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Wasserkraftwerk in Horb am Neckar gestartet

Kommunale Kooperation für den Klimaschutz (v.l.n.r.): Eckhardt Huber, Geschäftsführer der Energie Horb am Neckar GmbH und Leiter der Stadtwerke Horb, der Leiter der Staatskanzlei Baden-Württemberg, Staatssekretär Hubert Wicker, der Horber Oberbürgermeister Peter Rosenberger, der Tübinger Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Tübingen, Boris Palmer, der Geschäftsführer Technik der Stadtwerke Tübingen und Geschäftsführer der Energie Horb am Neckar, Wilfried Kannenberg.

Jetzt ist es offiziell in Betrieb: das neue Flusswasserkraftwerk der Energie Horb am Neckar.  Zum Start begrüßte der Horber Oberbürgermeister Peter Rosenberger auf der Inselspitze am Flößerwasen den Bau des Wasserkraftwerks als Ergebnis einer erfolgreichen kommunalen Kooperation.

Für das Land Baden-Württemberg, das sich an dem Bau des Wasserkraftwerks mit insgesamt 1,2 Mio. Euro beteiligt hat, hob der Leiter der Staatskanzlei, Staatssekretär Hubert Wicker, die Vorbildfunktion des Projekts im Rahmen der Klimaschutzmaßnahmen in  Baden-Württemberg hervor. Der Tübinger Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende der an dem Wasserkraftwerk beteiligten Stadtwerke Tübingen GmbH, Boris Palmer, dankte für die Unterstützung von Landesseite und betonte den zukunftsweisenden Charakter dieser Kooperation zwischen den beiden Städten und Stadtwerken, Horb und Tübingen. Als Geschäftsführer der Energie Horb am Neckar GmbH, führte Wilfried Kannenberg  in die technischen Hintergründe ein. Er sieht das Wasserkraftwerk durch die Einbindung in die Gartenschau „Neckarblühen“, die in rund vier Wochen eröffnet wird, vor allem auch als Chance, Menschen für die erneuerbaren Energien zu begeistern, in dem sie selbst erfahren können, wie Strom klimaschonend aus der Energie des Neckars gewonnen wird. Rund 2,3 Mio. Kilowattstunden pro Jahr soll das neue Wasserkraftwerk künftig an Strom aus Wasserkraft produzieren. Dies reicht aus um rund 600 Vier-Personen-haushalte umweltfreundlich mit Strom aus Wasserkraft                                                           zu versorgen.

„Horb hat mit dem gewonnenen Wettbewerb >Klimaneutrale Kommune<, des Baden-Württembergischen Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, die einmalige Möglichkeit, den Ausbau der vorhandenen Potentiale regenerativer Energieträger weiter voranzutreiben. Ein erster großer Schritt in Richtung Klimaneutralität wurde mit dem Bau des Wasserkraftwerks bereits gemacht“, sagte der Horber Oberbürgermeister, Peter Rosenberger,  in seinem Grußwort zur offiziellen Inbetriebnahme des Wasserkraftwerks.
Staatssekretär Hubert Wicker unterstrich die besondere Bedeutung des Projekts: „Die Wasserkraft hat in Baden-Württemberg mit knapp 8 %, was etwa 5 Terrawattstunden entspricht, den größten Anteil unter den Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung. Ziel ist es, die Wasserkraft weiter auszubauen. Gleichzeitig wollen wir aber auch einen guten ökologischen Zustand der Gewässer erreichen, d.h. die Gewässer als natürlichen Lebensraum zurückgewinnen. Das Wasserkraftwerk in Horb ist Teil eines Gesamtprojektes an diesem Flussabschnitt, bei dem insbesondere die Aspekte der Gewässerökologie und des Hochwasserschutzes sowie Öffnung und Gestaltung der Flusslandschaft als Erholungs- und Erlebnisraum eine wesentliche Rolle spielen. Das Land hat für dieses Projekt rund 850.000 € bereitgestellt. Zudem kommen rund 300.000 € aus dem EU-Förderprogramm ELER. Die Mittel sind in die flussaufwärts durchgeführten Hochwasserschutzmaßnahmen, in die Verbesserung der Gewässerstruktur und der Durchgängigkeit sowie in Maßnahmen zur Verbesserung des Uferbereiches als Erholungs- und Erlebnisraum geflossen. Mit diesen Mitteln wurde ein geradezu ideales, funktionsfähiges Gesamtkonzept verwirklicht."

