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Die tägliche Arbeit mit einem „unsichtbaren Schatz“: Die Verantwortung der Stadtwerke für das Trinkwassernetz

Die große Kammer im Trinkwasserbehälter "Sand" wurde kürzlich aufwändig saniert. (Foto: swt/Jäger)

Ortwin Wiebecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen, sagt: „Unser Grundwasser ist einer der größten Schätze, die uns die Natur schenkt. Wasser ist die Grundlage allen Lebens und spielt auch in so gut wie allen Lebensbereichen und Wirtschaftsbranchen eine zentrale Rolle. Es ist deshalb – nicht nur in Deutschland – oberstes Gebot, mit diesem Schatz sorgsam umzugehen, ihn zu schützen und zu bewahren. Die Stadtwerke Tübingen leisten dazu ihren Beitrag als Wassernetzbetreiber und investieren jährlich rund drei Millionen Euro in die Trinkwasserversorgung.“

Aus der Verantwortung als Wasserversorger entsteht für die Stadtwerke eine Verpflichtung für den sorgsamen Umgang mit dem kostbaren Gut Trinkwasser im Netz – auf ganz unterschiedliche Art.

Den Schatz überwachen und fördern. Die Entwicklung des Grundwasserspiegels haben die Stadtwerke Tübingen im Blick. Regelmäßig erhalten sie Daten aus ihren Grundwassermessstellen im unteren Neckartal. Die Grundwasserstände werden wesentlich durch den Neckar gestützt. Der Fluss ist im Bereich zwischen Rottenburg und Kirchentellinsfurt meist eingestaut und hat dadurch einen stabilisierten Wasserspiegel. In Tübingen funktioniert darüber hinaus auch die Grundwasserneubildung durch Versickerung von Niederschlägen bislang noch gut. Rund 20 Prozent des Tübinger Trinkwassers kommen aus dem Neckartal. Die übrigen 80 Prozent liefern die Bodensee-Wasserversorgung und die Ammertal-Schönbuchgruppe. Bevor der Anteil an Eigenwasser ins Trinkwassernetz eingespeist wird, fördern ihn die swt-eigenen Pumpwerke „Gehrnfeld“ und „Unteres Neckartal“.
 

Den Schatz aufbereiten, transportieren und verteilen. Trinkwasser fließt durch Leitungen bis zum Wasserhahn – das ist klar. Was das allerdings für Leitungen sind und in welchem Zustand sie sich befinden, das können nur die Experten überprüfen. Denn die Wasserleitungen liegen tief in der Erde vergraben. Sie kommen dann zum Vorschein, wenn an ihnen gearbeitet wird – sei es bei Reparaturen (z.B. Leckagen) oder bei Modernisierungen. In Tübingen kann die Öffentlichkeit seit 2016 immer wieder an verschiedenen Stellen Wasserleitungen in Augenschein nehmen. Seit vielen Jahren erneuern die swt Transportwasserleitungen – quer durch die Stadt von der Adlerkreuzung in Lustnau bis hinaus nach Derendingen. Dort soll in wenigen Jahren ein neuer großer Trinkwasserbehälter die zukünftige Versorgung der stetig wachsenden Universitätsstadt in diesem Gebiet sichern.

Um den „unsichtbaren Schatz Grundwasser“ ebenso unsichtbar wie hygienisch und sauber bis zum Wasserhahn zuhause zu transportieren, sind neue Leitungen die beste Wahl – aus mehreren Gründen. Zum einen haben sie eine größere Durchflusskapazität. Das bedeutet, dass sie – vor allem in Spitzenzeiten – eine größere Menge Trinkwasser durchs Netz fließen lassen können. Auch wenn in Tübingen der Wasserbedarf während der letzten zehn Jahre insgesamt recht konstant geblieben ist (2020 waren es 5,3 Millionen Kubikmeter), so häufen sich die Spitzentage vor allem in den immer häufiger zu beobachtenden heißen Sommerperioden (Spitzenmonat 2020 war der Juli mit 528.000 Kubikmetern).

Zum anderen verringern sich die Wasserverluste im Netz, wenn ältere Leitungen durch neue ersetzt werden. Ältere Leitungen verlieren durch schadhafte Verbindungsstellen oder kleinere Korrosionslöcher kontinuierlich Wasser. Diese Schäden sind schwer erkennbar, da nicht sofort Wasser aus der Straße austritt, sondern unbemerkt im Boden versickert. Die swt überwachen das gesamte Rohrnetz mittels verschiedener Messeinrichtungen wie Drucküberwachung oder Geräuschpegelmessungen. Die heute verwendeten elastischen Rohrmaterialien lassen eine deutlich geringere Korrosionswahrscheinlichkeit und längere Lebensdauern erwarten – und tragen damit zur Reduzierung von Wasserverlusten bei. Darüber hinaus wird durch deren Verwendung ein Totalversagen (der „klassische“ Rohrbruch spröder Leitungen) nahezu vollkommen ausgeschlossen. 

Als Teil der Netzinfrastruktur haben die swt zahlreiche Wasserbehälter, unter anderem auch die beiden großen Wasserbehälter „Sand“ und „Stauffenberg“ in den letzten Jahren saniert. Die zentralen Pumpwerke bekommen aktuell Hocheffizienz-Motoren, die zusätzlich helfen, Energie zu sparen.
 

Den Schatz kontrollieren und seine Werte transparent machen. Über 500 Wasserproben entnehmen die ausgebildeten und akkreditierten Wasserprobenehmer der Stadtwerke im Jahr – an ganz unterschiedlichen Entnahmestellen im Verteilnetz, an den Brunnen und an den Speicheranlagen. Hier profitieren die swt vom Standort Tübingen. Denn das Eurofins Institut Jäger und das Institut Berghof – zwei ausgewiesene und zertifizierte Speziallabore für Wasseranalysen – sitzen direkt in Tübingen. Das ist im Fall der Fälle ein echter Geschwindigkeitsvorteil: Die Stadtwerke übergeben ihre Wasserproben persönlich und erhalten die Analyseergebnisse nach sehr kurzer Zeit, während andere Wasserversorger ihre Proben erst einmal per Post an die Labore schicken müssen.

Grund zur Freude haben die Tübingerinnen und Tübinger jedenfalls mit ihrem Trinkwasser: Das Eigenwasser aus dem Neckartal ist von Natur aus sehr sauber und bringt, bevor es in den großen Mischwasserbehältern mit dem ebenfalls qualitativ einwandfreien Bodenseewasser zusammentrifft, eine natürliche Reinheit mit. Der Eintrag von belastenden Stoffen – Stichwort Nitrat – scheint in der Region Tübingen nicht so hoch zu sein wie in manch anderen Teilen Deutschlands (der Grenzwert liegt nach Trinkwasserverordnung bei 50 Milligramm pro Liter; das Rohwasser der beiden Tübinger Pumpwerke liegen bei unter 20 mg/l.

Wer mehr Details und Hintergrundinformationen zum Trinkwassernetz der Stadtwerke Tübingen insgesamt wissen möchte, findet auf den Wasser-Internetseiten der swt oder im öffentlich zugänglichen swt-Trinkwasserbericht ein Nachschlagewerk zum Thema Trinkwasser: https://www.swtue.de/wasser (Trinkwasserbericht unter Downloads).

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