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Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge am Niederspannungsnetz

Informationen zur Anmeldung beim Netzbetreiber

Anmeldepflicht! Warum?

Weil es sich bei einer E-Ladeeinrichtung um einen großen Stromverbraucher handelt, der über längere Zeit am Stromnetz verbleibt, muss sie zwingend beim jeweiligen Netzbetreiber angemeldet werden. Denn sowohl das Netz als auch der Hausanschluss müssen leistungsgerecht auf die Stromlast ausgelegt werden. Das gilt nicht nur für Ladeeinrichtungen, sondern für alle großen Stromverbraucher. Gesetzlich ist es durch § 19 NAV verankert.

Die Anmeldepflicht besteht ab einer Bemessungsleistung von 3,6 kVA. Beträgt die Summe der Bemessungsleistungen von Ladeeinrichtungen je Kundenanlage mehr als 12 kVA muss der Netzbetreiber der Installation sogar zustimmen. Mehr Informationen dazu gibt es in unseren Technischen Anschlussbedingungen (TAB).

1. Anmeldung

Zu allererst müssen wir gemeinsam mit Ihnen prüfen, ob der Anschluss einer Ladestation am gewünschten Ort möglich ist. Dafür muss die Ladeeinrichtung mit den folgenden Dokumenten angemeldet werden:

  1. Formular "Anmeldung zum Netzanschluss “
  2. Datenblatt für Ladeeinrichtungen
  3. Bei einem separater Neuanschluss benötigen wie zusätzlich einen Lageplan, aus dem der Standort für die Ladeeinrichtung hervorgeht

Wichtig! Wir können Ihre Anmeldung nur dann bearbeiten, wenn uns beide Formulare vollständig ausgefüllt vorliegen. Bitte senden Sie uns die Dokumente:

  • per E-Mail: netzservice@swtue.de
  • per Post: Stadtwerke Tübingen GmbH, TS-Netzservice, Eisenhutstraße 6, 72072 Tübingen
  • oder – in Ausnahmefällen – per Fax: 07071 157-248.

2. Montage und Inbetriebsetzung

Damit wir als Netzbetreiber wissen, ab wann wir mit der Ladeleistung rechnen müssen, benötigen wir als Fertigmeldung Ihrer Ladeeinrichtung das Formular „Inbetriebnahme/Inbetriebsetzung/Änderungsmitteilung“ von Ihrem Elektroinstallateur. Bei Bedarf beantragt er über dieses Formular auch einen Zähler für die Ladeeinrichtung.

Weiterführende Informationen

Mobile Ladeeinrichtungen (Achtung!)

Auch für mobile Ladeeinrichtungen (für Steckdosen) gilt die Anmelde- bzw. Zustimmungspflicht, wenn sie zur Ladung eines Elektrofahrzeugs in einem unserer Netzgebiete verwendet wird. In diesem Fall muss die Steckdose, über die die mobile Ladeeinrichtung angeschlossen wird, in Kombination mit der mobilen Ladeeinrichtung angemeldet werden.

Achtung!

Der Ladevorgang eines Elektrofahrzeugs ist als eine Dauerbelastung (Dauerbetriebsstrom) zu betrachten. Haushaltsübliche Steckdosen sind oft nicht auf eine solche Dauerbelastung ausgelegt oder abgesichert. So kann der angegebene Bemessungsstrom meist nur kurzzeitig und nicht dauerhaft geführt werden. Steckdosen zum Laden eines Elektrofahrzeugs müssen aus diesem Grund vom Elektroinstallateur überprüft bzw. speziell auf diese Dauerbelastung ausgelegt werden. Andernfalls kann es zu einer Überlastung und starken Erwärmung kommen und unter ungünstigen Bedingungen besteht sogar die Gefahr eines Brandes.

Wirkleistungssteuerung (Unterbrechbarkeit)

Ladeeinrichtungen mit einer Summen-Bemessungsleistung von mehr als 12 kW je Kundenanlage müssen eine Möglichkeit zur Realisierung einer Wirkleistungssteuerung (Unterbrechbarkeit) durch den Netzbetreiber nach VDE-AR-N 4100 aufweisen.

Vermindertes Netznutzungsentgelt

Sie haben die Möglichkeit, Ihre Ladestation als "unterbrechbaren Verbraucher" zu betreiben. Nach § 14a EnWG gilt ein vermindertes Netznutzungsentgelt, wenn Geräte als unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen ausgeführt sind. Erforderlich hierzu sind ein separater Stromzähler sowie ein Steuergerät (Rundsteuerempfänger). Die Abschaltung erfolgt nur, sofern es netztechnisch notwendig ist (z. B. bei Lastspitze) für max. zwei Stunden. Die Freigabezeit bis zur nächsten Abschaltung ist mindestens so lang wie die vorherige Abschaltzeit.

Symmetrischer Betrieb

Beim Betrieb von Kundenanlagen darf durch das Laden von Elektrofahrzeugen eine durch diese Geräte verursachte Unsymmetrie von insgesamt 4,6 kVA zwischen den Phasen nicht überschritten werden, vgl. Kapitel 5.5 VDE-AR-N 4100. Der kostenlose FNN-Hinweis „Anforderungen für den symmetrischen Anschluss und Betrieb nach VDE-AR-N 4100“ erläutert diese Anforderungen näher.

Technischer Leitfaden für Ladeinfrastruktur Elektromobilität

Der Leitfaden richtet sich an:

  • Eigenheim- und Immobilienbesitzer
  • Immobilienverwalter und Parkhausbetreiber
  • Architekten und Städteplaner
  • Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung
  • Netzbetreiber und Energielieferanten
  • Elektroplaner und -installateure

Technischer Leitfaden "Ladeinfrastruktur Elektromobilität"

Hintergrundwissen zur eigenen Ladestation

Weitere Informationen und Hintergrundwissen finden Sie außerdem im Magazin Backbone des VDE. Dort finden Sie unter anderem eine Checkliste zur eigenen Ladestation.

Sophia Engelbrecht

Technische Bearbeitung
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