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Note 1 für die Wärmeversorgung im Bildungszentrum Ammerbuch

Arthur Sauter, Abteilungsleiter Wärmeversorgung der Stadtwerke Tübingen, führt durch die neue Heizzentrale des Bildungszentrums Ammerbuch und erläutert seine Funktionsweise. (Foto: swt/Schermaul)
Bürgermeisterin Christel Halm (ganz links im Bild) gab den Auftakt zur Führung im Bildungszentrum. Ihr schloss sich Christian Rapp, Schulleiter der Gemeinschaftsschule Ammerbuch, an (zweiter von links). (Foto: swt/Schermaul)
Hofbesitzer Marcus Haischt (Bildmitte) erläutert die Entstehung der (Ab-)Wärme auf dem Lindenhof. (Foto: swt/Schermaul)

Im Frühjahr 2016 hatte der Ammerbucher Gemeinderat den Bau des neuen Bildungszentrums mit Gemeinschaftsschule am Standort Entringen beschlossen. Teil der Ausschreibungen für das Gesamtprojekt war auch ein zum Neubau passendes Energie- und Wärmeversorgungskonzept, das die Gemeinde zusammen mit dem Büro ebök entwickelte. Die Stadtwerke Tübingen bewarben sich mit einer eigenständig entwickelten Wärmelösung – und setzten sich am Ende gegenüber fünf teils überregional tätigen Mitbewerbern durch. Innerhalb von vier Monaten bauten die swt und Hofbesitzer Marcus Haischt Heizzentrale und Wärmeleitung, die bereits im März 2018 in den Probebetrieb gingen.

„Es freut mich ganz besonders, dass bei der europaweiten Ausschreibung der Wärmeversorgung für unsere Gemeinschaftsschule der benachbarte Biogasbetrieb zum Zug gekommen ist“, sagt Christel Halm, Bürgermeisterin der Gemeinde Ammerbuch.

Innovatives swt-Konzept nutzt Abwärme aus Biogasanlage

Das swt-Konzept hat drei wesentliche Bausteine: Biogas-Blockheizkraftwerk, Wärmeleitung und Spitzenlastkessel. Die Biogasanlage und das BHKW stehen auf dem Hof von Marcus Haischt und versorgen den Lindenhof mit Wärmeenergie. Der Hof liegt nur wenige hundert Meter Luftlinie vom Standort des neuen Bildungszentrums entfernt. Die Abwärme aus der Biogas-BHKW-Anlage blieb bislang weitgehend ungenutzt. Teil des Konzepts von swt und Marcus Haischt ist eine über 750 Trassenmeter lange, neu gebaute Wärmeleitung. Sie leitet die Wärme in die neue Heizzentrale des Bildungszentrums. Dort ergänzt ein Spitzenlastkessel das System und sorgt zusätzlich für Versorgungssicherheit in Zeiten erhöhten Wärmebedarfs.

„Die Reihe unserer innovativen, ökologisch und regenerativ geprägten Wärmekonzepte findet hier in Ammerbuch-Entringen eine erfolgreiche Fortsetzung“, sagt swt-Geschäftsführer Dr. Achim Kötzle. „Überschüssige Abwärme sinnvoll weiter zu nutzen ist nachhaltig und naheliegend. Die Nähe der Infrastruktur auf dem Lindenhof zum Bildungszentrum sorgt mit unserer Lösung für eine sinnvolle, effiziente und zuverlässige Wärmeversorgung für das neue Bildungszentrum.“

Leistungsdaten überzeugen

Zu den Hauptkriterien des Ausschreibungswettbewerbs gehörten die Faktoren Kosten, Primärenergiebedarf (siehe Exkurs) und CO2-Emissionen. Gerade beim Primärenergiefaktor und der guten CO2-Bilanz punkteten die Stadtwerke Tübingen. Darüber hinaus überzeugten die swt als regionaler Anbieter und kommunales Versorgungsunternehmen mit ihrer räumlichen Nähe zum Projekt. Über die Gemeindewerke Ammerbuch, an denen die swt beteiligt sind, besteht eine direkte Verbindung in die Gemeinde Ammerbuch. Darüber hinaus betreiben die Stadtwerke Tübingen die Netze für Strom und Erdgas in Ammerbuch.

Gemeinschaftsschule und Sporthalle haben einen Wärmebedarf von rund 557.000 Kilowattstunden pro Jahr. Die Wärmeerzeugung kommt überwiegend aus dem BHKW (ca. 80 %) und teilweise aus dem Erdgaskessel (ca. 20 %). Bei den CO2-Emissionen arbeitet die Anlage deutlich umweltfreundlicher als es bei einer konventionellen Erzeugung der Fall gewesen wäre. Die CO2-Einsparung beträgt über 100.000 kg im Jahr. Das Gesamtkonzept mit allen dazugehörigen Komponenten ermöglichte es den swt, mit einem überzeugenden Primärenergiefaktor von 0,21 ins wettbewerbliche Rennen zu gehen – und am Ende den Zuschlag zu erhalten.

Exkurs: Primärenergiefaktor und Primärenergiebedarf

Der Primärenergiefaktor ist ein Indikator für die eingesetzte Energiemenge von der Energiequelle bis zur Verbrauchsstelle (z.B. Heizzentrale). Je kleiner der Primärenergiefaktor, desto effizienter ist die entsprechende Energieform bzw. Erzeugungstechnologie. Der Primärenergiefaktor bezieht auch Werte mit ein, die anzeigen wie effizient die Energie bereitgestellt wird und wie klimafreundlich sie ist (z.B. CO2-Emissionen). Diese Werte liegen für erneuerbare Energien und Holz deutlich niedriger als beispielsweise die von Heizöl, da Öl bei diesen Faktoren wesentlich schlechter eingestuft wird. Betrachtet wird die gesamte Energiemenge, die notwendig ist, um eine nutzbare Energieform herzustellen (Primärenergiebedarf). Enthalten sind darin auch die Verluste durch Förderung, Transport und Umwandlung der Energie.

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Dr. Ulrich Schermaul

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