
Mit dem Ausbau des Loretto-Areals und des Französischen Viertels wurde das Tübinger Fernwärme-Netz erheblich erweitert.
Zur Unterstützung des BHKW im Eisenhut produziert die Heizzentrale Lorettoplatz seit 2003 Wärme in zwei Gaskesseln. Mit einer Leistung von 4600 kW ist sie eine der größten Anlagen der Stadtwerke. Die Heizzentrale der ehemaligen Hindenburg-Kaserne in der Französischen Allee erzeugt heute mit drei modernen Gaskesseln eine Gesamtwärmeleistung von 4550 kW. Weitere Heizzentralen für den Spitzenbedarf gibt es unter anderem im alten Heizwerk Waldhäuser-Ost und im Uhlandbad.
In den Heizkesseln wird das Wasser bis auf 110°C erhitzt und dann mit einer Fließgeschwindigkeit von etwa einen Meter pro Sekunde durch gut isolierte Rohre zu den Hausanschlüssen geschickt. Bis zu einem Meter tief im Boden liegen die zwei Fernwärme-Rohre. Wie bei der Wärmeverteilung in einem Haus benötigt man eine Rohrleitung zum Hin- und eine zum Rücktransport.
In der Fernwärmeübergabestation erwärmt das Wasser aus der Fernwärmeleitung über Kontaktflächen und -rohre das Wasser im Heizsystem des Hauses. Die Übergabestation arbeitet als Wärmetauscher: Dabei wird das Heizwasser bis auf etwa 60°C abgekühlt und fließt dann durch das zweite Rohr zurück zur Heizzentrale. Im Haus gibt es also einen eigenen geschlossenen Wasserkreislauf für die Heizung.

