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Tübinger Härtetest bestanden: Elektrobus von Mercedes-Benz überzeugt bei Testfahrt

Bereit zur Testfahrt auf einer der steilsten Tübinger TüBus-Linien in Richtung Sternwarte. (Foto: swt/Schermaul)
In rund einem Jahr rollt der erste eCitaro mit seinem markanten Design erstmalig im TüBus-Linienbetrieb. (Foto: swt/Schermaul)
Zwischenstopp für den eCitaro in im Tübinger Teilort Hagelloch. (Foto: swt/Schermaul)

Seine Weltpremiere feierte der erste elektrische Citaro im September 2018 auf der IAA Nutzfahrzeuge. Nur wenige Wochen später drehte nun ein Vorserienfahrzeug in Tübingen seine Runden. Die swt testeten auf verschiedenen TüBus-Linien mit den größten Steigungen ausführlich die Leistungsfähigkeit. Die allermeisten der TüBusse sind Diesel betriebene Citaro-Modelle.

Vor wenigen Wochen hatte Marktführer Mercedes-Benz nun auch die serienreife, rein elektrische Variante des Citaro vorgestellt. Im Tübinger Härtetest erwies er sich bei anspruchsvoller Linientopografie als ausgereift und für Tübingen tauglich. Unter anderem fuhr der voll beladene eCitaro die Route der Linie 3 Richtung Sternwarte und Obere Viehweide. „Der eCitaro hatte keine Probleme bergauf und beim An- und Wegfahren aus einer Haltestelle am Berg“, sagt Hans Zeutschel, Bereichsleiter Öffentlicher Personennahverkehr der Stadtwerke Tübingen.

Erster E-Bus für den TüBus-Linienbetrieb kommt in rund einem Jahr

Nach dem erfolgreichen Praxistest und nachgelagerten Auswertungen haben sich die Stadtwerke entschieden: sie werden den Einsatz des ersten E-Busses in Tübingen vorbereiten. Als erster rein elektrischer Linienbus soll ein eCitaro von Mercedes-Benz in etwa einem Jahr durch die Universitätsstadt rollen. So lange ist aktuell die Lieferzeit. „Nach jahrelangen Tests mit E-Bussen verschiedenster Hersteller, die unsere Anforderungen nicht erfüllt haben, ist jetzt ein serienreifer E-Bus auf dem Markt, bei dem das Gesamtpaket so positiv ausfällt, dass wir 2019 mit einem ersten Fahrzeug dieser Modellreihe für die TüBus-Flotte starten werden“, sagt swt-Geschäftsführer Ortwin Wiebecke.

Einsetzen können die swt den E-Bus voraussichtlich auf eingekürzten Linienumläufen. Aktuell sind rund 150 Kilometer Reichweite möglich – wenn man eine nicht-elektrische Zusatzheizung einsetzt, die den Akku des Elektroantriebs entlastet. Das ist zwar einer der bislang besten Werte in puncto Reichweite. Zu einem TüBus, der auch längere Tagesabschnitte auf Linie betrieben werden könnte, fehlt es allerdings noch an Reichweite. Die Weiterentwicklung im Batteriesektor dürfte dieses Manko in absehbarer Zeit sukzessive ausmerzen: bis Ende 2019 sollen 180 Kilometer, ab 2021 sogar 250 Kilometer Reichweite möglich sein – dann ergänzt durch zusätzliche Brennstoffzellen-Technik an Bord. „Technik und Akkus werden sich immer weiter verbessern“, sagt Zeutschel. „Das stimmt uns für die Zukunft positiv. Umläufe für den Einsatz von E-Bussen einzukürzen ist bei einigen wenigen Linien möglich, allerdings nicht auf das gesamte Streckennetz anwendbar.“

Infrastruktur so wichtig wie Fahrzeugleistung

Ein eCitaro (Solobus) kostet circa doppelt so viel wie ein vergleichbarer Citaro mit Dieselantrieb und Abgasnorm Euro 6. Landesförderprogramme bieten die Möglichkeit, einen Teil der Mehrkosten für die Beschaffung von Bussen mit Elektroantrieb zu subventionieren.

Eine Unbekannte bleibt für die swt zunächst, wie sich Wartungs- und Reparaturkosten sowie der Wiederverkaufswert entwickeln werden. Einsparungen ergeben sich hingegen bei den Energiekosten. Mit der Partnerwerkstatt von Mercedes-Benz vor Ort stünde ein Betrieb mit dem notwendigen Know-how bereit.

Die notwendige Ladeinfrastruktur ist ein weiterer Aspekt, den die swt in ihren Überlegungen bewerten müssen. Die Ladezeit für den eCitaro als Solobus-Version (ein eCitaro als Gelenkbus soll ab Ende 2020 verfügbar sein) liegt bei rund fünf Stunden. Da der Einsatz erst in rund zwölf Monaten erfolgen kann, ergibt sich für die swt eine Vorlaufzeit, um auch die TüBus-Infrastruktur für den ersten E-Bus in Tübingen aufzubauen.

„Nur wenn Ladeinfrastruktur, Wartung- und Servicemöglichkeiten, Linienplanung und Fahrzeugleistung zusammenpassen, wird ein E-Bus im Linienbetrieb dauerhaft erfolgreich eingesetzt werden können“, sagt swt-Geschäftsführer Ortwin Wiebecke. „Unsere Fahrgäste erwarten vom TüBus Zuverlässigkeit und Komfort. Darauf werden wir bei unseren Planungen besonderen Wert legen.“

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