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Stadtwerke: Windpark im Hunsrück um vierte Anlage erweitert – Rotmilan-Schutzkonzept bildet Basis für Betrieb

Die vierte im Bunde: die neueste Windkraftanlage der swt im Hunsrück. Ein Rotmilan-Schutzkonzept macht’s möglich. Foto: swt

„Wir gehen mit großen Schritten auf unserem Ausbaupfad der Erneuerbaren Energien voran. Das von uns gesteckte Ziel, mindestens 50 Prozent des in unseren Netzgebieten abgesetzten Stroms aus umweltfreundlichen Energien zu produzieren, ist schon heute greifbar nah“, erklärt Ortwin Wiebecke, der Sprecher der swt-Geschäftsführung.  „Beim Ausbau der Windkraft ist der Rhein-Hunsrück-Kreis vorbildlich. Mit diesem Projekt hat er wieder einmal unter Beweis gestellt: wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, so Wiebecke.

Möglich wurde der Bau und Betrieb der Windkraftanlagen durch eine besondere Genehmigungsauflage, die den Rotmilan schützen soll. Über 50 Prozent des weltweit auf maximal 29.000 Brutpaare geschätzten Gesamtbestandes beherbergt Deutschland. Deshalb sorgen Rotmilan-Vorkommen bundesweit, gerade auch in Baden-Württemberg, immer wieder für die Einstellung von Windkraftvorhaben.

Im Rhein-Hunsrück-Kreis haben Landwirtschaft, Projektierer und Umwelt- und Naturschutzbehörde gemeinsam eine Informationskette zwischen Landwirten und Anlagenbetreibern definiert. Diese sieht vor, dass die Windkraftanlagen abgeschaltet werden, wenn Ackerflächen in dem für Greifvögel als risikoträchtig definierten Bereich rund um den Standort der Windenergieanlage frisch bearbeitet werden. Denn durch Umgraben der Felder, Mahd oder Aussaat kommen auch die für die Rotmilane besonders gut jagdbaren Kleinsäuger an die Oberfläche. Dadurch werden die Rotmilane besonders angezogen und nehmen eine erhöhte Flugtätigkeit auf. Klar abgestimmte Bewirtschaftungszeiträume und die Abschaltung der Windkraftanlagen während und direkt im Anschluss an Bodenarbeiten sollen Schutz vor einer Kollision mit den Rotorblättern bieten und den Klimaschutz mit dem Umwelt- und Naturschutz in Einklang bringen. „Wir freuen uns, mit dem neuen Windpark an einem in jeder Hinsicht innovativen Standort unternehmerisch aktiv zu sein. Die hohe Anlagendichte ist für uns als Investor zudem ein positives Indiz für die Wirtschaftlichkeit des Windstandortes Rhein-Hunsrück“, erklärt Wiebecke. Der Rhein-Hunsrück-Kreis gehört zu den windreichsten Gegenden in Süddeutschland. Zum Jahresbeginn 2014 verfügte er allein über 202 am Netz befindliche Anlagen mit einer Gesamtleistung von 494 MW. Weitere 45 Anlagen waren und sind im Bau oder genehmigt. Sie werden voraussichtlich eine weitere Leistung von 126 MW erbringen.

Die Stadtwerke Tübingen wollen bis zum Jahr 2020 rund 50% ihres Tübinger Stromabsatzes durch ökologische Stromerzeugung decken. Insbesondere der Ausbau der Windenergie ist mit diesem Ziel verbunden. Bis Ende 2016 investieren die Stadtwerke Tübingen insgesamt 50 Millionen Euro in Projekte zur Energiegewinnung aus Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse. Dieses Investitionsprogramm läuft seit Ende 2012. Mit dem Erwerb der vierten Windkraftanlage in Laubach investieren die Stadtwerke Tübingen weitere 3,5 Millionen Euro. „Ökologie und Ökonomie sollen bei all unseren Investitionen Hand in Hand zusammengehen“, erläutert Dr. Achim Kötzle, Geschäftsführer Energiewirtschaft bei den swt. „Dabei setzen wir in bewährter Weise auf eine möglichst große Bandbreite in unserem Erzeugungsportfolio. Bei der Projektauswahl legen wir unseren Fokus auf Baden-Württemberg, sondieren aber auch darüber hinaus geeignete Projekte.“

