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Stadtwerke Tübingen und Stadt Horb gründen gemeinsames Energieversorgungsunternehmen und bauen ein modernes Flusswasserkraftwerk in Horb am Neckar

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vlnr. Eckhardt Huber, Wilfried Kannenberg, Peter Rosenberger, Boris Palmer, Dr. Achim Kötzle und Ortwin Wiebecke bei der Gründung der Energie Horb am Neckar GmbH am 7. Dezember 2009 in Horb.

Die Vorbereitungen für die Gründung der neuen Gesellschaft dauern bereits einige Monate an. Heute, am 7. Dezember 2009 machten die Vertreter der Stadt Horb und der Stadtwerke Tübingen den letzten notwendigen Schritt und schlossen die notarielle Gründung offiziell mit ihren Unterschriften ab. „Ich bin froh, dass wir mit den Stadtwerken Tübingen einen in der Region bekannten und anerkannten Partner gefunden haben, der bei der Energieerzeugung und dem Energievertrieb viel Erfahrung mitbringt und bereit ist, hier in Horb zu investieren“, so Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger. Ebenfalls zufrieden zeigte sich Tübingens Oberbürger­meister und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Tübingen Boris Palmer: „In Kopenhagen wird nur verhandelt, in Horb und Tübingen wird gehandelt. Ich freue mich über dieses vorbildliche Beispiel interkommunaler Arbeit im Klimaschutz“, sagte er. 

Am 1. Januar 2010 nimmt die Energie Horb am Neckar GmbH, deren wichtigstes Geschäftsfeld die Planung, Errichtung und der Betrieb von Energie- und Wärmeerzeugungsanlagen sein wird, ihre Geschäftstätigkeit auf. Sie startet mit einem Stammkapital von 2,4 Mio. Euro. Erklärtes Ziel der beiden Gesellschafter ist es, das Unternehmen langfristig rentabel zu führen und es erfolg­reich am Markt zu positionieren. Dabei liegt die Geschäftsführung in den Händen der Stadtwerke Tübingen, die zwei Drittel an der neuen Gesellschaft halten, und der Stadt Horb, die mit einem Drittel beteiligt ist. Wilfried Kannenberg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen, und Eckhardt Huber, Leiter der Stadtwerke Horb, werden an die Spitze des Unternehmens berufen. 

„Als hundertprozentige Tochter der Stadt Tübingen ist uns der weitere Ausbau einer kommunal orientierten und wettbewerbsfähigen Energieversorgung ein besonders wichtiges Anliegen. Mit der Neugründung der Energie Horb am Neckar GmbH machen wir in Horb einen großen Schritt in die richtige Richtung“, begründet Ortwin Wiebecke, Kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen das Engagement aus Tübinger Sicht. Und Dr. Achim Kötzle, Energie­wirtschaftlicher Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen ergänzt: „Gleichzeitig ermöglichen wir unserem Unternehmen hierdurch ein gesundes Wachstum, das sich auf kommunale Koope­rationen mit zuverlässigen Partnern stützt.“ 

Positive Effekte zeigen sich ebenfalls auf Horber Seite: Erst  im Januar 2009 hatte man hier den Betriebszweig Energieversorgung innerhalb der Stadtwerke Horb gegründet. „Dank der neuen Gesellschaft besteht nun die Möglichkeit, das Engagement auf diesem Gebiet weiter sinnvoll auszubauen – mit Unterstützung eines erfahrenen Partners. Wir freuen uns auf die damit ver­bundenen Herausforderungen“, so Eckhardt Huber, Leiter der Stadtwerke Horb und neuer Geschäftsführer der Energie Horb am Neckar GmbH. 

