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Eine stadterwärmende Geschichte: Nah- und Fernwärme in Tübingen

Besichtigung der neuen Außenanlagen mit dem neu installierten Wärmespeicher: swt-Abteilungsleiter Peter Kaiser (Bildmitte) erläutert Funktionsweise und Technik. (Foto: swt/Marquardt)
Im BHKW Obere Viehweide vor der neuen Wärmepumpe (v.l.n.r.): Ortwin Wiebecke (Geschäftsführer swt), Oberbürgermeister Boris Palmer, Dr. Achim Kötzle (Geschäftsführer swt), Arthur Sauter (swt) und Peter Kaiser (swt). (Foto: swt/Marquardt)
Herzstück des swt-Blockheizkraftwerks Obere Viehweide sind die vier mit Erdgas betriebenen Motoren. Sie wurden 2013 ins Kraftwerk eingebaut. (Foto: swt/Marquardt)

2017 wurden am Standort Obere Viehweide am Tübinger Nordring ein neuer Wärmespeicher und eine neue Wärmepumpe eingebaut. Ergebnis: die Anlage läuft nochmals deutlich effizienter. Der Wirkungsgrad erhöhte sich von 84 auf nun 87 Prozent. Nach 2012, als das Kraftwerk neue Motoren eingesetzt bekam, war diese große Modernisierung der nächste wichtige Schritt für das 2001 in Betrieb genommene Kraftwerk. Mit 13 Megawatt elektrischer und zwölf Megawatt thermischer Leistung produziert das BHKW – als eines der größten der Region – jährlich 40 Millionen Kilowattstunden Strom und 35 Millionen Kilowattstunden Wärme.

Fernwärme mit Kraft-Wärme-Kopplung überzeugt nicht nur durch seine ausgezeichnete Energieeffizienz. Sie gehört durch die Nutzung von Erdgas auch zu einer der saubersten und klimafreundlichsten Wärmeversorgungsarten. In Tübingen versorgen die swt rund 15.000 Menschen mit Fernwärme aus ihrem Netz. Für die Universitätsstadt und ihre moderne Stadt- und Quartiersentwicklung – Beispiele sind die Alte Weberei und das Quartier Alter Güterbahnhof – spielt Nah- und Fernwärme eine wichtige Rolle.

„Fernwärme ist ein wichtiger Teil der Energiewende, denn sie ist gut für eine Stadt, gut für das Klima und gut für die Menschen“, sagt Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer. „Die Stadtwerke haben ein modernes und leistungsstarkes Netz aufgebaut. Auch in neuen Quartieren ist die Fernwärmelösung optimal, am besten noch kombiniert mit Photovoltaik auf den Dächern. Mit ihrer ausgezeichneten Energieeffizienz und deutlich weniger Emissionen durch die Nutzung von Erdgas ist Fernwärme absolut zeitgemäß. Ganz besonders gefällt mir, dass mit den Modernisierungen durch die Stadtwerke Energie eingespart wird und allein im Fernwärmenetz Waldhäuser-Ost pro Jahr über 1.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Und die Bewohner der angeschlossenen Wohngebiete bekommen eine moderne, zuverlässige und ökologische Wärmeversorgung.“

Auch aus dem BHKW Eisenhut auf dem swt-Betriebsgelände fließt Fernwärme – zum Beispiel für das neue Quartier „Alter Güterbahnhof“. Das Tübinger Fernwärmenetz ist modern und hat noch Ausbaupotential. Bereits seit 1981 sorgt das Energieversorgungskonzept der swt dafür, dass seither der Fokus der Wärmesparte klar auf Gas, Fernwärme und regenerative Energiequellen liegt.

„Immer wieder neue Wege auf der Suche nach hoch effizienten, sicheren und ökologisch verträglichen Wärmekonzepten zu beschreiten, das ist aus einer langen Tradition heraus eine Stärke der Stadtwerke Tübingen“, sagt swt-Geschäftsführer Ortwin Wiebecke. „In den letzten 50 Jahren hat unsere Wärmesparte viele Innovationen in Tübingen umgesetzt und ein leistungsstarkes und modernes Fernwärmenetz aufgebaut. Nah- und Fernwärmekonzepte werden auch zukünftig – vor dem Hintergrund der Energiewende – eine wichtige Rolle spielen. Nicht umsonst hört man immer wieder, dass die Energiewende nur in Verbindung mit einer Wärmewende konsequent sei. Nach 50 Jahren sind wir mit unserer Wärmesparte daher noch lange nicht am Ende der Entwicklung angelangt, sondern wollen im Gegenteil die Zukunft innovativ mitgestalten.“

