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An der Rappenberghalde wandern Fische und Aale barrierefrei

Peter Kaiser (Abteilungsleiter Erzeugung der swt, 2.v.r.) erklärt Regierungspräsident Dr. Jörg Schmidt (2.v.l.) und Mitgliedern des Fischereibeirats die Funktionsweise der Fischabstiegsanlage. (Foto: swt/Schermaul)
Die Anlage ist ein gelungenes Beispiel für den Einklang von Energiegewinnung und Ökologie. (Foto: swt/Schermaul)
Die Fischabstiegsanlage hat sich seit ihrer Fertigstellung 2014 bewährt. (Foto: swt)

Im Rahmen einer Sitzung des Fischereibeirates stellte Dr. Manuel Konrad vom Regierungspräsidium Tübingen die Untersuchungsergebnisse der Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg über die Fischabstiegsanlage am Wasserkraftwerk Rappenberghalde vor. Im Anschluss an den Tagesordnungspunkt besuchten die Beiratsmitglieder gemeinsam mit Regierungspräsident Dr. Jörg Schmidt die Wasserkraftanlage Rappenberghalde und ließen sich die Funktionsweise erläutern. Peter Kaiser, Abteilungsleiter Erzeugung der swt, erläuterte dabei, wie die Fische durch die 2014 in Betrieb genommene Baukonstruktion in einen Abstiegsschacht geleitet werden, um von dort dann stufenweise die insgesamt sieben Meter Fallhöhe heruntergelassen zu werden, bis es hinter dem Wasserkraftwerk für sie in die Sargassosee weitergeht.

Regierungspräsident Dr. Jörg Schmidt zeigte sich beim Vor-Ort-Termin beeindruckt von der Anlage und betonte dabei auch die Bedeutung der Durchgängigkeit von Wasserwegen: „Die Wanderung von Fischen zu ihren Laichgebieten hat man in unseren Flüssen lange Zeit vernachlässigt. Mit den Turbinen der Wasserkraftwerke lauern auf diesem Weg tödliche Fallen, wenn es keine Fischabstiegsanlagen als Schutzvorkehrung gibt. Umso mehr freut es mich, dass verantwortungsvolle Wasserkraftwerkbetreiber mit hohem Investitionsaufwand solche Schutzsysteme einrichten.“

Baulich anspruchsvolles Projekt bewährt sich in der Praxis

Der Bau der Anlage im Sommer 2014 war eine anspruchsvolle Herausforderung. Die Stadtwerke Tübingen haben rund 700.000 Euro in die Fischabstiegsanlage investiert und dabei auf rund 1,5 Millionen Kilowattstunden Strom verzichtet, da während der Bauarbeiten die Anlage abgeschaltet war. Durch die Modernisierung erhalten die Stadtwerke eine höhere Vergütung für den produzierten Strom und können dadurch eine Refinanzierung der Investition realisieren. Der Erfolg des Bauprojekts gibt den Stadtwerken Recht. Die Anlage funktioniert und auch die stark gefährdeten Aale nutzen die Anlage problemlos.

Entsprechend positiv fällt auch das Zwischenfazit von Peter Kaiser, Abteilungsleiter Erzeugung der Stadtwerke Tübingen, aus: „Das System hat sich grundsätzlich bewährt. Nach neuesten Beobachtungen in der laufenden Optimierungsphase nutzen die Fische die Abstiegsanlage. Wir werden noch an der einen oder anderen ‚Stellschraube‘ drehen müssen, aber es freut uns sehr, dass das ausgeklügelte System in der Praxis tatsächlich funktioniert.“ Ortwin Wiebecke, Sprecher der Geschäftsführung der swt, stellt den positiven Gesamtnutzen der Anlage heraus:  „Wir freuen uns, dass wir mit unserer Investition und unserem Engagement einen wichtigen Beitrag für den Fischschutz am Wasserkraftwerk Rappenberghalde und damit zum Erhalt des Ökosystems Neckar beisteuern konnten. Auch dank der guten Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Tübingen ist das Projekt ein gelungenes Beispiel für Wasserkraftanlagen im Einklang mit der Natur geworden. Die höheren EEG-Vergütungssätze unterstützen Wasserkraftwerksbetreibern dabei, ihrer Verantwortung für den Tierschutz nachzukommen und in effektive Schutzsysteme zu investieren.“

Die Stadtwerke Tübingen haben sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 die Hälfte des Tübinger Strombedarfs selbst aus erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen. Die Wasserkraftnutzung am Neckar in den insgesamt drei Anlagen der Stadtwerke, trägt aktuell einen Anteil von acht Prozent zu diesem Ziel bei. Ihrer Verantwortung für den Fisch- und Tierschutz kommen die Stadtwerke dabei auf unterschiedliche Weise nach. Für jede Anlage gibt es technisch individuelle Lösungen. Das historische, 1911 erbaute, Neckarwerk erhielt beispielsweise bereits 1996 eine Fischtreppe.

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