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Stadtwerke Tübingen an Holzgaswerk beteiligt

„In dieser Kooperation zeigt deutlich, wie wichtig die Vernetzung kleiner und mittlerer Stadtwerke nicht nur aus ökonomischer, sondern auch aus ökologischer Sicht ist. Nur gemeinsam sind wir in der Lage, uns erfolgreich der Herausforderung des Klimawandels vor dem Hintergrund der zunehmenden Verknappung und Verteuerung von Energie bei gleichzeitiger Existenz oligopolartiger Strukturen am Markt zu stellen“, begrüßt Wilfried Kannenberg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen das Engagement.

„Mit ihrer Beteiligung zeigen unsere Stadtwerke einmal mehr, dass sie ein leistungsstarker Motor für den Klimaschutz sind. Denn die neue Technologieplattform Bioenergie und Methan soll nicht nur zu einem Vorzeigemodell für umweltfreundliche Energieerzeugung werden, sondern auch zu einem innovativen Laboratorium für die Fortentwicklung von Anlagen zur nachhaltigen und klimafreundlichen Erzeugung von Kraftstoff, Strom und Wärme“, so Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer.

Die „Technologieplattform Bioenergie und Methan“ ist insgesamt ein 30-Millionen-Euro-Projekt. Beteiligt sind daran bisher das Alb Elektrizitätswerk, die Rationelle Energie Süd GmbH, die Technischen Werke Schussental, die Stadtwerke Tübingen, die Stadtwerke Geislingen und die Energieversorgung Filstal (EVF), die das Konzept für die TBM federführend gemeinsam mit dem Engler-Bunte-Institut (EBI), Fachbereich Chemie und Technik fossiler und erneuerbarer Brennstoffe an der Universität Karlsruhe entwickelt haben.

Ein weiterer wissenschaftlicher Partner des innovativen Konzepts der TBM ist, das „Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung“ (ZSW) Baden-Württemberg. Das ZSW gilt als außerordentlich erfolgreiche Stiftung des Landes, das seit über zwanzig Jahren zielstrebig den Auftrag des Landes umsetzt, Technologien zur regenerativen Energiegewinnung zur Marktreife zu führen. So wurde am ZWS unter anderem ein Verfahren entwickelt, dass es ermöglicht, neben Holzhackschnitzeln aus Waldrestholz auch Holz aus der Landschaftspflege zum Erhalt der natürlichen Umgebung der Schwäbischen Alb für die Gaserzeugung einzusetzen. Dieses Verfahren soll unter anderem im Rahmen der TBM angewandt werden.

Im Gewerbepark Schwäbische Alb soll im ersten Schritt auf rund 8000 Quadratmetern ein Holzgaswerk mit einer geplanten Leistung von 10 MW gebaut werden (Investitionsvolumen: ca. 17 Mio. Euro). Das durch die Holzvergasung entstandene Produktgas soll zunächst in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) eingesetzt werden, um in umweltfreundlicher Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) Strom und Wärme in einem gemeinsamen Prozess zu produzieren. Ziel des Projektes ist es nach den Plänen des EBI langfristig auch, das durch die Holzvergasung erzeugte Gas mittels Methanisierung in synthetisches Erdgas umzuwandeln und dieses ins öffentliche Erdgasnetz einzuspeisen. „Gerade für kleine und mittlere Stadtwerke kann dies angesichts beständig steigender Gaspreise auf dem Weltmarkt ein gutes Instrument zur zusätzlichen Absicherung der Preisstabilität sein“, so Kannenberg.

Die bereits gegründete Entwicklungs- und Betreibergesellschaft wird mit sechs Millionen Euro Eigenkapital ausgestattet sein. Die Stadtwerke Tübingen beteiligen sich mit bis zu 1 Mio. Euro, die der Aufsichtsrat bereits genehmigt hat.

Im nächsten Schritt soll eine Biogasanlage dazu kommen, später eine Anlage zur Erdgasverflüssigung und Erdgasspeicherung. Zusätzlich sollen weitere Technologien und Anlagen für die regenerative Energiegewinnung an diesem Standort geprüft und Synergieeffekte zur Erhöhung des Gesamtwirkungsgrades effizient genutzt werden.

Die enge Vernetzung der Kooperationspartner mit wissenschaftlichen Instituten, Forschung und Lehre ist wesentlicher Bestandteil des Konzepts der TBM. Der angestrebte Wissenstransfer zwischen Forschung und Industrie wird bereits dadurch dokumentiert, dass das EBI, das Konzept nicht nur mitentwickelt hat, sondern auch als Mitgesellschafter an der TBM direkt beteiligt ist. Um die Wissenschaft auf möglichst breiter Basis in das Projekt einzubinden, laufen derzeit seitens der EVF Vorgespräche mit weiteren Hochschulen.

Die Planungsarbeiten sind in vollem Gang; Ausschreibungs- und Genehmigungs-verfahren sind für die zweite Jahreshälfte 2008 geplant. Die Bauarbeiten für das Holzgaswerk sollen Anfang 2009 vergeben werden. Fertig gestellt werden soll das Holzgaswerk voraussichtlich bis Ende 2010.

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