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FAQ zu Preisentwicklung und Versorgungssicherheit in der Fernwärme

Wie werden sich die Wärmepreise in Tübingen entwickeln?

Unsere Fernwärme wird aktuell überwiegend durch erdgasbetriebene Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erzeugt. Deshalb schlagen die hohen Erdgas-Beschaffungskosten voll auf den Wärmepreis durch. Wir erwarten, dass auch die Fernwärme zum Jahreswechsel deutlich teurer wird und mindestens der Preisentwicklung wie bei unseren Erdgastarifen folgt. Um wie viel genau die Preise steigen werden, können wir noch nicht sagen, weil der Erdgasmarkt noch sehr volatil ist. Der genaue Preis steht Mitte November fest.

Bereits seit mehreren Jahren beschäftigen wir uns mit dem Umbau der Fernwärme bzw. mit der Integration von Erneuerbaren Energien. Wesentliche Bausteine wie z.B. eine Freiflächen-Solarthermieanlage, eine Abwasser-Großwärmepumpe und ein Holzheizwerk befinden sich in Planung. Momentan gehen wir davon aus, diese Maßnahmen bis zum Jahr 2026 umzusetzen, die Solaranlage vsl. noch früher. Die Maßnahmen (Investitionen ca. 100 Mio. € abzgl. Fördermittel) dienen dem Klimaschutz, der Versorgungssicherheit und sie sollen zukünftig mehr Preisstabilität durch die Integration von Umweltwärme bringen.

Wie erfolgt die Beschaffung der Brennstoffe für die Wärmeerzeugung?

Das Erdgas in den TüWärme-Tarifen wird für jedes Kalenderjahr über einen Zeitraum von einem Jahr beschafft. Der Beschaffungsvorgang endet zwei Monate vor Lieferbeginn. Das Erdgas für das Abrechnungsjahr 2023 wird also von November 2021 bis Oktober 2022 zu jeweils gleichen Teilen monatlich beschafft. Damit schlagen die Preissprünge vom Erdgasbezug schneller bei Wärmekunden durch, als bei Erdgaskunden. Für Erdgaskunden wird das Erdgas in einem Zeitraum von bis zu drei Jahren vor Lieferbeginn gekauft. Im Gegenzug dazu fällt der Fernwärmepreis auch wieder schneller, wenn sich die Lage am Erdgasmarkt entspannt.

Ist der Wärmepreis in Netzen mit Anteilen aus erneuerbaren Energien, z.B. mit Klärgas, günstiger?

Momentan haben wir in Tübingen ein solidarisiertes Preissystem für alle Fernwärmenetze. D.h. die großen effizienten Netze stützen auch die weniger effizienten. Es gibt also einen einheitlichen Wärmepreis für alle Abnehmer, egal wie hoch die Anteile der erneuerbaren Energien bei den einzelnen Abnahmestellen sind. Je mehr Anteile Erneuerbare Energien in der Wärme stecken, desto stärker profitieren alle Wärmekunden.

Was kann ich als Kundin oder Kunde tun?

Energiesparen: Bitte prüfen Sie, ob Sie in Ihrem Haushalt Wärme einsparen können. Auf unserer Internetseite www.swtue.de/energiesparen oder auf der Seite der Verbraucherzentrale finden Sie viele Tipps dazu.

Monatlicher Abschlag: Bitte prüfen Sie, ob Ihr monatlicher Abschlag noch zu Ihrem Verbrauch passt. Sollte Ihr Verbrauch unverändert sein, ist eine Erhöhung des Abschlags sinnvoll, um hohe Nachzahlungen bei der Jahresabrechnung zu vermeiden.

Bei Zahlungsschwierigkeiten: Bitte zögern Sie nicht, bei Zahlungsschwierigkeiten mit unserem Kundenservice unter Tel. 07071 157-455 so früh wie möglich Kontakt aufzunehmen.

Ist die Wärmeversorgung im Falle einer Gasmangellage in Tübingen sicher?

Die Erdgasversorgung für unsere Fernwärmeerzeugung bzw. zur Versorgung unserer Fernwärmekunden ist aktuell sichergestellt.

Wenn es im Falle einer Gasmangel-Lage z.B. zu einem Erdgasverbrennungsverbot in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (Stromerzeugungsanlagen) kommt, können die Wärme-Erzeugungsanlagen der swt zum großen Teil mit Heizöl betrieben werden. Die swt halten die Bevorratung der Heizöltanks so vor, dass auch ohne Nachtanken nur mit Heizöl für mehrere Wochen eine Vollversorgung mit Wärme sichergestellt werden kann. Vor diesem Hintergrund haben die swt ihre Heizöl-Lagerbestände auf die maximale Kapazität aufgefüllt.

Alle Fernwärmekunden sind grundsätzlich geschützte Kunden und werden – solange Erdgas oder Heizöl zur Verfügung steht – mit Fernwärme versorgt.

FAQ zur Fernwärmeversorgung allgemeines

Kann ich mein Haus an die Fernwärme anschließen?

Wenn eine Fernwärmeleitung in Ihrer Straße liegt, ist ein Anschluss in der Regel möglich. Auf unserem Übersichtsplan der Tübinger Fernwärmenetze sehen Sie, welche Stadtgebiete erschlossen sind. Bitte erkundigen Sie sich im Einzelfall bei uns nach Machbarkeit und Aufwand für die Hausanschlussleitung.

Wie kann ich mein Haus ans Tübinger Fernwärmenetz anschließen lassen?

