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Mieterstrom vom eigenen Dach: Energiewende daheim

Alt und neu im Hagellocher Weg in Tübingen: Auf den Neubauten erkennt man die installierten PV-Anlagen. Die letzten Altbauten aus dem Jahr 1966 werden gerade von der GWG modernisiert. (Foto: swt/Schermaul)
Zusammen mit einem PV-Panel präsentieren Gerhard Breuninger, Dr. Achim Kötzle und Boris Palmer (v.l.n.r.) das Mieterstrommodell im Hagellocher Weg. (Foto: swt/Schermaul)

Das Prinzip von Mieterstrom ist einfach: Sobald die Anlage auf dem Dach Solarstrom erzeugt, können die Mieter im Gebäude diesen Strom nutzen. Überschüssiger Strom fließt ins Netz. Und wenn in sonnenarmen Phasen zu wenig Strom entsteht, merken die Mieter davon nichts: Dann wird automatisch Ökostrom aus anderen Quellen über das normale Stromnetz nachgeliefert.

Die neue Photovoltaik-Anlage im Hagellocher Weg ist rund 315 Quadratmeter groß und leistet bis zu 52 kWp. Gekostet hat sie rund 75.000 Euro. Den zwölf Parteien im Gebäude steht ab sofort die Möglichkeit offen, Strommieter zu werden und Energie vom Dach zu beziehen. Dafür bekommen sie zertifizierten Ökostrom zu günstigen Konditionen angeboten. Bei gleichem Grundpreis liegt der Mieterstrom-Tarif namens Solargrün im Arbeitspreis knapp 10 Prozent günstiger als der gängige swt-Ökostromtarif bluegreen 2016. Das bedeutet bei einem Verbrauch von 2500 kWh pro Wohnung aktuell eine jährliche Ersparnis von etwa 62 Euro. Für den Mieterstrom haben sich die beiden größten kommunalen Unternehmen Tübingens zusammengetan: die Stadtwerke Tübingen als künftiger Betreiber der Anlage und die GWG, die Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Tübingen. Der GWG gehört das Gebäude, sie hat es in den vergangenen Monaten umfassend energetisch saniert und dabei die Photovoltaik-Anlage sowie alle für das Projekt nötigen Elektro-Installationen einbauen lassen.

„Die Bundesregierung hat die Förderung der Solarenergie so stark beschränkt, dass Mieterstrom-Modelle für den kostengünstigen Eigenverbrauch zu einem wichtigen Baustein der Energiewende werden“, sagt der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer. „Und natürlich unterstützt das Modell auch die Ziele unserer städtischen Klimaschutz-Kampagne ‚Tübingen macht blau‘.“

Projekte und Angebote mit Mieterstrom gibt es derzeit schon in einigen anderen deutschen Städten, darunter beispielsweise München oder Nürnberg. Dadurch können auch Mieter in größeren Wohnanlagen einen Beitrag zur Energiewende leisten. Mit dem Mieterstrommodell sind die Vorteile der Eigenstromnutzung bei Mietern in Mehrfamilienhäusern und größeren Wohnkomplexen angekommen.

Es gibt aber auch große Unterschiede zu selbst gekauften Solaranlagen, wie man sie auf Einfamilienhäusern häufig antrifft: Die Mieter der GWG-Wohnungen im Hagellocher Weg müssen keinerlei Investitionen tätigen, sich um nichts kümmern und auch keine unternehmerische Verantwortung tragen.

Denn um alles Bauliche hat sich bisher die GWG gekümmert. Die Stadtwerke haben im August die Photovoltaikanlage übernommen und sind für die Wartung und Instandhaltung zuständig.

Oberbürgermeister Boris Palmer wünscht sich für die kommenden Jahre noch weitere solcher Ideen und Lösungen: „Wir wollen die energiebedingten CO2-Emissionen pro Kopf in Tübingen bis 2022 um 25 Prozent gegenüber dem Wert von 2014 reduzieren. Das gelingt am besten, wenn sich Kompetenzen hier in Tübingen zusammentun und ihre Ideen bündeln. Dann entstehen innovative Konzepte mit großer Tragfähigkeit – nicht nur für modernes Wohnen mit ökologischen Aspekten, sondern auch für die Energiewende in unserer Stadt.“

Dr. Achim Kötzle, Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen, betont den Modellcharakter: „Im Hagellocher Weg startet unser erstes gebäudebezogenes Projekt zum Mieterstrommodell, das rein auf Photovoltaik setzt. Das ist ein Stück Energiewende daheim. Wir werden in Zukunft auch noch an weiteren Standorten das Mieterstrommodell anbieten, unter anderem im neuen Güterbahnhofareal, wo insgesamt fünf Abteilungen der Stadtwerke am Aufbau der Infrastruktur beteiligt sind. Wir freuen uns, dass wir beim ersten Projekt dieser Art in Tübingen im Hagellocher Weg mit der GWG Tübingen als starkem Partner zusammenarbeiten können.“

GWG-Geschäftsführer Gerhard Breuninger war gern Geburtshelfer für das Modellprojekt: „Es ist ja immer ein kleines bisschen schwerer, etwas als Erster zu tun. Als GWG haben wir zum Glück die Möglichkeiten, voranzugehen und damit auch anderen zu zeigen, dass so etwas gut funktionieren kann.“ Für ihn ist der Mieterstrom die ideale Ergänzung: „Wir haben im Hagellocher Weg fünf größere Mehrfamilienhäuser, die wir derzeit modernisieren – das gehört zu unserem großen 90-Millionen-Sanierungsprogramm. Auch beim Sanierungsprogramm ist Klimaschutz unser großes Ziel, wir bringen dabei Schritt für Schritt unsere Altbauten auf ein energetisch vorbildliches Niveau. Wenn die Mieter anschließend regenerativ erzeugte Energie nutzen können, finde ich das optimal.“

Weitere Mieterstrom-Projekte in Tübingen sind bereits geplant oder im Bau. So zum Beispiel im Tübinger Ortsteil Hirschau oder im großen Güterbahnhofareal, wo 570 Wohnungen und 40 Büros entstehen.

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