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Erste Walabstiegsanlage der Welt mit entwickelt

Ein Buckelwal beim Sprung nahe der Küste. (Bild: Fotolia 11667065)

Kanada hat eine der größten Fluss- und Seendichte weltweit. Die Nutzung der Wasserkraft für die Erzeugung von sauberem regenerativem Strom liegt daher auf der Hand und hat sich zu einem zentralen Zweig der kanadischen Energiewirtschaft entwickelt. Derzeit entstehen mehrere neue, moderne und äußerst leistungsstarke Wasserkraftwerke in den starken Strömungen kanadischer Flussläufe und nutzen die dort im Überfluss vorhandene Urkraft des Wassers. Zu diesen Projekten zählt auch das „Site C Clean Energy Project“ im Nordosten der Provinz British Columbia. Anfang 2015 war der Bau des 8,8 Milliarden kanadische Dollar teuren Projekts genehmigt worden. Seit Jahresmitte 2015 laufen mittlerweile die Bauarbeiten der 1.050 Meter breiten und 60 Meter hohen Talsperre am Peace River in British Columbia. Nach seiner Fertigstellung soll das größte Wasserkraftwerk des Landes, das rund 5.100 Gigawattstunden Strom pro Jahr erzeugt, ab dem Jahr 2024 rund eine halbe Million Haushalte mit Strom versorgen. Von Beginn an stand das Bauprojekt allerdings stark in der Kritik bei Umweltaktivisten. Die Freigabe des Projekts wurde daher an insgesamt 80 Bedingungen zum Schutz der Umwelt, des Gewässers und des Artenreichtums geknüpft. 

Erfolgreiche Technik auf größere Dimensionen angewendet

Mit der Expertise der Stadtwerke Tübingen konnte nun ein wichtiger technischer Aspekt für den Naturschutz unter den speziellen Anforderungen der kanadischen Gewässer und des dortigen Artenreichtums geklärt werden. Die Tiefe und Breite des Peace River erlaubt es bisweilen auch Buckelwalen, kleineren Grauwalen und Delfinen, den Fluss auf ihrem Weg in den Ozean zu durchschwimmen. Die Frage, wie auch solche größeren Meeres- und Flusstiere die Wasserkraftanlage schadlos überwinden können, stellte das Beraterteam der swt vor eine noch nie da gewesene Herausforderung. Delegationsleiter Johannes Fritsche berichtet: „Wir mussten die am Neckar bewährte Technik unseres Fischabstiegs und der Evakuierungsanlage, die schrittweise die Flusstiere durch das Ziehen von Registerklappen im Abstiegsturm durch das Kraftwerk und sieben Meter Höhenunterschied hinunterleitet, auf Tiere übertragen, die viele hundert Mal größer sind. Dazu haben wir in Kanada mit 60 Metern Höhenunterschied am Stauwehr über acht  Mal so viel Höhe zu überwinden wie hier bei uns am Neckar“. Was zu Beginn kaum einer der Tübinger Delegation zu hoffen gewagt hatte, wurde während der vierwöchigen Beratungen mit den Kraftwerksbauern in Vancouver Realität: die Übertragung der deutschen Fischabstiegstechnik auf die kanadischen Überdimensionen gelang. Fritsche: „Unsere Experten haben die Dimensionen der Walabstiegsanlage so berechnet, dass permanent ausreichend Wasservolumen in den insgesamt 20 jeweils drei Meter hohen Wasserkabinen vorhanden ist, um auch ausgewachsenen Buckelwalen einen komfortablen Abstieg in den Unterlauf des Peace River hinter dem Kraftwerk zu ermöglichen. Darauf sind wir stolz, denn es zeigt, dass gute Technik im Kleinen mit schwäbischer Gründlichkeit und etwas Phantasie auch im Großen funktioniert“.

Walabstieg weiteres Beispiel für Innovationskraft der Stadtwerke Tübingen

Für die Stadtwerke Tübingen ist das  „Site C Clean Energy Project“ ein weiteres Feld innovativer Technik-Weiterentwicklung und Beratung. Erst 2015 waren die swt für ihren „BoFit-Optimierer“ mit dem VKU-Innovationspreis ausgezeichnet worden. Durch die intelligente Pumpensteuerung in Wasserbehältern lässt sich bis zu 30 Prozent Stromkosten sparen und gleichzeitig das Netz stabilisieren.

 

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News-Update vom 2. April 2016

Für den Fall, dass kanadische Wale tatsächlich in der Nähe eines Wasserkraftwerks auftauchen würden, wäre es eine technische Revolution gewesen: Die gestrige swt-Pressemeldung über eine Beratertätigkeit bei der Entwicklung der weltweit ersten Walabstiegsanlage in Kanada war allerdings frei erfunden – ein Aprilscherz.    

Im Zuge des swt-Aprilscherzes wurde gleich auch noch das Wort "Walabstiegsanlage" erfunden. Bis zum 31.03.16 gab es zu diesem "Fachwort" keinen einzigen Google-Treffer. Das reale - wenn auch sehr spezielle - Ursprungswort "Fischabstiegsanalage" bringt es dafür auf immerhin 1.970 Google-Treffer.

Wahr ist an der ganzen Geschichte allerdings, dass die Fischabstiegsanlage am swt-Wasserkraftwerk Rappenberghalde tatsächlich seit einigen Jahren gute Dienste in Sachen Fisch- und Tierschutz leistet.

Pressemitteilung vom 19.02.2016

Auch den VKU-Innovationspreis für die Eigenentwicklung „BoFit-Optimierer“ haben die swt im letzten Jahr tatsächlich gewonnen und arbeiten auch zukünftig an Innovationen der Energie- und Wasserversorgung.

Pressemitteilung vom 11.11.2015

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