernwärmenetzes. Beim TüBus erweiterten zwei Elektro-Gelenkbusse und zwei E-Solobusse den Bestand an rein elektrischen Stadtbussen. Im Stromnetz wurde die Leistungsfähigkeit durch die Verlegung neuer Leitungen auf verschiedenen Kabelstrecken im Stadtgebiet erhöht – und damit auch die Versorgungssicherheit gestärkt. Um die Finanzierung der hohen Investitionen zu erleichtern, hat die Universitätsstadt Tübingen zum wiederholten Male einen Betrag von 5 Millionen Euro in das Kapital der swt eingelegt.
Gegenüber 2024 lieferten die swt in allen Energiesparten größere Mengen: Strom: 1.976 Millionen Kilowattstunden (kWh) (Vorjahr: 1.819 kWh), Erdgas: 931 Millionen kWh (Vorjahr: 862,8 kWh), Wärme: 175 Millionen kWh (Vorjahr: 159 Mio. kWh). Besonders stark fiel der Anstieg im Bahnstromsegment aus: 1.412 Millionen Kilowattstunden (Vorjahr: 1.300 Mio. kWh) – das sind knapp neun Prozent mehr als im Vorjahr. Damit untermauerten die swt ihre Position als einer der Marktführer beim Bahnstrom für private Bahnunternehmen. Auch der Trinkwasserabsatz erhöhte sich leicht um 3,4 Prozent auf 4,7 Millionen Kubikmeter.
16 Millionen Euro Gesamtbeitrag zum städtischen Haushalt
Die Stadtwerke übernehmen den größten Teil der Verluste des ÖPNV in Tübingen und die Defizite der Bädersparte. Zusammen mit den Konzessionsabgaben, die von den swt an die Universitätsstadt gezahlt werden, tragen die swt insgesamt etwa 16 Millionen Euro zum städtischen Haushalt bei.

