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Wärme, Strom und viel Effizienz für 5.575 Quadratmeter Wohnfläche

Begutachteten die Solarthermieanlage auf einer der GWG-Wohnanlagen in Tübingen-Hirschau (v.l.n.r.): Uwe Wulfrath (Geschäftsführer GWG Tübingen), Oberbürgermeister Boris Palmer, Dr. Achim Kötzle (Geschäftsführer Stadtwerke Tübingen), Alexander Ebinger (Projektleiter Wärmeabteilung swt). (Foto: swt/Schermaul)
Zwei große Info-Tafeln geben Auskunft über die Eckdaten des großen Sanierungs- und Energieversorgungsprojekt in der Torstraße in Hirschau. Die Tafeln wurden von Uwe Wulfrath, Dr. Achim Kötzle und Oberbürgermeister Boris Palmer beim Pressetermin enthüllt. (Foto: swt/Schermaul)
Die neuen Info-Tafeln am gemeinsamen Projekt von GWG und swt in Tübingen-Hirschau. (Foto: swt/Schermaul)
swt-Projektleiter Alexander Ebinger (zweiter von rechts) erläutert das Strom- und Wärmeversorgungskonzept der Wohnanlagen. (Foto: swt/Schermaul)

Seit April 2017 baut die GWG bereits auf dem Areal. Fünf Jahre sind für das Sanierungsprojekt angesetzt, um die fünf Gebäude der GWG aus den Jahren 1979 und 1980 schrittweise nacheinander so zu modernisieren, dass sie nahezu Neubauten entsprechen – in der Wohnqualität wie auch energetisch. Indem sie ein Gebäudeteil aufgestockt hat, generierte die GWG außerdem eine zusätzliche Wohnung. Zuletzt hatten GWG und Stadtwerke im Jahr 2016 im Hagellocher Weg ein gemeinsames Sanierungs- und Mieterstromprojekt umgesetzt.

„Mit unseren Töchtern swt und GWG setzen wir die erfolgreiche Reihe der Mieterstrom-Modellprojekte fort, die vor zwei Jahren im Hagellocher Weg begann“, freut sich Oberbürgermeister Boris Palmer. „Blockheizkraftwerk, Photovoltaik und optimale energetische Sanierung machen die Häuser in Hirschau fit für die Zukunft – das kommt den Mieterinnen und Mietern genauso zugute wie der Umwelt.“

Die Stadtwerke Tübingen haben auf dem ersten der fünf Wohnblöcke bereits eine Solarthermie-Anlage in Betrieb genommen. Seit 2015 planen die swt unter Beteiligung der ebök Planung und Entwicklung Gesellschaft das Nahwärme-Konzept. Es kombiniert für alle fünf Gebäude ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer Solarthermie-Anlage mit einer Kollektorfläche von 160 Quadratmetern und einem Spitzenlastkessel. Auf den nicht durch die Solarthermie-Anlage belegten Dächern installieren die Stadtwerke Photovoltaikanlagen. Die Bewohner beziehen dadurch mit bis zu 80 Prozent einen Großteil ihres benötigten Stroms direkt aus den Erzeugungsanlagen der Gebäude. Das ist ein Paradebeispiel für intelligente Strom- und Nahwärme-Eigenversorgung. 

Die Gebäude des ersten Bauabschnitts (2017) erreichen so den KfW-Standard 85, die Gebäude der weiteren Bauabschnitte werden im KfW-70-Standard ausgeführt. Fünf alte Ölheizungen haben damit ausgedient: ein wichtiger Schritt in Richtung einer energieeffizienten und ökologischen Wärmeversorgung.

„Alte Ölheizungen durch eine moderne und ökologische Wärmetechnik zu ersetzen ist mehr als nur zeitgemäß – es ist eine Notwendigkeit, wenn man Ernst machen möchte mit der Energiewende im Immobiliensektor“, sagt swt-Geschäftsführer Dr. Achim Kötzle. „Gerade bei größeren Wohnanlagen ist ein integratives Versorgungskonzept für alle Wohnblöcke gemeinsam sinnvoll. Wir freuen uns, dass wir bei verschiedenen Projekten im Rahmen des groß angelegten Sanierungsprogramms der GWG Tübingen mit unseren Energie- und Wärmelösungen zu einem wichtigen Schritt in die Energiezukunft beitragen können. Die gute Partnerschaft zwischen GWG und swt hat sich bewährt.“  

90-Millionen-Euro-Sanierungsprogramm der GWG

Rund acht Millionen Euro Investitionen plant die GWG für die Sanierungen in Hirschau. Damit ist es eines der größeren Projekte im Rahmen eines 90-Millionen-Euro-Sanierungsprogramms, mit dem die GWG seit rund zehn Jahren nach und nach einen Großteil ihrer Immobilien im Stadtgebiet modernisiert – mit dem Ziel, Klimaschutz bei Gebäuden voranzubringen.

„Mit der großen Wohnanlage in Hirschau nähern wir uns dem Abschluss unseres Modernisierungsprogramms. Der Löwenanteil unseres Bestands hat nun ganz gute Verbrauchswerte. Das Thema Mieterstrom wird uns aber weiter intensiv beschäftigen, und auch bei jedem Austausch alter Heizungen werden wir künftig prüfen, wie die Energiebilanz unserer Gebäude verbessert werden kann“, kündigt der Geschäftsführer der GWG Uwe Wulfrath an.