Wenn Ihr Haus bereits eine Warmwasserzentralheizung besitzt, muss nur der Heizkessel durch eine Übergabestation ersetzt werden. Hierfür beauftragen Sie am besten das örtliche Fachhandwerk. Die Hausanschlussleitung bis zum Heizraum verlegen wir. Die einmaligen Kosten für den Anschluss ans Fernwärmenetz bezuschussen wir im Rahmen eines Förderprogramms.

Wie viel kostet TüWärme?

Die jährliche Wärmeabrechnung setzt sich aus den Verbrauchskosten [(Arbeitspreis + Emissionspreis) x Verbrauch in „Kilowattstunden“ kWh] sowie dem Grund- und dem Messpreis zusammen, die Sie auf dem Preisblatt TüWärme finden. Gerne erstellen wir Ihnen ein individuelles Angebot.

Kann ich meine Abschlagszahlungen anpassen?

Die Abschläge zur Wärmerechnung legen wir anhand des bisherigen Verbrauchs fest. Auf Wunsch können wir diese jederzeit anpassen.

Fördern die Stadtwerke die Sanierung meiner Übergabestation?

Übergabestationen für Fernwärme sind normalerweise robust und zeichnen sich durch ihre langlebige Technik aus. Dennoch lohnt es sich, nach mehreren Jahrzehnten Betriebszeit den Stand der Technik zu prüfen. Das Angebot für eine neue Station erhalten Sie von einem Heizungsbauer. Wir unterstützen die Erneuerung Ihrer Übergabestation finanziell im Rahmen eines Förderprogramms mit bis zu 1.800 Euro. Informationen zum Förderprogramm finden Sie bei den Fernwärme-Preisen ganz unten bei den Downloads.

Welche Anschlussleistung ist für die Fernwärmelieferung maßgeblich?

Der Anschlusswert des Gebäudes setzt sich aus der von einem Fachplaner oder Bauphysiker berechneten Heizlast „Raumheizung“ (Heizlastberechnung nach DIN EN 12831) und der anhand für das Gebäude ermittelten Bedarfskennzahl N (nach DIN 4708) festgelegten Heizlast „Trinkwassererwärmung“ zusammen. Dieser Wert bestimmt den Grundpreis der Wärmelieferung.

Wirkt sich eine Gebäudesanierung auf die Anschlussleistung aus?

Die Heizlast eines Gebäudes sinkt nach einer energetischen Gebäudesanierung oft erheblich, zum Beispiel nach dem Einbau eines Vollwärmeschutzes und neuer Fenster. Nach Vorlage einer aktuellen Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ist der Abschluss eines Wärmeliefervertrags mit reduzierter Anschlussleistung möglich, sofern die Voraussetzungen der Allgemeinen Bedingungen TüWärme erfüllt sind.

Keinen Einfluss auf die Anschlussleistung hat eine Zusatzbeheizung mit regenerativen Energien (Kaminofen oder Solaranlage) oder die eingeschränkte Nutzung eines Gebäudes bei Leerstand einiger Räume oder bei gesunkener Bewohnerzahl.

Da durch eine energetische Gebäudesanierung der Trinkwarmwasserbedarf nicht beeinflusst wird, bleibt dieser Bestandteil des Gebäude-Anschlusswertes unverändert bestehen.

Was ist der Primärenergiefaktor und was sagt er aus?

Jeder Energieträger, wie beispielsweise Heizöl, Erdgas oder Biogas, weist einen spezifischen Primärenergiefaktor auf. Dieser berücksichtigt den Energieverlust bei der Gewinnung, Umwandlung und Verteilung eines Energieträgers. Je umweltschonender die Energieform und ihre Umwandlung, desto niedriger ist der Primärenergiefaktor. Ein geringer Primärenergiefaktor steht für eine optimale Ausnutzung der eingesetzten Ressourcen. Unsere TüWärme steht im Vergleich zu anderen Energieträgern besonders gut da:

  • Strom: 2,6
  • Erdgas: 1,1
  • Heizöl: 1,1
  • TüWärme im Netz Innenstadt: 0,70 (Altstadt, Wilhelmstraße, Kliniken, Geissweg)
  • TüWärme im Netz Nordstadt: 0,17 (Waldhäuser-Ost, Ochsenweide, Haußerstraße)
  • TüWärme im Netz Südstadt: 0,34 (Loretto, Franz. Viertel, Galgenberg, Uhlandstraße)
  • TüWärme im Netz Alte Weberei: 0,00
  • TüWärme im Netz Freibad: 0,61

Stand 2020 – die aktuellen Zertifikate finden Sie in unserem Downloadcenter.

Warum hat ein Wärmeliefervertrag eine Laufzeit von zehn Jahren?

Als Wärmekunde beziehen Sie die Wärme für Heizung und Warmwasserbereitung aus unserem Wärmenetz. Wir investieren in das Netz und die Wärmeerzeugungsanlagen, damit Sie sicher und zuverlässig versorgt werden können. Um Wirtschaftlichkeit und Investitionssicherheit zu gewährleisten, hat der Gesetzgeber in der AVBFernwärmeVeine Erstlaufzeit von maximal zehn Jahren vorgesehen. Als Kunde haben Sie dadurch die Sicherheit, dass Sie über diesen Zeitraum in keine eigene Anlage investieren müssen.

Bernd Blank

Wärmeversorgung
07071 157-455
waerme@swtue.de

Marco Piras

Wärmeversorgung
07071 157-455
waerme@swtue.de

Karin Rein

Wärmeversorgung
07071 157-455
waerme@swtue.de