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Ammerkanal: Wasserkraftpotential soll genutzt werden - Stadtwerke Tübingen planen Bau einer Wasserkraftanlage am Altstadtrand

„Wir wollen auch die kleinste Chance möglichst optimal nutzen, um die regenerative Stromerzeugung in Tübingen zu fördern. Dabei soll die jetzt geplante Anlage an der Gerstenmühle auch einen Anschauungs- und Vorführcharakter haben. Denn hier kann jeder, der sich in oder aus Richtung Altstadt bewegt, selbst sehen, wie mit dem natürlichen Antrieb des Wasserlaufes, Strom umweltfreundlich direkt hier vor Ort erzeugt werden kann“, so Wilfried Kannenberg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen.

Oberbürgermeister Boris Palmer ist von der Aussicht auf blau-grünen Strom aus der Ammer begeistert: „Über Jahrhunderte war der Ammerkanal Tübingens wichtigste Energiequelle. Die Stadtwerke knüpfen an diese Tradition an und erzeugen das, was wir heute am dringendsten brauchen: klimafreundlichen Strom aus erneuerbaren Energien.“

Derzeit sind Ingenieure der Stadtwerke damit beschäftigt, Gutachten zu erstellen und Standorte zu prüfen. „Der jetzt vorgesehene Standort an der Gerstenmühle bietet gute Voraussetzungen für eine solche Nutzung“, so Arthur Sauter, Abteilungsleiter Zentrale Planung bei den swt. Derzeit laufen verschiedene Gespräche unter anderem mit dem Tiefbauamt. „Denn zunächst müssten die historischen Holzräder restauriert und wieder vollständig instand gesetzt werden. Erst dann können im Inneren neue Bauteile für die Anlagentechnik eingesetzt werden, wie beispielsweise Getriebe und Generator“, erklärt der Anlagenplaner.

Das linke der beiden Holzwasserräder, das jetzt für die Stromproduktion genutzt werden soll, geht zurück auf die ehemalige Lohmühle, die 1494 erstmals als Gerbermühle erwähnt wird und sich im Besitz der Tübinger Rotgerberzunft befand. Das rechte Rad gehörte zur einstigen Gerstenmühle, die 1492 erstmals urkundlich erwähnt ist. Es wurde ursprünglich für den Antrieb des Stampf- und Schlagwerks in der nebenstehende Mühle eingesetzt, um Öl aus Samen oder Früchten zu gewinnen. Aufgrund seiner technischen Ausrichtung und Lage kann es für die Stromerzeugung nur indirekt mitgenutzt werden.

Die Holzwasserräder grenzen an ein Gebäude der GWG. Im Auftrag der GWG hat das Architekturbüro Prof. King, Söllner + Partner ein Baugesuch für das betreffende Projekt, Eckhaus Schwärzlocher Straße 6 und 8, eingereicht. Die Architekten haben im Rahmen ihrer Planungen frühzeitig die Stadtwerke eingebunden, um im Zuge des Energiekonzeptes auch die Stromerzeugung aus Wasserkraft einzubeziehen.

Rund 40.000 bis 50.000 Euro haben die Stadtwerke für den Bau der neuen Kleinwasserkraftanlage am Ammerkanal an Investitionen vorgesehen. Bei einer voraussichtlichen Leistung von ca. 2 kW produziert sie nach derzeitigem Stand der Planungen etwa 14.000 kWh pro Jahr. Damit lassen sich bis zu 10 Singlehaushalte in Tübingen mit Strom versorgen. Diese Haushalte profitieren dann auch davon, dass sich in Tübingen immer mehr Menschen für einen Ökostromtarif der Stadtwerke entscheiden. Denn mit den zusätzlichen Einnahmen aus ihren beiden Ökostromtarifen bluegreen (Strom 100 % aus Wasserkraft) und energreen (Strom 100 % aus regenerativen Quellen), fördern die Stadtwerke den Bau von Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung sowie Umwelt- und Klimaschutzprojekte.

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