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Aylin Tezel, Bauingenieurin im Bereich Netze

Bauingenieurin Aylin Tezel plant im Bereich "Netze" Tübingens sichere Versorgung mit Wasser und Erdgas. Sie berichtet, welchen technischen Aufwand die Stadtwerke für das Tübingen Trinkwasser betreiben.

Frau Tezel, was haben Sie bei den Stadtwerken alles zu tun?

Ich bin für die strategische Planung der Wasser- und Erdgasversorgung zuständig. Außerdem betreue ich Bauprojekte. Ich bin also mal im Büro, mal auf Baustellen anzutreffen. Berufsbegleitend mache ich noch meinen Master in Netztechnik und Netzbetrieb.

Was macht die Planung so kniffelig?

Im Bereich Wasser planen wir die Anlagen und Netze für etwa 100 Jahre. Da müssen Entscheidungen gut durchdacht sein. Unser Rohrnetz ist durchschnittlich 50 Jahre alt. Materialtechnisch hat sich da viel getan. Vor allem brauchen wir gute Prognosen, denn beim Wasserbedarf ändern sich die Rahmenbedingungen ständig. In den 70er-Jahren hat Tübingen mit viel weniger Einwohnern mehr Wasser verbraucht als heute. Entsprechend wurden die Leitungen dimensioniert. Werden sie nicht ordentlich gespült, kommt es zu Hygieneproblemen. Heute ist der Wasserbedarf insgesamt geringer, schon durch moderne, wassersparende Geräte. Aber mit der Stadt ist das Netz gewachsen und die Verbrauchsspitzen sind extremer. Bei zu knapp bemessenen Rohren kann es Engpässe geben. Es ist gar nicht so leicht, hier nachhaltig und kostenbewusst zu planen.

Was beschäftigt Sie derzeit?

Die Sanierung des Wasserbehälters Stauffenberg, dessen Kammern neue Oberflächen bekommen. Außerdem unser Großprojekt: die neue Transportleitung vom Mischbehälter Sand in den Süden Tübingens.

Die Bauarbeiten betreffen vor allem die Wilhelmstraße. Was ist der Hintergrund?

Mit dem Mischwasser vom Sand wird seit 1992 der größte Teil Tübingens versorgt. Seither ist die Stadt gerade im Süden sehr gewachsen: Französisches Viertel, Mühlenviertel, Güterbahnhof. Eine Netzberechnung hat gezeigt, dass für eine sichere Versorgung eine größere, leistungsfähigere Transportleitung nötig ist. Die Bauarbeiten stimmen wir eng mit der Stadt ab. Am kompliziertesten wird die Anbindung an die bestehende Leitung: Die muss haargenau geplant sein, denn es
geht um die einzige Einspeisestelle vom Sand in Richtung Kernstadt.

Sie haben ein verantwortungsvolle Aufgabe ...

Sogar eine lebenswichtige! Die DIN 2000 verpflichtet uns auf beste Trinkwasserqualität und Versorgungssicherheit. Unsere Standards sind hoch, wir setzen unser Netz kontinuierlich instand, warten unsere Anlagen öfter als vorgeschrieben. Es gibt Notfallpläne, Rufbereitschaft und die Fernüberwachung durch die Leitwarte. Von all dem merken  die Verbraucher nichts. Doch wer auf Reisen einmal ungenießbares Wasser aus dem Hahn oder Wasserknappheit erlebt hat, denkt vielleicht schon über den Aufwand für einwandfreies Trinkwasser nach. Rohrbrüche kommen natürlich vor, doch unsere Wasserverluste sind mit vier Prozent noch geringer als im deutschen Durchschnitt* – Spitzenwerte, verglichen etwa mit südeuropäischen Städten, wo durch marode Netze bis zu ein Drittel des Leitungswassers ungenutzt versickert.

Wie ist es als Frau in einem sehr männerdominierten Bereich?

Das bin ich gewohnt. Unter den über 100 Studenten in meinem Jahrgang waren wir vier Frauen. Als ich dann bei den  Stadtwerken anfing, waren eher mein Alter und neue Ideen für manche Kollegen gewöhnungsbedürftig. Doch heute arbeiten wir sehr gut zusammen! Grundsätzlich halte ich gemischte Teams immer für sinnvoll.

*6,5 Prozent (Stand 2015)