Restwasserturbine am Stauwehr Hirschau



Das Stauwehr gehört zum Wasserkraftwerk Rappenberghalde, das 1929 erbaut wurde. Seine Hauptaufgabe ist es, das Neckarwasser zu stauen und das aufgestaute Wasser in einen Zuleitungskanal zu leiten. In diesem fließt es zum Wasserkraftwerk Rappenberghalde. Die Wehranlage wurde 1999 komplett saniert. In diesem Zuge ersetzten die Stadtwerke Tübingen unter anderem das alte Walzenwehr durch ein neues Fischbauchklappenwehr, bauten eine naturnahe Fischtreppe und installierten eine so genannte Restwasserturbine.

Die Stadtwerke Tübingen stellen sicher, dass trotz der aufgestauten und in den Zuleitungskanal abgeleiteten Wassermenge auch unterhalb des Wehrs immer genügend Restwasser im Flussbett des Neckars verbleibt. Dieses Restwasser besitzt aufgrund des Wehrs eine Fallhöhe von immerhin 3,90 m und damit Bewegungsenergie. Mit dieser Energie erzeugt eine Restwasserturbine des Typs Ossberger direkt am Wehr jedes Jahr rund 380.000 kWh emissionsfreien Strom.

Das Wehr behindert die Fische bei ihren Wanderungen. Deshalb wurde neben der Restwasserturbine  eine so genannte Fischtreppe gebaut. Sie soll gewährleisten, dass Fließwassertiere trotz Stauwehr wandern und sich ausbreiten können. So haben die Fische trotz des Stauwehrs die Möglichkeit, zu ihren Laichplätzen zu gelangen. Die Fischtreppe wurde von den Stadtwerken Tübingen möglichst naturnah gestaltet. Sie gleicht einem kleinen Bach, in dem Steine versetzt angeordnet sind. Die so entstandenen Zwischenräume erleichtern es Fischen, den Höhenunterschied der Wasserspiegel zu überwinden.