Die GWG lässt die Gebäude rundum mit einem Vollwärmeschutz für die Fassade dämmen. Die alten Balkone waren Kältebrücken. Sie werden abgesägt und durch neue, thermisch abgetrennte Balkone ersetzt. Es ist ein umfassendes Programm mit vielen Einzelschritten: Dachdämmung ergänzen, Dachabdichtung komplett erneuern, Kellerdeckendämmung anbringen sowie Treppenhausfassade und Haustüren tauschen, in einigen Gebäuden auch alle Fenster. Drinnen in den Gebäuden geht es weiter: Alte PVC-Böden reißen die Handwerker heraus und ersetzen sie durch Linoleum. Überall, wo es Fliesen gibt, verlegen sie neue. Die Sanitär-Installationen werden komplett getauscht, auch die in die Jahre gekommenen Elektro-Installationen bringen die Handwerker auf heutigen Standard. Alle Gebäude erhalten eine zentral gesteuerte kontrollierte Wohnraumlüftung. Wo es nötig ist, gibt es auch neue Wohnungs- und Innentüren. Und natürlich werden am Ende alle Wohnungen frisch gestrichen.

Effizienz mit guten Emissionswerten

14 Prozent der Wärmeerzeugung leistet die Solarthermie-Anlage, 66 Prozent kommen aus dem Blockheizkraftwerk, und 20 Prozent steuert ein Erdgaskessel bei. Die Anlagen decken einen Wärmebedarf von 466 Megawattstunden pro Jahr. Durch die Modernisierung werden 96.000 Kilogramm CO2 pro Jahr eingespart. Insgesamt wartet das Energiekonzept mit einem Primärenergiefaktor [1] von 0,46 auf – im Vergleich zur vorherigen fossilen Versorgung durch Ölheizungen ein Quantensprung.

Sanierung und Artenschutz Hand in Hand

Auch Artenschutz spielt bei einem Projekt dieser Größe eine Rolle: Die Altbauten hatten allerhand Ritzen und Öffnungen. Dort haben Vögel und auch Fledermäuse gelebt und ihren Nachwuchs großgezogen. Diesen Tierkolonien galt es auch während und nach der Sanierung ein Zuhause auf demselben Areal zu bieten. Hierfür hat die GWG geeignete Nisthilfen und Fledermausbretter gebaut. Sobald auf den Dächern nicht mehr gearbeitet wird, sollen die Dachflächen begrünt werden, um Bereiche für Insekten zu schaffen.

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Über die GWG:
Die Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Tübingen mbH (GWG) ist ein mehrheitlich kommunales Wohnungs- und Dienstleistungsunternehmen. Die GWG schafft Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung: Zum Jahresende 2017 verwaltete sie 2.162 eigene Wohnungen und Geschäftsräume, betreute 44 Eigentümergemeinschaften mit zusammen 551 Wohnungen plus Gewerberäume, gemeinschaftlich genutzte Innenhöfe und Tiefgaragen. Die GWG übernimmt zudem für Dritte, beispielsweise die Stadt, die Mietvertragsverwaltung – derzeit in 317 Einheiten. Regelmäßig ist die GWG Bauherr für Miet- und Eigentumswohnungen im Stadtgebiet. Die GWG ist Tübingens größter Vermieter und der zweitgrößte Kommunalbetrieb.
 

Über die Stadtwerke Tübingen GmbH:
Die Stadtwerke Tübingen (swt) sind ein kommunales Energie- und Versorgungsunternehmen für Tübingen und die Region mit bundesweitem Vertrieb von Strom und Erdgas. Bis heute sind die swt mit ihren 530 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu 100 Prozent in kommunaler Hand. Als Experte für Strom, Erdgas, Fernwärme, Wasser, Telekommunikation, Bäder, Parkhäuser und Stadtbus sorgen die swt für wesentliche Infrastrukturleistungen. Die swt stehen für eine ökologische und innovative Versorgung mit starkem Fokus auf dem Ausbau der dezentralen und regenerativen Stromerzeugung. Der jährliche Gesamtumsatz liegt bei über 200 Millionen Euro.

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[1] Der Primärenergiefaktor ist ein Indikator für die eingesetzte Energiemenge von der Energiequelle bis zur Verbrauchsstelle (z.B. Heizzentrale). Je kleiner der Primärenergiefaktor, desto effizienter ist die entsprechende Energieform bzw. Erzeugungstechnologie. Der Primärenergiefaktor bezieht auch Werte mit ein, die anzeigen wie effizient die Energie bereitgestellt wird und wie klimafreundlich sie ist (z.B. CO2-Emissionen). Diese Werte liegen für erneuerbare Energien und Holz deutlich niedriger als beispielsweise die von Heizöl, da Öl bei diesen Faktoren wesentlich schlechter eingestuft wird. Betrachtet wird die gesamte Energiemenge, die notwendig ist, um eine nutzbare Energieform herzustellen (Primärenergiebedarf). Enthalten sind darin auch die Verluste aus Förderung, Transport und Umwandlung der Energie.

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Dr. Ulrich Schermaul

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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