Innovative Versorgungskonzepte und stetige Leistungssteigerung im Fernwärmenetz

Paradebeispiel für ein innovatives Wärmekonzept ist das Viertel „Alte Weberei“. Unweit des Quartiers am Neckarufer versorgen die Stadtwerke rund 700 Bewohner mit jährlich 2,4 Millionen Kilowattstunden Wärme, die aus Faulgasen der nahegelegenen Kläranlage gewonnen wird. Das in der Kläranlage anfallende Faulgas wird verstromt. Bei diesem Prozess entsteht Abwärme. Ein 1,9 Kilometer langes Leitungsnetz verteilt diese Wärme und transportiert sie ins Wohnviertel. Mit der Stadtverwaltung wurde dieses Konzept in den Jahren 2012 bis 2015 in enger Zusammenarbeit umgesetzt. Und es funktioniert – mit allen Vorteilen für die Umwelt und die Bewohner des Quartiers.

Über fast 60 Kilometer erstrecken sich die Wärmeleitungen der swt-Fernwärmenetze „Uhlandschiene“, Nordstadt und Südstadt. Allein in den letzten fünf Jahren haben die swt das Netz um zehn Kilometer neuer Leitungen ausgebaut. Sie beliefern damit zurzeit 1.438 Anschlüsse mit einer Wärmeabgabe von insgesamt 167 Millionen Kilowattstunden.

Potentiale für die Stadtentwicklung von heute und morgen

Die Energiewende ist eine Herausforderung für Deutschland, die Städte und Gemeinden. Fernwärme ist dabei eine Möglichkeit für emissionsarme und energieeffiziente Wärmeversorgung. Gerade für neue Quartierskonzepte, deren Fokus immer stärker auf Versorgungskonzepten aus Erneuerbaren Energien und auf der energetischen Effizienzoptimierung liegt, ist Fernwärme ein zeitgemäßer Ansatz. Städte mit einer gut ausgebauten Leitungsinfrastruktur sind im Vorteil. So wie Tübingen.  

Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Achim Kötzle sieht daher gute Chancen, mit Fernwärmelösungen für neue Stadtquartiere und Projekte in den Stadtteilen die Energiewende in der Region weiter voran zu bringen: „In unserem Fernwärmenetz steckt noch viel Potential für aktuelle und weiter gedachte Ansätze bei der Stadt- und Quartiersentwicklung. Wir haben viele Möglichkeiten. Im Zusammenspiel mit unseren Erzeugungsanlagen können wir die Wärmeversorgung weiter ausbauen, aber auch neue Konzepte auf Basis der guten vorhandenen Infrastruktur ausprobieren. Beispielsweise wollen wir verstärkt das Potential bei der Abwärme heben und mehr Erneuerbare Energiequellen einbinden. Wir suchen außerdem nach neuen Solar-Lösungen. Auch das ganze Themenfeld der Sektorenkopplung wird für ökologisch orientierte Wohn- und Lebenswelten der Menschen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Hier wollen wir als Stadtwerk nicht nur Versorger, sondern Entwickler, Partner und Trendsetter sein.“    

Neben dem stetigen Ausbau kümmern sich die Stadtwerke auch um die Modernisierung des bestehenden Netzes. Ein modernes Leitungsnetz ist die Grundlage für Stabilität, Leistungsfähigkeit und Ausbaupotential der Fernwärme in Tübingen. Auch im Gebiet rund um den neuen Technologiepark Obere Viehweide arbeiten die swt bereits an Erweiterungen. Zum Jubiläumsrundgang durch das modernisierte BHKW Obere Viehweide kamen daher neben Oberbürgermeister Boris Palmer auch TüWärme-Geschäftspartner, etliche an den Modernisierungsarbeiten beteiligte Betriebe und Unternehmen aus der Nachbarschaft des Kraftwerks.

„Fernwärme erleben“ beim Tag der offenen Tür im BHKW am 21. April

Für das Publikum öffnen die Stadtwerke Tübingen am Samstag, 21. April 2018, unter dem Motto „Fernwärme erleben“ ihr größtes Kraftwerk. Ab 13 Uhr gibt es vor Ort geführte Rundgänge durchs Kraftwerk und eine neue Ausstellung zur Wärme- und Kraftwerkshistorie. Die letzte Führung startet um 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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Dr. Ulrich Schermaul

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