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Turbo für das Flusswasserkraftwerk in Horb am Neckar

Ein Schwertransport beförderte die neue Kaplanturbine aus Georgenberg in der Oberpfalz die 382 Kilometer bis auf die Inselspitze auf Höhe Schillerstraße an den Horber Neckar. Am Montag wurde die Turbine in das unterirdische Krafthaus abgesenkt. Die Geschäftsführungen der Stadtwerke Tübingen und Horb zeigten sich erfreut über das rechtzeitige Erreichen dieses wichtigen Meilensteins im vier Millionen Euro umfassenden Neubauprojekt. Mehr als 4.300 bluegreen-Kunden der Stadtwerke Tübingen, die Öko­strom aus 100 Prozent Wasserkraft beziehen, unterstützen das Projekt finanziell. Denn die Mehrerlöse beim preis­günstigen Tübinger Ökostromtarif kommen vollständig dem neuen Wasserkraftwerk zu Gute.

„Das moderne Flusswasserkraftwerk wird die in Horb erzeugte Menge an Strom aus Wasserkraft auf einen Schlag verdoppeln“, so Peter Rosenberger, Oberbürgermeister in Horb und Aufsichtsratsvorsitzender der Energie Horb am Neckar GmbH.

„Die komplette Anlage – mit dem Kraftwerk am Neckar und den zwei Ausleitungskraftwerken im Mühl­kanal – wird mit einer durchschnittlichen Gesamtleistung von 437 Kilowatt jährlich rund 2,3 Millionen Kilowattstunden klimafreundlichen Strom produzieren. Eine Menge, die den Bedarf von rund 600 Vier-Personen-Haushalten deckt.“, unterstreicht Wilfried Kannenberg, Geschäftsführer der Energie Horb am Neckar GmbH und der für Technik verantwortliche swt-Geschäftsführer.

Im Februar 2010 war Baubeginn für das Horber Neckarwerk, das zusammen im Verbund mit zwei älteren Ausleitungskraftwerken an einem Ausleitungsarm des Neckars, dem Mühlkanal, betrieben wer­den soll. Die alte Wehr­anlage am Neckar wird als zentraler Bestandteil des neuen Kraftwerks weiterverwendet und saniert; die dazugehörigen Wehrhäuser ebenfalls. Die neue Turbine mit regulierbaren Schaufeln ist unterirdisch in einem Maschinenhaus neben dem Klappenwehr installiert. So bleibt viel Freiraum für die Gestaltung an der Oberfläche, die sich harmonisch in das städtische Gesamtbild einfügen soll. Auf einem Holzdeck können Besucher und Spaziergänger direkt am Neckar verweilen und das unter der Erde befindliche Herzstück des Wasserkraftwerks, das Maschinenhaus, mit Hilfe von Spionkegeln erkunden.

Nach Fertigstellung wird sich der Neckar an der Inselspitze teilen: 14,3 Kubikmeter des Neckarwassers fließen pro Sekunde (heute im alten: 6,5 m³) ins neue Kraftwerk. Hier erzeugt eine Kaplan-Turbine mit einer Leistung von 400 kW voraussichtlich 1,8 Mio. kWh sauberen Strom pro Jahr. 2 m³ bis 8,5 m³ pro Sekunde (heute: 8,5 m³) gelangen über den Mühlkanal zu den beiden bestehenden Anlagen, die mit einer Leistung von 37 kW rund 0,5 Mio. kWh Strom jährlich produzieren. Bei hohem Wasser­stand kann die Leistung hier auf max. 180 kW angehoben und die Stromproduktion entsprechend gesteigert werden. Die Durchflussmengen in Neckar und Mühlkanal wurden aus Ertrags­gründen angepasst. So ist das Potenzial des Neckars noch besser auszuschöpfen. Die Turbine des neuen Kraftwerks am Neckar ist leistungsstärker und effizienter; die Erhöhung der Wassermengen im Neckar zu Lasten des Mühlkanals war daher besonders sinnvoll.

Mit dem Bauvorhaben kommt die Energie Horb am Neckar GmbH einem ihrer wichtigsten Unternehmensziele nach. Sie investiert in umweltfreundliche Technologien. Die in Horb zusätzlich installierte Leistung des Kraftwerks ist fast zweimal höher als die des gesamten Zubaus der beiden Jahre 2006 und 2007 auf dem Gebiet der Wasserkraft in ganz Baden-Württemberg.

 

 

Über die Energie Horb am Neckar GmbH

HORB (8.11.2010) - Die Energie Horb am Neckar GmbH wurde am 7. Dezember 2009 von der Großen Kreisstadt Horb am Neckar (ein Drittel Gesellschaftsanteil) und den Stadtwerken Tübingen (zwei Drittel) gegründet. Am 1. Januar 2010 nahm die Energie Horb am Neckar GmbH, deren wichtigstes Geschäftsfeld die Planung, Errichtung und der Betrieb von Energie- und Wärmeerzeugungsanlagen ist, ihre Geschäftstätigkeit auf. Sie startet mit einem Stammkapital von 2,4 Mio. Euro. Erklärtes Ziel der beiden Gesellschafter ist es, das Unternehmen langfristig rentabel zu führen und es erfolg­reich am Markt zu positionieren. Geleitet wird das Gemeinschaftsunternehmen von den beiden Geschäftsführern Wilfried Kannenberg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen, und Eckhardt Huber, Leiter der Stadtwerke Horb.

 

 

Wasserkraftwerk Horb – Keine einfache Baustelle

HORB (8.11.2010) - Eine besondere Herausforderung für die Realisierung des neuen Flusswasserkraftwerks in Horb ist zum einen die sehr kurze Bauzeit. Baubeginn war im Februar 2010. Die Fertigstellung ist für März 2011 geplant. Denn die Gartenschau Horb „Neckarblühen“ öffnet am 20. Mai 2011. Vorab ist die Inselspitze mit dem Kraftwerk noch landschaftsbaulich umzugestalten. Der Zeitkorridor ist somit äußerst knapp bemessen, weil auch der Winter 2009/10 mit extrem langen Kälteperioden die Bauaktivitäten stark eingeschränkt hat.

Die Lage des Kraftwerks auf der Inselspitze stellt eine weitere Herausforderung dar. Die Baustellenzufahrt ist nur über eine Seite von der Schillerstraße aus möglich. Der schwere Baustellenverkehr muss durch eine Einbahnstraße und eine Fußgängerzone fließen. Da das Baufeld zudem sehr beengt ist, stehen Lagerflächen für die Baustelleneinrichtung und das Baumaterial nur begrenzt zur Verfügung. Durch die beengten Platzverhältnisse und die Eingrenzung der Baustelle durch den Mühlkanal und den Neckar, können auch nur eine begrenzte Anzahl von Monteuren und Baustellenfahrzeugen gleichzeitig vor Ort arbeiten. Somit lässt sich die Bauzeit durch mehr Baustellenpersonal nur sehr begrenzt reduzieren.

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