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Wasserkraftwerk Rappenberghalde: Fischschutz deutlich erhöht

„Die Modernisierung bringt uns beim Umweltschutz einen großen Schritt voran. Die Baumaßnahmen dienen vorranging dazu, den Fischbestand des Neckars noch besser zu schützen, besonders die Aale, die in der Vergangenheit immer wieder in die Turbinen geraten sind. Damit wollen wir einen Beitrag zum Erhalt des Ökosystems am Neckar leisten“, erklärt Peter Kaiser, Abteilungsleiter Erzeugung bei den swt. Dazu haben die Stadtwerke nun ein komplexes Fischabstiegssystem mit neuer Rechenanlage eingebaut.

Im September 2013 wurde mit den umfangreichen Umbaumaßnahmen begonnen. Nach viermonatiger Bauzeit erfolgte Ende Dezember die planmäßige Inbetriebnahme. Zunächst nur im Trockentestbetrieb: „So hatten wir die Chance, während der letzten Wochen nicht nur zu testen, ob alles wie gewünscht funktioniert, sondern konnten auch direkt nachjustieren“, erklärt Ralph Raisch, Projektleiter von der Abteilung Erzeugung bei den swt. „Hätten wir den Kanal zu rasch wieder mit Wasser befüllt, wären jegliche Optimierungen mit hohem Aufwand und nur mit dem Einsatz von Tauchern möglich gewesen.“

Seit vergangener Woche ist nun auch der Kanal wieder gefüllt und läuft das Wasserkraftwerk wieder im Normalbetrieb. Der große Horizontalrechen bringt deutliche Verbesserungen. Die Abstände seiner Gitterstäbe sind mit gerade einmal 14 mm  deutlich schmaler, als früher mit einem Abstand von 25 mm. „Das erschwert das Durchrutschen der Fische, insbesondere der Aale, erheblich“, erklärt Raisch. Die Rechenanlage des Wasserkraftwerks befindet sich unmittelbar vor den Turbinen und besteht aus parallel angeordneten Metallstäben. Diese Gittervorrichtung schützt die Turbinen vor Treibgut und die Fische davor, in die Turbinen zu geraten. Das vor dem Rechen angesammelte Treibgut wird von einem Rechenreiniger beiseite transportiert, und an den Turbinen vorbei in das sogenannte Unterwasser, den tiefer gelegenen Abschnitt des Kanals am Kraftwerk, geleitet.

Für die Fische wurde eigens ein Fischabstieg eingerichtet. Diese Vorrichtung lockt die Fische über gezielte Strömungen in ein Leitsystem, das sie unbeschadet vom Ober- ins Unterwasser transportiert. Der Fischabstieg am Kraftwerk ergänzt die Fischtreppe am Stauwehr Hirschau, die eine Wanderung der Fische in beide Richtungen ermöglicht.

Sämtliche Planungen und Umbauten sind in enger Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Tübingen als Genehmigungsbehörde sowie mit der Obersten Fischereibehörde und einem externen Planungsbüro für Anlagentechnik und Wasserbau, erfolgt. Das Wasserkraftwerk in der Rappenberghalde zwischen Tübingen und Hirschau  wurde 1929 in Betrieb genommen. Im Jahr 1999 haben es die swt grundsaniert und modernisiert. „Die jetzt durchgeführten Umbaumaßnahmen stellen einen weiteren notwendigen Modernisierungsschritt dar, der die Erneuerbaren Energien noch weiter mit dem Umwelt- und Naturschutz vereint“, bilanziert Kaiser. „Da der etwa viermonatige Umbau nur im stillgelegten Kanal erfolgen konnte, haben wir 2013 rund 1,5 Mio. Kilowattstunden weniger Strom im Kraftwerk an der Rappenberghalde erzeugt.“

Das Wasserkraftwerk Rappenberghalde liegt - anders als die Wasserkraftanlage Neckarwerk, die sich direkt am Fluss befindet - an einem Kanal. Der Kanaleinlauf befindet sich flussaufwärts am Stauwehr Hirschau, wo pro Sekunde 22 Kubikmeter Wasser ausgeleitet werden. Von dort aus können sie über den 1,7 Kilometer langen Kanal in das Kraftwerk geführt werden. Dort fällt das Wasser 7,5 Meter in die Tiefe und treibt so die beiden Kaplan-Turbinen im Inneren des Kraftwerks an. Sie wandeln die so genannte „Lageenergie“ um in „Rotationsenergie“. Gemeinsam mit der am vorgelagerten Wehr eingebauten Restwasserturbine erzeugen die beiden Kaplan-Turbinen etwa 7 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Damit ist das Wasserkraftwerk Rappenberghalde die leistungsstärkste Wasserkraftanlage der swt.

Informationen: www.swtue.de/aktuell

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