„Bürgersinn für Wasserkraft - das ist ein nachahmenswertes Modell", sagte Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer in Anspielung auf den Ökostromtarif der Tübinger Stadtwerke, dessen Mehreinnahmen in die neue Anlage geflossen sind. „Horb und Tübingen machen vor, wie die Energiewende gelingen kann: Im Zusammenschluss auf kommunaler Ebene müssen viele dezentrale Anlagen entstehen, das Denken darf nicht am Tellerrand der Gemeindegrenzen enden. Nur dann können wir uns von hochriskanten, veralteten Atomkraftwerken verabschieden."

„Dass Fortschritt und Nachhaltigkeit, Innovation und Tradition zusammengehen, zeigt dieses Projekt auf besondere Weise. Denn mit den beiden über 100 Jahre alten Anlagen am Mühlkanal und dem Neubau hier auf der Inselspitze am Neckar bildet das Ensemble einen wichtigen Baustein für den weiteren Ausbau der regenerativen Stromerzeugung,“ so Wilfried Kannenberg, Geschäftsführer der Energie Horb am Neckar GmbH und Geschäftsführer Technik der Stadtwerke Tübingen GmbH.

Auftraggeber und Bauherr für das Flusswasserkraftwerk ist die Energie Horb am Neckar GmbH. Sie wurde eigens für den Bau des Großprojekts im Dezember 2009 gegründet und hat zum 1. Januar 2010 ihre Tätigkeit aufgenommen. Zu ihren wichtigsten Geschäftsfeldern zählen Planung, Bau und Betrieb von Energie- und Wärmeerzeugungsanlagen. Sie ist mit einem Stammkapital von 2,4 Mio. Euro gestartet.  An der Gesellschaft sind die Stadtwerke Tübingen mit zwei Dritteln, die Stadt Horb mit einem Drittel beteiligt (siehe Daten- und Faktenblatt).
„Unser Engagement soll den Bürgern vor Ort einen bleibenden Mehrwert bringen“, so Kannenberg.  „Hier auf der Inselspitze können die Besucherinnen in Zukunft selbst erfahren, wie aus der Kraft des Neckars klimaschonend Strom gewonnen wird.“

Mit dem Neubau des Kraftwerks wurde Anfang Februar 2010 begonnen. Zusammen mit den beiden sanierten Anlagen verfügt es über eine durchschnittliche Gesamtleistung von 437 kW. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 5, 5 Mio. Euro. Unterstützt wird das Projekt von rund 5.500 bluegreen-Kunden, die diesen Ökostromtarif von den Stadtwerken Tübingen beziehen (Stand: April 2011). Seit Gründung der Energie Horb am Neckar im Dezember 2009 konnten in Horb 71 bluegreen-Kunden gewonnen werden. Allein 850.000 Euro werden bis 2020 an bluegreen-Mitteln in das Projekt fließen. Denn der Mehrerlös pro Kilowattstunde für bluegreen kommt dem neuen Wasserkraftwerk zu Gute – ein kleiner Einsatz mit großer Wirkung. bluegreen ist ein Ökostromtarif der Stadtwerke Tübingen und vom TÜV Nord als Ökostromprodukt zertifiziert.

Wasserkraftwerk als Teil der Gartenschau „Neckarblühen“
„Neckarblühen“. So lautet das Motto der Gartenschau in Horb, die am 20. Mai 2011 in Horb eröffnet wird. Zu erleben sind, wie an einer Perlenkette aufgereiht, verschiedene Stationen entlang des Flussufers,  die zum Flanieren, Verweilen und Entdecken einladen, so sieht es das Konzept der beauftragten Landschaftsarchitekten- und Planungsgruppe „ACER“ aus Horb-Rexingen vor. Kernelement des Konzepts von ACER „Perlen am Neckar“ ist ein Uferrundweg, der verschiedene, attraktiv gestaltete Stationen entlang der beiden Uferseiten des Neckars miteinander verbindet. Eine der „Perlen“ ist die Inselspitze im Neckar mit dem neuen Flusswasserkraftwerk. Hier können Interessierte der modernen, hocheffizienten Kaplanturbine über Spionkegel bei ihrer täglichen Arbeit zusehen – der klimaschonenden Stromproduktion aus Wasserkraft.

Informationen:
Daten- und Faktenblatt

www.horb.dewww.gartenschau-horb.de
www.tuebingen-macht-blau.dewww.swtue.de/oekostrom

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