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Stadtverkehr: Elektrobus getestet

Auf Testfahrt: Der Elektrobus EBN 10,5 auf der Tübinger Neckarbrücke. (Foto: de Maddalena)

Von Montag bis Donnerstag war er im Stadtverkehr auf Testfahrt unterwegs, der bunt beklebte Elektrobus der tschechischen Firma SOR (siehe Foto). Er legte an einem Tag auf der Linie 20, die zwischen Hauptbahnhof, Rappenberghalde und Industriegebiet „Unterer Wert“ verkehrt, durchschnittlich bis zu 166 Kilometer zurück.

Insgesamt verfügt das getestete Modell EBN 10,5 über eine Reichweite von bis zu 180 Kilometern im besetzten und 250 km im leeren Zustand. Mit seinem 600-Voltantrieb fährt der Bus rein elektrisch und emissionsarm. Platz bietet das rund 10 Tonnen schwere Fahrzeug für rund 85 Fahrgäste, d.h. 19 Sitz- und 66 Stehplätze. Gerade für den Einsatz im Linienverkehr in der Tübinger Altstadt wäre die etwas kleinere Ausführung mit 8 Metern Länge des leisen und schadstoffarmen Elektrobus-Modells EBN 8 aus Sicht des Stadtverkehrs gut geeignet. Allerdings: Im Vergleich zu einem herkömmlichen Dieselfahrzeug sind Elektrobusse derzeit noch deutlich teurer in der Anschaffung. Daher sondiert der Stadtverkehr zusammen mit der Midea Elektrobus GmbH, die das getestete Modell EBN 10,5 des Herstellers SOR exklusiv in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreibt, welche Fördermöglichkeiten von Bund und Land es für eine eventuelle Beschaffung gibt. Zuvor sollen jedoch die während der Testphase erhobenen Daten zum Fahrverhalten, Berggängigkeit, Antrieb, Innenausstattung, Fahrkomfort etc. ausgewertet und gegebenenfalls in einem zweiten Test im Herbst 2012 nochmals überprüft werden.

„Für unsere Kunden den Stadtverkehr zu bezahlbaren Preisen anzubieten ist uns ein Anliegen. Denn auch beim Stadtverkehr müssen Ökologie und Ökonomie gemäß unseren Unternehmensleitlinien bei den Stadtwerken Tübingen zusammengehen“, so Thomas Pawlaczyk, Abteilungsleiter Stadtverkehr bei den Stadtwerken Tübingen GmbH (swt). „Da die Elektromobilität ein wichtiger Baustein beim Thema Ökologische Mobilität der Zukunft ist, ist es uns wichtig, rechtzeitig in das Thema Alternative Antriebssysteme für den Stadtverkehr einzusteigen. Daher haben wir uns bereits zum Jahresbeginn ein Fahrzeug eines anderen Herstellers im Test angesehen. Weitere Tests werden folgen. Denn gerade in Tübingen mit seiner speziellen Topographie durch das starke Berg- und Talgefälle sind Fahrzeuge, die mit Hybrid- oder Elektromotoren ausgestattet sind, besonders gefordert“, so der Verkehrsexperte.

Das dreitürige Modell EBN 10,5 des Herstellers SOR verfügt über eine Leistung von 120 kW und wird über 180 Lithium-Ionen-Batterien mit einer Gesamtkapazität von 172 kWh angetrieben. Die Leistung des Motors wirkt direkt auf den Antrieb, d.h. es ist kein Getriebe für die Übersetzung notwendig, was zu einem höheren Wirkungsgrad gegenüber einem Dieselbus führt.  Somit wird das Fahrzeug vollständig elektrisch angetrieben. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt, laut Angaben des Herstellers, 80 km/h. Der leere Elektrobus hat einen Aktionsradius von 250 km. Da der Frequenzumformer zugleich auch das Batterieladegerät umfasst, braucht der Elektrobus für eine schonende Aufladung keine teure, extra Ladestation. Eine übliche 400 Volt-32A-Steckdose reicht aus, um das Fahrzeug aufzuladen. Für die Aufladung der vollen Kapazität werden insgesamt etwa 7,5 Stunden benötigt. Pro Stunde Aufladung kann die Kapazität für ca. 25 km Fahrt sichergestellt werden. Das 10 Tonnen schwere Fahrzeug des Modells EBN 10,5 verfügt über eine Pneumatische Scheibenbremse und zwei Hydraulikdämpfer im vorderen und vier im hinteren Bereich. Unterstützt wird das System von der hydraulischen Kompaktlenkung. Der Hersteller betont daher vor allem den hervorragenden Durchzug des Fahrzeugs bei gleichzeitigem Fahrkomfort durch ein gleichmäßiges, angenehmes Fahrgefühl. Beides konnten die Testfahrer und Fahrgäste nach ersten Umfragen auf der Linie 20 positiv bestätigen. „Wie gut die Werte des Modells EBN 10,5 am Ende ausfallen werden, muss die genaue Analyse und der Erfahrungsbericht unserer TüBus-Fahrer bringen, die den Bus auf der Linie gefahren haben“, sagte Pawlaczyk.

Die Energiekosten für den Betrieb des EBN 10,5 liegen nach Herstellerangaben bis zu ein Drittel niedriger als die Kraftstoffkosten für einen konventionellen dieselbetriebenen Bus. Auch für die Umwelt bringt der Elektrobetrieb deutliche Vorteile, sofern bei der Aufladung auf Strom aus Erneuerbaren Energien gesetzt wird. In Tübingen wurde der Bus mit dem Ökostrom bluegreen der Stadtwerke Tübingen aufgeladen. Das ist Strom, der zu 100% aus Wasserkraft gewonnen wird. Beziehen können ihn Kunden zu einem Aufpreis von 1,19 Cent pro Kilowattstunde. Die Mehreinnahmen investieren die Stadtwerke Tübingen in den Ausbau der Erneuerbaren Energien, wie beispielsweise in das Wasserkraftwerk in Horb am Neckar, das im April 2011 in Betrieb gegangen ist (Info: http://www.swtue.de/oekostrom).

Durch den Einsatz eines Elektrobusses könnten im Stadtverkehr Tübingen pro Jahr verglichen mit einem Dieselfahrzeug mit einem Gesamtjahresverbrauch von rund 30.000 Litern Dieselkraftstoff rund 78 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

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