Die Vorbereitungen für das erste große Projekt des neuen Unternehmens sind bereits seit eini­gen Monaten in vollem Gange. Bis Ende 2010 soll für rund 4 Mio. Euro an der „Inselspitze“ am Horber Neckar ein modernes Flusswasserkraftwerk entstehen, das die in Horb erzeugte Menge an Strom aus Wasserkraft auf einen Schlag verdoppeln wird. Finanziell unterstützt wird das Pro­jekt von mehr als 3.000 bluegreen-Kunden der Stadtwerke Tübingen, die Öko­strom aus 100 % Wasserkraft beziehen. Denn der geringe Aufschlag von 1,19 Cent pro Kilowatt­stunde beim preis­günstigen Tübinger Ökostromtarif kommt dem neuen Wasserkraftwerk zu Gute. Ein kleiner Ein­satz mit großer Wirkung, „dem noch mehr Menschen folgen sollten“, so die Geschäftsführung der Stadtwerke Tübingen. 

Im Februar 2010 ist Baubeginn für das Horber Neckarwerk, das zusammen im Verbund mit zwei älteren Kleinkraftwerken an einem Ausleitungsarm des Neckars, dem Mühlkanal, betrieben wer­den soll. Die Tiefbau- und Betonarbeiten werden den ganzen Sommer andauern. Die alte Wehr­anlage am Neckar soll als zentraler Bestandteil des neuen Kraftwerks weiterverwendet und saniert werden; die dazugehörigen Wehrhäuser ebenfalls. Die neue Turbine mit regulierbaren Schaufeln wird unterirdisch in einem Maschinenhaus neben dem Klappenwehr installiert. So bleibt viel Freiraum für die Gestaltung an der Oberfläche, die sich harmonisch in das städtische Gesamtbild einfügen soll. Auf einem Holzdeck können Besucher und Spaziergänger direkt am Neckar verweilen und das sich unter der Erde befindende Herzstück des Wasserkraftwerks, das Maschinenhaus, mit Hilfe von Spionkegeln erkunden. 

Nach Fertigstellung wird sich der Neckar an der Inselspitze teilen: 13 m³ des Neckarwassers fließen pro Sekunde (heute: 6,5 m³) ins neue Kraftwerk. Hier erzeugt eine Kaplan-Turbine mit einer Leistung von 380 kW voraussichtlich 1,93 Mio. kWh sauberen Strom pro Jahr. 2 m³ pro Sekunde (heute: 8,5 m³) gelangen über den Mühlkanal zu den beiden bestehenden Anlagen, die mit einer Leistung von 38 kW rund 0,5 Mio. kWh Strom jährlich produzieren. Bei hohem Wasser­stand kann die Leistung hier auf max. 180 kW angehoben und die Stromproduktion entsprechend gesteigert werden. „Die Durchflussmenge in Neckar und Mühlkanal haben wir aus Ertrags­gründen angepasst. So können wir das Potenzial des Neckars noch besser ausschöpfen. Die Turbine des neuen Kraftwerks am Neckar ist leistungsstärker und effizienter; die Erhöhung der Wassermenge im Neckar zu Lasten des Mühlkanals war daher besonders sinnvoll“, erläutert Wilfried Kannenberg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen und neuer Geschäftsführer der Horb am Neckar GmbH die Veränderungsmaßnahmen. 

Mit diesem Bauvorhaben kommt die Energie Horb am Neckar GmbH einem ihrer wichtigsten Unternehmensziele nach; sie investiert in umweltfreundliche Technologien. Die in Horb zusätzlich installierte Leistung des Kraftwerks ist fast zweimal höher als die des gesamten Zubaus der beiden Jahre 2006 und 2007 auf dem Gebiet der Wasserkraft in ganz Baden-Württemberg. 

Die komplette Anlage – mit dem Kraftwerk am Neckar und den zwei Kleinkraftwerken am Mühl­kanal – wird mit einer durchschnittlichen Gesamtleistung von 418 kW jährlich rund 2,4 Mio. kWh klimafreundlichen Strom produzieren. Eine Menge, die den Bedarf von rund 600 Vier-Personen-Haushalten deckt. Der Probetrieb ist für den Winter 2010/2011 geplant. 

„Dank unseres Engagements“, da sind sich alle Beteiligten sicher, „schreitet die Nutzung der erneuerbaren Energien in der Region weiter zügig voran.“

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