Die Wahl der Kooperationspartner spielt für die Stadtwerke ebenso eine Rolle, wie die Standortqualität, die regionale Einbindung und die Beteiligung der Bürger: „Wir wollen die Bürger bei unseren Vorhaben im Bereich der Erneuerbaren Energien verstärkt integrieren. Die BürgerEnergie Tübingen (BET) ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie so ein Bürgerbeteiligungsprozess in Form einer Genossenschaft funktionieren kann“, erklärt Wilfried Kannenberg, Geschäftsführer Technik der swt und Vorstand der BET.

Der Windpark im Hunsrück wurde von der Firma ABO Wind geplant und projektiert. Auch in Zukunft wird sich ABO-Wind um die Betriebsführung kümmern. Das Unternehmen verfügt bereits über etliche Erfahrungen mit Bürgerbeteiligung. So hat es unter anderem die Bürgerwindaktie ABO Invest entwickelt und zählt zu den renommierten europäischen Windkraftprojektierern. Von seinem Firmensitz in Wiesbaden aus hat ABO Wind in den vergangenen 18 Jahren rund 450 Anlagen ans Netz gebracht. Dabei setzt die ABO Wind insbesondere auf die Kooperation mit kommunalen Unternehmen wie den Stadtwerken Tübingen: „Hier ist das Wissen um den Wert kommunaler Infrastruktur lebendig, wird regionale Wertschöpfung praktiziert und gelebt. Das wollen wir unterstützen“, erklärt Sönke Voigt, Mitglied der ABO-Wind-Geschäftsführung.

Die neue Windkraftanlage ist mit 170 Metern Gesamthöhe die niedrigste im Verbund der vier swt-Windräder im Hunsrück. Der Windpark besteht, neben der neuen Windkraftanlage, aus zwei 200 Meter hohen Windrädern des Typs Nordex N117. Sie verfügen jeweils über eine Leistung von 2.400 kW. Des Weiteren umfasst der Windpark eine 200 Meter hohe SENVION-Windkraftanlage (ehemals: REpower) des Typs 3.2 M (Leistung: 3.170 kW). Ursprünglich waren zwei separate Windparks in Laubach und Pleizenhausen geplant. Sie sind jetzt zu einem Windpark zusammengefasst. Damit konnte eine doppelte Infrastruktur für den Betrieb vermieden werden. „Das Besondere an diesem Standort ist, dass wir auf engstem Raum jetzt vier Anlagen mit unterschiedlichen Höhen und von drei verschiedenen, marktführen-den Herstellern haben“, erklärt Projektleiter Julian Klett von der Abteilung Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (EE) bei den Stadtwerken Tübingen. „Das gibt uns die einmalige Gelegenheit, die Besonderheiten, Stärken und möglicherweise auch Schwächen der verschiedenen Anlagentypen genau zu analysieren. Das ist ein einzigartiges Testfeld in diesem noch jungen Energieerzeugungssektor und eine hervorragende Chance für unsere eigenen, anstehenden Projekte in Baden-Württemberg“, so Klett.

Mit einer Leistung von rund 10 Megawatt produzieren die nun vier Anlagen zusammen künftig rund 23 Millionen Kilowattstunden Strom aus Windkraft. Das reicht aus, um über 5.700 Tübinger Haushalte umweltfreundlich mit Strom zu versorgen. Der Windpark im Hunsrück ist das jüngste Erneuerbare-Energien-Projekt der Stadtwerke Tübingen, die ihre Erzeugungsanlagen in diesem Bereich seit etlichen Jahren sukzessive und kontinuierlich ausbauen. 

Informationen: http://www.swtue.de/unternehmen/erneuerbare-energien.html

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