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Der Nachbarsbub: Rainer Ruf berichtet von Elefanten und Soldaten vorm Uhlandbad

Groß geworden ist er in gleich nebenan, der Sohn des Bademeisters war sein Freund. Klar, dass das Uhlandbad in den Kindheitserinnerungen von Rainer Ruf eine wichtige Rolle spielt:  

„Da ich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Uhlandbad aufgewachsen bin, hatte ich seit der Wiedereröffnung nach dem Zweiten Weltkrieg 1948 Verbindung zu diesem Bad. Schwimmen habe ich allerdings nicht dort, sondern am „Insele“ im Neckar gelernt.

Mein ältester Freund war der Sohn des damaligen Badverwalters im Uhlandbad. Die Familie wohnte dort in der Dienstwohnung im Obergeschoss. So blieb es nicht aus, dass die Verbindung durch diese Freundschaft auch im Wasser vertieft wurde. Ich kannte das Bad wie meine Westentasche mit seinen Wannen- und Brausebädern und der Schwimmhalle, die wir wann immer möglich benutzten. Immer wenn wir unbeobachtet waren, sprangen wir von der Galerie ins Becken - das war natürlich offiziell streng verboten.   

Das Bad war damals ja noch nicht ständig für die Tübinger offen, sondern häufig für die Besatzungsmacht reserviert. Ich erinnere mich noch daran, wie sich die französischen Soldaten nach ihrer Schwimmstunde vor dem Uhlandbad in der Karlsstraße aufstellen und strammstehen mussten - eine große Eingangshalle gab es ja noch nicht - und dann mit lautem „un - deux - un - deux“ abmarschierten und an unserem Haus vorbeikamen.

Meine Mutter war Mitglied im Tübinger Schwimmverein und brachte mich ebenfalls zum Schwimmsport. Ich wurde aktives Mitglied in der ersten Kindermannschaft, die ihren ersten Wettkampf beim Kinderschwimmfest in Albstadt-Tailfingen erfolgreich bestritt, wie die strahlenden Gesichter auf dem Bild zeigen.

An die Dreiecksbadehosen damals kann ich mich noch gut erinnern. Sie wurden seitlich geknöpft und hatten vorne drauf das Emblem des Vereins, das wir stolz trugen.

Manchmal kamen übrigens echte Elefanten zum Uhlandbad! Wenn früher ein Zirkus in Tübingen gastierte, wurden die Elefanten am Güterbahnhof ausgeladen und Richtung Festplatz geführt. Am Beginn der Kastanienallee hinter dem Uhlandbad machten sie immer Pause, um dort am Brunnen zu trinken. Das Uhlandbad wurde ja neben der Fernleitung auch von einem Brunnen vor Ort mit Wasser versorgt. Da standen sie dann und tranken den Schwimmern das Wasser weg... Das war für uns Kinder natürlich immer ein Fest!

Seit ich in Rottenburg wohne, komme ich nicht mehr regelmäßig, aber ich finde, das Uhlandbad ist auch heute noch heimelig.“