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Hirschau bald intelligent erleuchtet: Stadtwerke starten Umsetzung von „Licht nach Bedarf“

Moderne LED-Technik und Vernetzung per Funk: Das sind die Grundvoraussetzungen für eine energiesparendes und intelligentes "Licht nach Bedarf". (Foto: swt/Schermaul)
Straßenlampen wie in der Sägemühlestraße/Ecke Rundholzweg installieren die Stadtwerke Tübingen auch im Ortsteil Hirschau. (Foto: swt/Schermaul)

In Hirschau setzen die swt das bislang umfangreichste Projekt für „Licht nach Bedarf“ um, nachdem sie in den vergangenen Jahren bereits an verschiedenen Stellen im Tübinger Stadtgebiet die neue Technik installiert hatten – unter anderem im Alten Botanischen Garten. Das Grundprinzip: Die Straßenlampen sind zunächst auf einem niedrigen Energielevel von circa zehn Prozent der maximalen Leuchtkraft eingeschaltet. Erkennt der in der Lampe verbaute Sensor Bewegungen in einer Entfernung von 5-10 Metern, erhöhen die Lampe und die mit ihr vernetzten Nachbarlampen ihre Leuchtkraft sukzessive auf rund 30 Prozent. Es entsteht ein die Bewegung begleitender Lichtteppich. Nach einigen Sekunden kehren die Lampen wieder auf ihr Ausgangslevel zurück. Beleuchtungsstärke, Intervalle und Vernetzung sind individuell entsprechend der Anforderungen der Umgebung und der gegebenen Bedürfnisse anpassbar – Licht nach Bedarf.  

Ab Montag rüsten die swt-Techniker in einem ersten Arbeitsschritt innerhalb von rund zwei Wochen 120 Lampen um und statten sie mit LED-Leuchtmitteln aus. Zunächst ist die in Fahrtrichtung Rottenburg rechtsseitig gelegene Ortshälfte vorgesehen. In einem zweiten Schritt folgen zu einem späteren Zeitpunkt weitere Ortschaftsbereiche. Beeinträchtigungen für die Anwohner sollen auf ein Minimum reduziert werden. Die Arbeiten laufen von Montag bis Freitag in der Zeit zwischen 8:00 und 16:00 Uhr.

„Licht nach Bedarf“: ein umfangreiches Langzeitprojekt

Über 10.000 Leuchtpunkte gibt es im Stadtgebiet der Universitätsstadt Tübingen. Die Beleuchtung gehört der Stadtverwaltung, während die Betriebsführung bei den swt liegt. Damit sind sie verantwortlich für die Instandhaltung, Wartung und Reparatur der gesamten städtischen Straßenbeleuchtung.

In den Zuständigkeitsbereich der swt fällt aber auch die Weiterentwicklung und Modernisierung des Straßenbeleuchtungssystems. Die Umstellung auf moderne LED-Leuchtmittel läuft bereits seit etlichen Jahren und ist dabei nur der Anfang. Vor vier Jahren begannen die Stadtwerke, sich gemeinsam mit der Stadtverwaltung dem Themenfeld „Licht nach Bedarf“ zu nähern. Die Herausforderung dabei ist das Umfeld selbst. Tübingen hat besondere Anforderungen an die Straßenbeleuchtung: die Lichtpunkte sind in eher niedriger Höhe positioniert. Neue Quartiere, ältere Wohnviertel, Parks, zentrale Fußgängerwege, das weitverzweigte Radwegenetz und nicht zuletzt das Straßennetz selbst bedingen unterschiedliche Ansprüche. Gleichzeitig hat sich Tübingen ehrgeizige Klimaziele gesetzt und will bis zum Jahr 2030 klimaneutral werden. Die Einsparungspotentiale intelligenter Straßenbeleuchtung, vernetzt und auf LED-Basis, tragen dazu bei, den städtischen Gesamtstromverbrauch abzusenken: Bis zu 90 Prozent Ersparnis sind im Vergleich zu Standard-Quecksilberdampflampen möglich.

Technische Anpassungen bringen optimierte Funktionsweise

In den eigenen Werkstätten, auf und neben dem Betriebsgelände starteten die swt 2017 mit ersten Tests und Prototypen. Die Auswahl an Herstellern intelligenter Beleuchtungstechnik war zunächst überschaubar. Deshalb veränderten die Stadtwerke-Techniker die Lampen auch baulich, um sie technisch auf das Niveau zu bringen, das den Ansprüchen ganz unterschiedlicher Einsatzorte genügt. Nach Einzeltest-Lampen folgten im Auftrag der Stadtverwaltung erste kleinere Straßenzüge in Tübingen als Testumgebung – unter anderem in der Schaffhausen-, der Eisenbahnstraße und im Derendinger Ölmühle-Viertel. Kressbach wurde bereits vollständig umgerüstet. In einer der Teststraßen kam 2019 erstmals auch ein Sensor mit Gateway-Anbindung zum Einsatz. Im selben Jahr testeten die swt in einem Wohngebiet Straßenlampen mit eingebautem Radarsensor, was weitere Möglichkeiten – beispielsweise die Verkehrszählung – eröffnet.

Die swt-eigene Entwicklungsarbeit und das stufenweise Herantasten an eine baulich optimierte Lampe brachten, als großen Vorteil, maximale Flexibilität. So wurde eine Passungsfähigkeit bei Masten und Leuchten entwickelt, die kurzfristige, situationsbedingte Umstellungen bei der öffentlichen Beleuchtung ermöglichen. Weiterer Vorteil: die swt sind bei Lampen, Leuchtmitteln und Sensoren nicht auf einen Hersteller begrenzt. Flexibilität heißt konkret auch, dass die swt in einer Straßenlampe zwischen einem und vier Sensoren unterbringen können – je nachdem, welche Anforderungen am Einsatzort vorgesehen sind.

Parkbeleuchtung: Moderne Technik in klassischem Gehäuse

Ein neues Beleuchtungsambiente erstellten die swt 2020 für den Alten Botanischen Garten. 56 Leuchten entlang der Fußwege in und um den Park herum wurden mit LED-Leuchtmitteln und Sensorik ausgestattet. Die swt-Techniker bauten die moderne Technik in klassische Altstadtleuchten-Gehäuse ein und kombinierten moderne Beleuchtungstechnik mit einem ästhetisch klassischen Lampengehäuse. Die Leuchten verbinden sich untereinander über ein 2,4 Gigahertz-Funknetz zu einem sogenannten Meshnetzwerk. Informationen werden von Lampe zu Lampe weitergegeben. Ein Gateway sendet die Informationen an einen Server. Über eine angebundene Webplattform lassen sich Energieverbräuche, Bewegungsmengen und viele weitere Parameter ablesen und visualisieren. Auch die Steuerung der Leuchten aus der Ferne ist dadurch möglich. Störungen sendet das Meshnetzwerk automatisiert per E-Mail an den Technischen Service der Stadtwerke.

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