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Stadtwerke Tübingen: Heizungs-Hightech trifft auf Historie

Gemeinsam gestartet (v.r.n.l.): Ortwin Wiebecke, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Tübingen (swt), der Tübinger Oberbürgermeister und swt-Aufsichtsratsvorsitzende Boris Palmer, Schlossvogt Gottfried Knott und der Bühler Ortsvorsteher Gerhard Neth bei der Inbetriebnahme des neuen Stadtwerke-BHKW im Schloss Bühl.
Wärme und Strom: umweltfreundlich und dezentral produziert. Ein Blick auf den Motor, das Herzstück, der neuen Anlage. (Fotos: de Maddalena)

Jetzt ist es offiziell in Betrieb: Das neue Blockheizkraftwerk (BHWK) im Keller des Renaissance-Schlosses Bühl. Das hochmoderne Heizungskonzept wurde nun in den Räumen der Tübinger Akademie für Verhaltenstherapie (TAVT) erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Tübinger Oberbürgermeister und swt-Aufsichtsratsvorsitzende Boris Palmer begrüßte die Innovation der Eigentümergemeinschaft Schloss Bühl, die zusammen mit den Stadtwerken Tübingen (swt) eine umweltfreundliche und besonders wirtschaftliche Lösung für das Heizen und die Warmwasserbereitung in den historischen Schlossräumen gefunden hat.

„Hier im Schloss Bühl treffen Heizungs-Hightech und Historie in optimaler Weise zusammen. Dass davon die Eigentümergemeinschaft ebenso wie die Umwelt profitiert, zeigt die CO2-Einsparung von jährlich rund 30 Tonnen des schädlichen Klimagases. Dies entspricht einem eingesparten jährlichen Stromverbrauch von etwa 15 Vier-Personen-Haushalten“, so Palmer.

Vor gut 30 Jahren stand das damals marode Schloss zum Verkauf. Der heutige Schlossvogt, der Tübinger Rechtsanwalt Gottfried Knott, erwarb es zusammen mit einem Anwaltskollegen. Zunächst gründeten sie eine Bauherrengemeinschaft. Aus dieser ging nach der Sanierung die Eigentümergemeinschaft Schloss Bühl hervor. Sie umfasst heute 12 Wohn- und 2 Gewerbeeinheiten sowie ein Nebengebäude.

„Regionale Kooperationen sind uns wichtig. Die Initiative der Eigentümergemeinschaft Schloss Bühl, zusätzlich zum Einbau einer neuen Heizungsanlage auch ein neues Wärme-Contracting-Modell mit uns anzustreben, haben wir bei den Stadtwerken gerne unterstützt“, erklärte der Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Tübingen, Ortwin Wiebecke.

Verbunden mit dem Wärme-Contracting war der Einbau eines BHWK und eines Erdgasbrennwertkessels durch die Stadtwerke. Dass das neue, innovative Konzept ein Gewinn für alle am Projekt Beteiligten ist, davon zeigte sich auch Schlossvogt Gottfried Knott überzeugt. Als vorbildlich lobte Gerhard Neth, der Ortsvorsteher des Tübinger Stadtteils Bühl, die Zusammenarbeit zwischen Eigentümergemeinschaft und Stadtwerken. Aus seiner Sicht könnte das Projekt Vorbildcharakter für weitere Standorte im Stadtgebiet haben. Ortwin Wiebecke, der Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Tübingen (swt), unterstrich das Interesse der Stadtwerke am weiteren, dezentralen Ausbau der umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). In Deutschland kommt Stadtwerken gerade beim Ausbau der Energieversorgung mit klimaschonender Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) eine maßgebliche Rolle zu.

Die Sanierung der ursprünglichen Heizungsanlage und der Warmwasserbereitung stand 2013 ohnehin an, da die alte Anlage in die Jahre gekommen war. „Diesen Moment haben wir genutzt, um ein in die Zukunft langfristig tragfähiges und damit nachhaltiges Konzept umzusetzen“, freut sich Gottfried Knott, der die Eigentümergemeinschaft als Schlossvogt mitverwaltet. „Dies war eine anspruchsvolle Aufgabe, da die Anlage in dem historischen Gebäude weitgehend ohne Betriebsunterbrechung erneuert werden musste. Dass die Mitarbeiter der Stadtwerke sie gemeistert haben, ist eine hervorragende Leistung. Wir bedanken uns für die vertrauensvolle und zuverlässige Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Tübingen“, so Gottfried Knott.

In die Installation des neuen BHWK wurde die Erneuerung der gesamten Anlagentechnik zur Wärmeerzeugung eingeschlossen, d.h. Erneuerung des Heizkessels, der Sicherheitseinrichtungen, Brennstoff- und Abgasleitungen, Rohrleitungen, Wärmedämmung und der Armaturen. Im Schlosskeller haben die Stadtwerke ein Blockheiz-Kraftwerk (BHKW) und einen modernen Gasbrennwertkessel eingebaut. Das BHWK hat eine elektrische Leistung von 15 kW und eine thermische Leistung von 32 kW und ist das erste Stadtwerke-BHKW im privaten Wohnungsbau. Betrieben wird es mit Erdgas. Die Wärme, die bei der Stromerzeugung mittels des mit Gas betriebenen Motors entsteht, wird zur Heizung und Warmwasserbereitung für die rund 1.600 m2 Wohnfläche im Schloss Bühl genutzt. Die Größe des BHWK wurde so gewählt, dass es zwei Drittel des Jahreswärmeverbrauchs im Schloss Bühl bereitstellt. Der verbleibende Wärmebedarf an sehr kalten Wintertagen wird über einen Erdgasbrennwertkessel mit einer Wärmeleistung von 130 kW erzeugt.

„Eine ebenso effiziente wie umweltfreundliche und innovative Form der Energieerzeugung- und Versorgung. Das Beispiel des neuen BHKW im Schloss unterstreicht anschaulich: Zukunft kann auch in historischen Mauern gestaltet werden. Damit ist Schloss Bühl für unsere Ortschaft wieder einmal Vorbild und Vorreiter. Wir freuen uns, dass wir mit dieser Anlage die dezentrale und umweltfreundliche Stromerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung unterstützen können“, so der Bühler Schlossvogt Gottfried Knott.

Das neue Wärme-Contracting sieht vor, dass der produzierte Strom ins Netz der Stadtwerke eingespeist und die gelieferte Wärme zwischen Eigentümergemeinschaft und Stadtwerken verrechnet wird. So konnte ein ebenso ökonomisch wie ökologisch sinnvolles Gesamtpaket für die Modernisierung der Heizungsanlagen und Warmwasserbereitung im Schloss Bühl geschaffen werden.

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