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So sieht Leidenschaft aus

Mehr als 20 Millionen Menschen nutzen pro Jahr den TüBus. Doch die wenigsten wissen, wer dafür verantwortlich ist, dass alles gut läuft im ÖPNV. Hans Zeutschel, Leiter für den Öffentlichen Personennahverkehr und Geschäftsführer der swt-Tochter TüBus, erzählt von aktuellen Herausforderungen und von der frühen Faszination für große Fahrzeuge.

Herr Zeutschel, welche Aufgaben haben Sie bei den swt?

Ich leite den Bereich ÖPNV der Stadtwerke. Dazu gehört die Organisation des TüBus-Verkehrs mit vielen rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Aufgaben: Konzeption von  Tarifen, Verkehrstechnik, Fahrplan, Vertrieb, die Arbeit im naldo-Verbund. Zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehören zum TüBus-Team. Dann gibt es den operativen Betrieb rund um die Busse und Fahrleistungen.

Wann begann Ihr Interesse an Bussen und Verkehr?

Sehr früh, schon mit drei Jahren! Als ich dann in der fünften Klasse von Hirschau aus täglich in die Schule nach Tübingen fuhr, begann die Begeisterung für Busse so richtig. Ich
konnte am Motorgeräusch hören, welcher Bus der Firma Groß gerade an unserem Haus vorbeifuhr. Im Kinderzimmer habe ich mir einen Bus gebaut: aus Teilen eines ausrangierten Messestands, mit echtem Fahrscheindrucker und gebraucht gekauftem Geldwechsler. Ich war ein schüchternes Kind, aber habe mich getraut, bei Busunternehmen nach altem Zubehör zu fragen, etwa bei der Firma Kocher, wo ich eine Zielbandanzeige bekam. Als dann der erste Gelenkbus für Tübingen abgeholt wurde,  lud mich Herr Kocher ein mitzufahren. Ich bekam einen Tag schulfrei – eine große Sache!

Hatten Sie als Kind tatsächlich einen eigenen Bus?

Ja, mit 14 besaß ich einen alten Ford-Kleinbus, der im Garten meiner Eltern stand. Ich hatte ihn neu lackiert, einen echten Busfahrersitz besorgt und das Cockpit ausgerüstet. Später kam ein großer Linienbus dazu, den ich für Partys mit Lichtorgel, Heizung und anderen Details ausgestattet hatte – das kam super an!

Lag da Ihre Berufswahl nah?

Sicher. Sobald es ging, habe ich den Busführerschein gemacht, und während meines Studiums der Verkehrsbetriebswirtschaft bin ich jedes Wochenende und in allen Semesterferien in Tübingen Bus gefahren. Das hat großen Spaß gemacht. 1991 trat ich dann eine Stelle bei der Firma Kocher an – mit vielerlei Aufgaben vom Fahrdienst- bis zum Betriebsleiter. 2012 kam der Wechsel zu den Stadtwerken.

Welche großen Projekte beschäftigen Sie derzeit?

Gerade stellen wir die TüBus-Flotte auf ein neues Leitsystem um, mit dem wir die Fahrgäste präziser informieren können – das wird eine große Verbesserung. Eine echte Herausforderung sind die aktuellen Baustellen, nicht nur am Europaplatz. Die bedeuten für uns viel planerischen Aufwand, denn jede Umleitung wirkt sich auf Taktzeiten,
Ampelsteuerung und Dienstpläne aus – wie anstrengend das für unsere Busfahrer ist, weiß ich aus eigener Erfahrung.

Bis 2030 soll Tübingen klimaneutral werden. Wie trägt der TüBus dazu bei?

Unser Ziel ist, dass viele Menschen den TüBus gerne nutzen. Dass die Busse sparsam und ökologisch unterwegs sind. Wir haben eine topmoderne Busflotte: 13 Hybridbusse, die große Strecken elektrisch fahren, 80 Prozent der Dieselbusse mit Euro-6-Standard. Unser erster E-Bus ist nach einer Einführungsphase nun auch im Linienbetrieb unterwegs. Jetzt schauen wir, wie er sich bewährt. Auch einen Brennstoffzellenbus haben wir schon getestet und führen eine Machbarkeitsstudie zu E-Bussen mit partiellen Oberleitungen durch. Wir prüfen genau: Was passt zu Tübingen? Wie finanzieren wir das? Vorrangig ist immer die Aufgabe, die Menschen tatsächlich zu befördern.

Worauf sind Sie stolz?

Auf mein engagiertes Team! Unser Job ist sehr öffentlichkeitswirksam: Zehntausende nehmen täglich unsere Arbeit wahr. Da sind die durchschnittlich zwei Beschwerden, die
pro Tag eingehen, nicht viel.

Fahren Sie ab und zu noch selbst?

Ich übernehme gerne Sonderfahrten, vor allem mit unserem RetroBus aus den 80ern. Mit so einem Modell bin ich früher Linie gefahren – heute hat der ein Oldtimer-Kennzeichen.

Gibt es ein Leben jenseits der Busse?

Das gibt es. Ich bin viel mit Familie und Hund in der Natur unterwegs, mache gerne Langlauf. Und doch stöbere ich dann am Wochenende im Internet nach ehemaligen TüBussen, die jetzt in Russland oder anderswo fahren.