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22.05.12

Stadtwerke Tübingen: Azubis sorgen für Licht an Haltestelle

Pilotprojekt an der Haltestelle „Kreuzberg“ – Licht durch Solarmodule

Umweltfreundlich beleuchtet - die Haltestelle "Kreuzberg" (v.r.n.l.): Bernd Gugel (Stadtrat AL/GRÜNE), Albert Füger (Leiter Tiefbau), Michael Bader (Elektromeister, Abteilung Erzeugung, Stadtwerke) sowie die drei swt-Auszubildenden Markus Schneider, Jan Bauer und Marco Fuchs. Foto: de Maddalena.

„Es ist ein Testlauf und gleichzeitig ein erfolgreicher Auftakt für eine umweltfreundliche Beleuchtung an Wartehallen im Stadtverkehr Tübingen, die bislang noch nicht beleuchtet sind“, beschreibt Albert Füger, Leiter Tiefbau „Straßen und Grün“ der Universitätsstadt Tübingen, das Pilotprojekt. Drei Auszubildende der Stadtwerke haben unter Anleitung von Michael Bader aus der Abteilung „Erzeugung“ (EZ) die Planung und Realisierung als praktische Aufgabe übernommen. So konnten die angehenden Elektroniker für Betriebstechnik nicht nur theoretische Kenntnisse erwerben, sondern gleich auch in der Praxis wertvolle Erfahrungen sammeln. Jetzt wurde die Beleuchtungsanlage offiziell in Betrieb genommen.

Wer sich die Haltestelle „Kreuzberg“ etwas genauer und nicht nur im Vorbeifahren anschaut, kann sie sehen: die Solarmodule auf dem Mast über dem Dach des Wartehäuschens. Denn damit wird sie betrieben, die Beleuchtung dieser etwas außerhalb gelegenen Haltestelle der Linie 8 des Stadtverkehrs Tübingen (SVT) am Hagellocher Weg zwischen Ortsausfahrt Tübingen und Hagelloch.

„Ziel des Projekts war es, eine wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Lösung zu finden“, erklärt Michael Bader, der die drei swt-Auszubildenden bei dem Projekt angeleitet hat. „Hier draußen ist der nächste Stromanschluß etliche Kilometer entfernt. Kilometerlange Kabel zu verlegen für den Anschluß einer einzelnen Haltestelle wäre zu teuer und wenig effizient gewesen“, erklärt der Elektromeister. „Solarmodule sind ideal geeignet für Standorte wie diesen.“

Für den Fachbereich „Straßen und Grün“ der Universitätsstadt Tübingen hat Hans-Jürgen Schnaidt, Verantwortlicher für Straßenbauliche Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) das Projekt koordiniert. „Es ist ein erfreuliches Ergebnis, das sich wirklich sehen lassen kann. Schön wäre es, wenn es für weitere Stellen Vorbild sein könnte.“

Albert Füger, Leiter Tiefbau: „Wenn ein Pilot schon auf seinem Jungfernflug so erfolgreich startet, sollte man nach weiteren Landemöglichkeiten Ausschau halten. Stellen, an denen wir noch etwas Licht ins nächtliche Dunkel des Stadtverkehrs bringen könnten, finden wir.“

Erfreut zeigte sich bei der offiziellen Inbetriebnahme auch Stadtrat Bernd Gugel (AL/GRÜNE), der das Projekt über einen Antrag im Gemeinderat wesentlich mitinitiiert hat. „Wir haben eine Verbesserung für den ÖPNV erreicht, indem Fahrgäste hier jetzt von den Busfahrern nachts besser gesehen werden können. Für Haltestellen ohne direkten Stromanschluß haben wir ein sinnvolles und ausbaufähiges Konzept gefunden, und die Auszubildenden der Stadtwerke konnten ein eigenständiges, spannendes Projekt bearbeiten. Das ist ein optimales Ineinandergreifen von der Idee bis zur technischen Umsetzung“, lobte Gugel.

Gemeinsam haben die drei Auszubildenden Marco Fuchs (22 Jahre), Jan Bauer (19 Jahre) und Markus Schneider (19 Jahre) das Projekt mit Planung und Bau in nur rund zwei Wochen umgesetzt. Wie es weiter geht? Vor allem Haltestellen, an denen bislang aus technischen Gründen eine Beleuchtung zu aufwändig und kostspielig gewesen wäre, sollen nun geprüft werden. Noch haben die drei Auszubildenden gut eineinhalb Jahre Ausbildungszeit vor sich. Zeit genug, um ihr Erfolgsmodell auch an anderer Stelle im Stadtgebiet Tübingen einzusetzen.